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Herrenrunde: (v. li.) Matthias Schmid (Fachbereichsleiter ÖPNV im Landratsamt), Wolfgang Jirschik (Bürgermeister von Baierbrunn) , Heiko Büttner (Chef der S-Bahn München), Thomas Prechtl (Geschäftsführer der Bayerischen Eisenbahngesellschaft) und Andreas Roß (Wirtschaftsförderer des Landkreises Bad Tölz-Wolfratshausen) machten es sich bei der Sonderfahrt von Wolfratshausen in Richtung Ostbahnhof München auf den neuen Eckbänken bequem. 

Er war pünktlich 

Bahn präsentiert ihr neues Prunkstück: Runderneuerter Zug hält in Wolfratshausen

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300 Millionen Euro lässt sich die Deutsche Bahn die Modernisierung der Münchner S-Bahn-Flotte kosten. Einer von bislang zwei runderneuerten Zügen machte am Dienstag Station in Wolfratshausen.

Wolfratshausen – Als die erste deutsche Eisenbahn am 7. Dezember 1835 zu ihrer Jungfernfahrt von Nürnberg nach Fürth aufbrach, saßen in den neun Waggons gut 200 geladene Honoratioren. Nürnbergs Bürgermeister schmetterte eine Festrede, Seiner Majestät, Bayernkönig Ludwig I., wurde in Abwesenheit ein Lebehoch gewünscht, dann noch flugs ein Gedenkstein enthüllt, es krachte ein Kanonenschuss – und mächtig dampfend machte sich die festlich geschmückte „Adler“ auf die sechs Kilometer lange Reise. 

Mit deutlich weniger Brimborium verbunden war der Anlass, zu dem die Deutsche Bahn am Dienstagnachmittag in Wolfratshausen eingeladen hatte: „Der erste modernisierte Zug der S-Bahn München kommt in den Landkreis.“ Die Presse wurde um pünktliches Erscheinen gebeten, „da der Sonderzug einem eng getakteten Fahrplan folgt, können wir auf verspätete Gäste leider nicht warten“. Glück für die Bahn: Eine Störung an einem Übergang bei Ebenhausen-Schäftlarn konnte rechtzeitig vor dem PR-Termin in der Flößerstadt behoben werden.

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Ein junges Pärchen war sichtlich enttäuscht. „Tut mir leid, sie dürfen hier nicht einsteigen, das ist ein Sonderzug. Da brauchen Sie eine besondere Fahrkarte“, erklärte der Zugführer den beiden. Ein solches Spezialticket hatten Andreas Roß, Wirtschaftsförderer des Landkreises, sowie Matthias Schmid, Fachbereichsleiter ÖPNV in der Kreisbehörde. Schmid, der nach eigenen Worten die S-Bahn „nur gelegentlich“ nutzt, beurteilte das aufgemöbelten Innenleben des Zugs als „sehr positiv.“ „Die neue Beleuchtung in Verbindung mit dem offenen Raum gefällt mir sehr gut“, sagte Schmid im Gespräch mit unserer Zeitung. Gemeinsam mit Roß sowie dem Münchner S-Bahnchef, Heiko Büttner, und Thomas Prechtl, Geschäftsführer der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG), nahm Schmid auf einer blau gepolsterten Eckbank Platz – eine Neuerung, für die sich die Raumgestalter der Bahn entschieden haben.

Passagierfluss soll optimiert werden

Das Ziel der Neugestaltung des Innenraums ist in erster Linie, den Passagierfluss zu optimieren. Dadurch soll die Kapazität der Züge besser ausgeschöpft werden. Die Durchgänge zu den Sitzreihen sind größer als bisher, in den Einstiegsbereichen sind zusätzliche Stehplatzmöglichkeiten geschaffen worden. Die Planer sind davon überzeugt, dass das neue Konzept zu einer besseren Verteilung über das gesamte Fahrzeug führt. Mit aktuellen Informationen zur Betriebslage versorgt – ab April 2019 in Echtzeit – werden die Reisenden über großdimensionierte Monitore, die über ihren Köpfen hängen.

Bis Ende 2020 sollen alle 238 S-Bahn-Züge umgerüstet sein, die zwei bereits runderneuerten Fahrzeuge verkehren ab Donnerstag im Regelbetrieb. Die Investitionskosten von 300 Millionen Euro muss aufgrund des Übergangsvertrags zwischen Freistaat und Bahn der Steuerzahler schultern.

Frischer Außenanstrich, neue Polsterung, tageslichtabhängige Innenbeleuchtung: Wenn nun auf die S-Bahn noch Verlass wäre, „das wäre perfekt“, sagte Wirtschaftsförderer Andreas Roß mit einem Schmunzeln. cce

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