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Ein bisschen Sonne, ein bisschen Wind: Ganz ohne Kernkraft-Strom wird sich die Energieversorgung wohl aber nicht realisieren lassen.

Regenerative Energien

So viel Ökostrom wie möglich

Wolfratshausen - Die Stadt will künftig möglichst viel Strom aus regenerativen Quellen beziehen. Dass die Vorgabe 100 Prozent erreicht wird, erscheint jedoch unwahrscheinlich.

Der bisherige Stromliefervertrag der Stadt Wolfratshausen mit der E.ON Energie Deutschland GmbH läuft Ende 2016 aus. Grund genug, für den Grundstücks-, Bau- und Umweltausschuss, eine Neuausschreibung für die Lieferung elektrischer Energie mit 100 Prozent Ökostrom für den Zeitraum vom 1. Januar 2017 bis zum 31. Dezember 2019 mit jährlicher Verlängerungsoption zu veranlassen.

Bürgermeister Klaus Heilinglechner verwies in der Sitzung am Dienstagabend darauf, dass mit der rechtzeitigen Neuausschreibung möglicherweise ein günstigerer Preis erzielt werden könne. „Zum Klimaschutz und aufgrund der nicht außer Acht zu lassenden Vorbildfunktion der Kommunen sollte auf die Bedingung 100 Prozent Ökostrom bestanden werden“, begründete der Ratshauschef den Antrag.

CSU-Stadtrat Günter Eibl, Fachmann in Sachen regenerativer Energie, warnte jedoch vor „Augenwischerei“. Die 100-Prozent-Vorgabe sei seiner Ansicht nach in den nächsten Jahren nicht zu erfüllen. „Im Endeffekt läuft es auf einen Mix aus verschiedenen Energiequellen heraus. Es werden wohl höchstens 26 Prozent Ökostrom sein“, glaubt der Geschäftsführer eines Elektro-Unternehmens. Gerade im Winter müsse wahrscheinlich noch mehr Kernkraft-Strom genutzt werden. Dennoch befürwortete er die Neuausschreibung, da sie für die Außenwirkung der Stadt wichtig sei.

Mit 1:9 Stimmen abgelehnt wurde der Antrag von Grünen-Stadtrat Dr. Hans Schmidt, dass Unternehmen, die mit Kohle- beziehungsweise Atomenergie-Erzeugern zusammenarbeiten, bei der Neuausschreibung nicht berücksichtigt werden. Dr. Ulrike Krischke (Bürgerverereinigung) betonte, dass Ökostrom-Anbieter keine Marktnachteile haben dürften.

Entscheidungshilfe war zudem die Bereitschaft der Stadt Geretsried, wie schon in den Jahren 2009 und 2013 eine gemeinsame Stromausschreibung mit der Stadt Wolfratshausen durchzuführen. Aufgrund dieser Bündelung bestehe laut Bürgermeister Heilinglechner die Wahrscheinlichkeit, im Hinblick auf die größere Abnahmemenge auch günstigere Angebote zu erhalten. Darüber hinaus fällt für das Verfahren nur eine Ausschreibungsgebühr an, die unter den Beteiligten aufgeteilt wird.

Die Fristen bei der europaweiten Stromausschreibung sind indes sehr knapp bemessen. Um ein Angebot nach der vereinbarten Preisformel sicherzustellen, ist eine entsprechend knappe Regelung zur Bindefrist vorgesehen. Deshalb verbleiben nur wenige Arbeitstage für die Entscheidung über die beabsichtigte Vergabe. Der Zuschlag hat dann innerhalb von vier Tagen zu erfolgen. Daher empfehlen die kommunalen Spitzenverbände, durch das zuständige Gremium einen Vorratsbeschluss fassen zu lassen, der die Verwaltung ermächtigt, dem günstigsten Bieter den Zuschlag zu erteilen.

Diesen Beschluss fasste der Grundstücks-, Bau- und Umweltausschuss einstimmig. Demnach wurde Bürgermeister Heilinglechner auch ermächtigt, dem wirtschaftlichsten Angebot den Zuschlag zu erteilen. Zudem muss die Stadt Geretsried die vorläufige Mitteilung über den beabsichtigen Zuschlag abgeben. In den Beschluss aufgenommen wurde auch der Antrag von Hans Schmidt (Grüne), den vollständigen Vertrag auf der Homepage der Stadt Wolfratshausen zu veröffentlichen.

ph

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