Barbara Lexa (53) in ihrem Tiny-House
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Auf 31 Quadratmetern lebt die Musikerin Barbara Lexa in einem Tiny-House im Garten ihrer Eltern. Obwohl das Ganze eine Kompromisslösung ist – gemütlich sieht es aus.

Sie will möglichst autark leben

Barbara Lexa wohnt jetzt in einem Tiny-House

  • Andrea Weber
    vonAndrea Weber
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Leben im Grünen, umwelttechnisch autark: Das will Barbara Lexa in ihrem Tiny House. Der Weg dahin war steinig. Sie hat ein Buch darüber geschrieben.

  • Barbara Lexa ist eine bekannte Jodlerin
  • Ihre Kunst nennt sie Mundartistik
  • Jetzt hat sie um ein Tiny-House gekämpft - mit Erfolg

Wolfratshausen – „Ananda“ ist Sanskrit, die Sprache der Brahmanen, und bedeutet „Glückseligkeit“. Diesen Namen hat die Musikerin und überregional bekannte Jodelexpertin Barbara Lexa ihrem Tiny-House gegeben. Das Holzhaus auf Rädern mit den runden Ecken steht im Garten ihrer Eltern im Stadtteil Farchet.

Der Weg bis zur Realisierung war steinig und dauerte über drei Jahre. Die Philosophie, „völlig autark im Grünen zu leben“, ließ sich nur als Kompromisslösung realisieren. „In Deutschland ist man noch nicht bereit für diese alternative Lebensform“, ist Barbara Lexa überzeugt. Immerhin: „Ananda“ ist, soweit sie weiß, „das erste genehmigte Tiny-House auf Anhänger mit Rädern in der Gebäudeklasse eins innerorts im Landkreis“.

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Alles begann im Juni 2017. Barbara Lexa erinnert sich, wie sie das Buch „Einfach Leben“ aufschlug und ihr Blick auf ein Foto eines solchen fahrbaren Häuschens fiel. „So will ich leben.“ Ein Traum, irgendwo im Grünen zu leben, umwelttechnisch völlig autark, sollte wahr werden. Die Musikerin suchte nach einem Stellplatz für ihr fahrbares Häuschen und bekam eine Zusage auf einem geplanten Tiny-House-Dorf bei Neuburg an der Donau.

Die Schlafnische ist klein, aber fein.

2019 gab die Wolfratshauserin den Bau des 14,5 Tonnen schweren „Wohnwaggons“ des österreichischen Tiny-House-Herstellers in Auftrag. Er ist mit modernster Technik ausgestattet: Vollholz-Lehm-Bauweise für ein besonderes Raumklima, Solaranlage für Strom und Heizung, Regenwasser-Recycling und Grünkläranlage. Nur 31 Quadratmeter Wohnfläche, doch wie sagt man so schön: „Platz ist in der kleinsten Hütte.“ Nach der Fertigstellung hat die 53-Jährige den Waggon eingerichtet wie ein Puppenhaus. Ein schönes Dusch-Bad, eine moderne Küche, eine gemütliche Wohn-Essecke und ein bequemes Bett in der runden Nische.

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Dann kam die Hiobsbotschaft aus Neuburg: Die Genehmigung für das Dorf würde sich unabsehbar in die Länge ziehen. Barbara Lexa gab nicht auf. Per Zeitungsanzeige suchte sie Baugrundstücke im Oberland zur Pacht. Jedes Mal machte die Ortsgestaltungssatzung einen Strich durch die Rechnung. Lexa glaubt aber auch, dass die Gemeinden Angst davor hätten, dass nach der Genehmigung eines solchen Projekts „ganze Wagenburgen folgen“.

Inzwischen hat „Ananda“ einen Platz im Garten ihrer Eltern gefunden, allerdings nur als ganz normales Bauvorhaben mit Architektenbetreuung, Kanal- und Stromanschluss sowie zwei vorgeschriebenen Parkplätzen auf dem Grundstück. Der Bau und die nicht geplanten Kosten für Genehmigungen und Gutachten haben das Sparguthaben der Künstlerin aufgebraucht. Die Idee vom völlig autarken Leben im Grünen ist in weite Ferne gerückt.

Ein Buch erzählt vom langen Weg zum Tiny-House

Die Geschichte von „Ananda“ hat Barbara Lexa zu einem Buchprojekt inspiriert. Band eins mit dem Titel „Tinyhouse, Träume und Tatsachen“ erzählt von der Idee bis zur Realisierung. Band zwei ist gerade in Arbeit und beschreibt das Suchen und Finden eines legalen Lebensplatzes. Bestellbar ist der erste Band im Internet unter www.barbara-und-ananda.de.

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