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Erste Hilfe ist nur eines von vielen Aufgabengebieten des Roten Kreuzes. Auch Blutspendedienst, Veranstaltungsbetreuung und Katastrophenschutz gehört dazu.

Von vier Wolfratshausern gegründet

BRK-Bereitschaft feiert 120-jähriges Bestehen: Am Anfang stand ein Volksfest

Die BRK-Bereitschaft Wolfratshausen feiert am Sonntag – nachträglich: Am 20. Juli 1898, vor 120 Jahren, wurde sie von vier Wolfratshausern gegründet.

Wolfratshausen – Schutz bei Katastrophen, Versorgung von Verletzten, Sanitätsdienste auf Veranstaltungen: Seit gut 120 Jahren kümmert sich die BRK-Bereitschaft Wolfratshausen um vielfältige Aufgaben. Am 20. Juli 1898 wurde die „Freiwillige Hilfsorganisation des Roten Kreuzes“ von vier Wolfratshausern gegründet – der Beginn einer Erfolgsgeschichte, die am Sonntag gefeiert wird.

Bereits ein Jahr nach der Gründung hatten sich 24 Ehrenamtliche gefunden, die sich für die neue Bereitschaft engagierten. Seither ist die Wolfratshauser Ortsgruppe stark gewachsen. „Aktuell haben wir 93 Mitglieder, davon sind 48 im aktiven Einsatz- und Sanitätsdienst“, berichtet Bereitschaftsleiter Wolfgang Tutsch. Besonders in den vergangenen Jahren erlebte das BRK einen großen Zulauf: „Von 2011 bis 2018 hatten wir eine Mitgliederentwicklung von über 60 Prozent“, sagt der Wolfratshauser. „Vor allem junge Menschen zwischen 16 und 22 Jahren haben sich angemeldet.“ Außerdem seien einige Seiteneinsteiger im Alter von 35 bis 55 Jahren eingetreten. „Die aktuellen Mitglieder sind Schüler und Studenten, Ärzte und Krankenschwestern, Angestellte und Arbeiter, Selbstständige und Rentner“, berichtet Tutsch.

Ein Foto von anno dazumal: Ein Mercedes 170V war der erste Krankentransportwagen der BRK Wolfratshausen im Jahr 1925. In diesem Jahr wurde der Fuhrpark eröffnet. Das Foto zeigt Fahrer Xaver Endres. Fotos: BRK

Zurück zum Ursprung: Um die damals noch frische Sanitäter-Gruppe in Wolfratshausen finanzieren zu können, gab es im Jahr 1900 ein großes Volksfest. „Damals war ganz Wolfratshausen auf den Beinen“, weiß Tutsch aus alten Unterlagen. In den Anfangsjahren war die Ausrüstung der Ehrenamtlichen noch äußerst spartanisch: Mit einer Handkarre, die zwei Räder hatte, der sogenannten Handmare, wurden Kranke von den Helfern transportiert. Im Dezember 1925 erlebten die BRKler eine technische Neuerung: Die Hilfsorganisation schaffte einen ersten Krankenwagen an. Fahrer Xaver Endres transportierte Kranke und Verletzte fortan mit einem Mercedes 170 V, der damals bereits mit integrierter Heizung und zwei Tragen ausgestattet war. Heizungen sind inzwischen absoluter Standard im deutlich gewachsenen, medizinisch hochwertig ausgestattetem Fuhrpark der Wolfratshauser. Ein Rettungswagen, ein Krankenwagen des Katastrophenschutzes, der für vier Patienten Platz bietet, sowie ein Mannschaftswagen stehen den Ehrenamtlichen bei ihren Einsätzen zur Verfügung. Im Notfall kann das BRK zudem auf einen Sanitätsgeräteanhänger mit technischem und medizinischem Material zurückgreifen. „Damit können wir einen Behandlungsplatz aufbauen“, erklärt Tutsch. Für größere Veranstaltungen, auf denen die Ehrenamtlichen ihren Dienst leisten, wartet im Fuhrpark eine mobile Sanitätswache.

Das Aufgabenfeld der Ehrenamtlichen hat sich stark gewandelt. „In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts konnte der Rettungsdienst nur noch durch hauptamtliche Mitarbeiter aufrecht erhalten werden, die rund um die Uhr zur Verfügung standen“, sagt Tutsch. „Heute entwickelt sich der Rettungsdienst seit Jahren immer weiter in Richtung sehr gut ausgebildeter Mitarbeiter und medizinisch bestens ausgerüsteter Fahrzeuge.“ Auf Ehrenamtliche, die einzelne Schichten mitfahren, kann trotzdem nicht verzichtet werden. Das zeigt auch ein Blick auf das Jahresprogramm der Wolfratshauser Bereitschaft: 8000 Stunden haben die Mitglieder im Jahr 2018 angesammelt.

Lesen Sie auch: Erste-Hilfe-Kurs in Wolfratshausen: Das Geheimnis der stabilen Seitenlage

Die BRK-Bereitschaft

feiert ihr 120-jähriges Bestehen am Sonntag. Um 10 Uhr beginnt ein Gottesdienst in der Stadtpfarrkirche. Anschließend sitzen die Mitglieder und Gäste bei Weißwurst und Musik im Pfarrsaal zusammen. Um 13 Uhr beginnt die offizielle Hauptversammlung.

Dominik Stallein

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