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Rast mit Aussicht: An einem Bankerl mit Panoramablick auf die Stadt machen die Wanderer kurz Pause.

Wandern, lernen und entspannen

Bankerl-Wege: So war die geführte Tour über den Entspannungsweg

  • Franziska Konrad
    vonFranziska Konrad
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Wandern, lernen und entspannen: Die Initiatoren der Bankerl-Wege organisierten kürzlich eine Tour über den Entspannungsweg. Am Bergwald trafen die elf Teilnehmer auf einen besonders beliebten Wolfratshauser. 

Wolfratshausen – Strahlend blauer Himmel, eine herrliche Panoramaaussicht auf Wolfratshausen, im Hintergrund sind die Berge zu erkennen. Eine Holzbank lädt zum Hinsetzen und Genießen ein. Diesen Ausblick erlebten kürzlich die Teilnehmer einer kleinen Wandertour in und um die Loisachstadt. Der Grund: In Zusammenarbeit mit der Stadt haben die Waldramer Stephanie und Michael Hill Bankerl-Wege und dazu eine App entwickelt, (siehe Kasten). Drei Wege gibt es bisher in Wolfratshausen

Leuten die Gelegenheit geben, auch ohne App die Tour zu laufen

„Wir wollen aber den Leuten auch die Gelegenheit geben, die Tour ohne App zu laufen“, sagt Stephanie Hill. Gemeinsam mit ihrem Mann hat sie deshalb eine kleine Wanderung am Entspannungsweg entlang organisiert. Insgesamt elf Teilnehmer sind zum Treffpunkt an der Loisachhalle gekommen. Darunter sogar zwei Salzburgerinnen. Nach einer kurzen Vorstellung marschiert die Truppe voller Tatendrang los. Der erste Bankerl-Stopp liegt direkt an der Loisach, mit Blick auf den Sebastianisteg. Hill regt die anderen dazu an, einen Moment innezuhalten: „Nehmt eine Minute lang einfach mal euch und die Umgebung wahr.“ Aus dem fröhlichen Geplapper wird augenblicklich Mucksmäuschenstille.

Begleiter auf vier Samtpfoten: Der stadtbekannte Kater Findus.

Nächster Halt ist der Kräutergarten an der Stadtbücherei. Inmitten von Lavendel, Pfefferminze, Arnika und Wildrosen setzen sich die Teilnehmer auf die „Riesenbank“ – den Steinkreis. Hill erzählt, dass etwa die Wildrose früher als Heilmittel für Wunden verwendet wurde. Die Teilnehmer lauschen interessiert. „Dieses Stillhalten und die Natur genießen, das liebe ich“, schwärmt die Wolfratshauserin Johanna Köhler. Danach führt die Tour wieder am Fluss entlang. Auf einer Holzbrücke kommt die Gruppe erneut zum Stehen – natürlich vor einer Sitzgelegenheit. Während das Wasser auf einer Seite ruhig vor sich hin plätschert, rauscht und tost es auf der anderen umso lauter. „Hier haben wir ein Wechselspiel – wie bei der progressiven Muskelentspannung“, sagt Hill. Nach einer Entspannungsübung laufen die Wanderer in Richtung Bergwald. „Das war definitiv mein Lieblingsbankerl“, schwärmt die Geretsriederin Lena Gneist. „Wasser fasziniert mich schon immer.“

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Über steile Treppenstufen geht es hoch hinauf. Ab jetzt haben die Teilnehmer einen neuen Begleiter, der ihnen nicht mehr von der Seite weicht: der stadtbekannte Kater Findus. Plötzlich kommt ein überdachtes Bankerl mit Blick über Wolfratshausen zum Vorschein. „A Traum“, murmelt ein Teilnehmer beeindruckt. Während sich die meisten kurz hinsetzen und durchschnaufen, verrät die alteingesessene Johanna Köhler, dass sich hier früher die Verliebten getroffen haben. „Ich finde das total nett hier. In dieser Ecke war ich davor irgendwie noch nie“, sagt die Waldramerin Alexandra Davidson begeistert, während sie sich an das Holzgeländer lehnt und die Aussicht genießt.

Panoramablick über die Loisachstadt

Auch dem Besuch aus dem Ausland gefällt’s. Michaela Ziegler schreibt in ihrem Blog „Platz-nehmen“ über schöne Sitzgelegenheiten. So reiste sie kurzerhand mit Freundin Lydia Payer aus Salzburg an. „Bisher bin ich für meinen Blog höchstens bis nach Schliersee gekommen. Das ist heute eine Premiere“, sagt sie. Ein weiterer Panoramablick über die Stadt bietet sich den Wanderern nur wenig später – auf dem höchsten Punkt der Tour. Die Wolfratshauserinnen Christine Haydn und Madlen Holze sind motiviert. „Da müssen wir wirklich mal die App ausprobieren“, sagt Haydn zu ihrer Freundin, während sie den Bergwald wieder hinuntermarschieren.

„Der Entspannungsweg trägt seinen Namen zurecht“

Langsam verdunkelt sich der Himmel. Vereinzelt hört man Donnergrollen, und es beginnt zu regnen. Deshalb wird die Tour abgekürzt. Die Liegebankerl an der Floßlände sind die letzte Station. Auf Anleitung von Stephanie Hill hören die Teilnehmer zum Schluss tief in sich hinein. Wie fühlen sich Füße, Rücken und Beine jetzt an? Lydia Payer ist begeistert: „Ich konnte von der Hektik der Stadt wirklich ein bisschen Abstand bekommen und fühle mich jetzt lockerer und entspannter. Der Weg trägt seinen Namen zurecht.“

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Info: 

 Eine weitere Bankerl-Tour findet am Sonntag, 1. September, statt. Treffpunkt ist um 14 Uhr die Loisachhalle. Um Anmeldung unter Telefon 0 81 71/2 39 26 95 oder per E-Mail an info@mein-bankerl.de wird gebeten.


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