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Abgerissen: Das 150 Jahre alte Biedermeier-Haus an der Sauerlacher Straße ist Geschichte. 

Grundstück an der Sauerlacherstraße

Bauherrn droht Veränderungssperre

Das 150 Jahre alte Biedermeier-Haus an der Sauerlacher Straße ist Geschichte. Es wurde aubgerissen, und auf dem Areal liegt Bauschutt. Der Grundstückseigentümer wollte einen Neubau errichten lassen – doch der Bauausschuss hat ein Veto eingelegt. Das Gremium möchte, dass eine Veränderungssperre erlassen wird.

Wolfratshausen – Für das Grundstück an der Sauerlacher Straße 22-24 gibt es keinen Bebauungsplan. Das heißt: Wenn dort ein neues Gebäude entstehen soll, muss es sich laut Gesetz in „Art und Maß der baulichen Nutzung, der Bauweise und der Grundstücksfläche“ in die Umgebung einfügen. Diese Auflage habe der Antragssteller erfüllt, hieß es in der jüngsten Bauausschusssitzung. Die Räte winkten den Antrag auf Vorbescheid dennoch nicht durch. Einige Gremiumsmitglieder meldeten Bedenken an. Unter dem Neubau will der Bauwerber eine Tiefgarage anlegen, deren Ausfahrt auf die Sauerlacher Straße führt. Richard Kugler (parteifrei für die CSU) bat darum, das zu überdenken. Mit Blick auf die Verkehrssituation vor Ort könne er sich das nicht vorstellen. Auch Dr. Hans Schmidt (Grüne) bezeichnete die Situation an „der viel befahrenen Straße“ als „sehr kritisch“.

Gerlinde Berchtold bezweifelte, dass das Fachgremium den Bauantrag tatsächlich ablehnen könne. „Die Vorgaben und Abstandsflächen sind alle eingehalten“, stellte die SPD-Rätin fest. Der Ausschuss habe „nicht viel Handhabe“. Das sah Dr. Manfred Fleischer (CSU) ganz anders. Er erinnerte seine Amtskollegen an die Gestaltungshoheit der Stadt. „Wir haben die Karten in der Hand“, sagte Fleischer. Sollte das Gremium dem Antrag allerdings zustimmen, „gehen unsere Einflussmöglichkeiten gegen Null“.

Fleischer plädierte dafür, das Projekt zurückzustellen und regte an, mit Hilfe einer sogenannten Veränderungssperre jede bauliche Veränderung zunächst zu untersagen. „Dann können wir uns die Zeit nehmen, die nötig ist“, erklärte Fleischer seinen Antrag zur Geschäftsordnung. „Wir müssen ein starkes Instrument in die Hand nehmen“, meinte er zur Veränderungssperre. Schließlich gestalte man „die Stadt für die nächsten 80 Jahre“.

Für das besagte Grundstück existiert kein verbindlicher Bebauungsplan. Allerdings hatte der Stadtrat bereits 1999 beschlossen, einen solchen für den Bereich Sauerlacher Straße aufzustellen. Dieses Verfahren könnte die Kommune kurzfristig in die Wege leiten – und in diesem Zusammenhang eine Veränderungssperre verhängen, erläuterte Fleischer.

Die Ausschussmitglieder folgten seinem Vorschlag einhellig. Bürgermeister Klaus Heilinglechner will allerdings noch ein Gespräch mit dem Bauwerber führen. Sollte sich der bereit erklären, seine Pläne an die Vorstellungen der Kommune anzupassen, müsste das Damoklesschwert Veränderungssperre gar nicht erst gezückt werden.

Mittlerweile habe der Antragssteller eingelenkt, berichtete Heilinglechner in der jüngsten Sitzung des Ausschusses. Am kommenden Dienstag entscheidet der Stadtrat, ob man eine Sperre erlässt. Der Fraktionssprecher der Bürgervereinigung, Josef Praller, ist nach dem Gespräch des Rathauschefs mit dem Grundstückseigentümer der Meinung, dass es diese Maßnahme nicht mehr braucht: „Wir müssen nicht einen ganzen Stadtteil wegen eines einzigen Grundstücks in Tiefschlaf versetzen.“ 

Dominik Stallein

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