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Interessiert: Rund 100 Wolfratshauser besuchten die Bürgerversammlung in der Loisachhalle.

100 Wolfratshauser treffen Bürgermeister in der Loisachhalle

Surfwelle und Verkehr: Bürger fragen, Heilinglechner antwortet

Bei der Bürgerversammlung in Wolfratshausen musste sich Rathauschef Klaus Heilinglechner vielen Fragen stellen. Ein Bürger warf ihm Mauschelei vor.

Wolfratshausen – Zwei Themen beherrschten die Fragerunde der Bürgerversammlung am Donnerstag in der Loisachhalle. Die geplante Surfwelle und das Verkehrsproblem sprachen die rund 100 Anwesenden am häufigsten an. Ein Bürger warf Rathauschef Klaus Heilinglechner Mauschelei vor.

Nahversorger

Seitdem der Tengelmann am Untermarkt vor über fünf Jahren geschlossen wurde, fehlt ein Nahversorger im Altstadtbereich. Eine Bürgerin wollte wissen, was die Stadt unternehme, um dort wieder einen Lebensmittelmarkt anzusiedeln. „Das liegt nicht in der Hand der Kommune“, betonte Rathauschef Klaus Heilinglechner. Da viele Gebäude in der Innenstadt im Besitz von Privatpersonen seien, läge der Ball bei diesen Eigentümern. Mit den Planungen, einen Lebensmittelmarkt auf dem Kraft-Areal östlich des S-Bahnhofes anzusiedeln, würde jedoch „zentrumsnah und in einem starken Wohnbereich“ ein Versorger geschaffen.

Radverkehr

Im Brennpunkt: Bürgermeister Klaus Heilinglechner musste sich in der Bürgerversammlung auch einige unangenehme Fragen anhören.

„Wann wird der Loisachradweg geteert?“, fragte eine Wolfratshauserin. Der Bürgermeister erklärte, dass der Stadtrat bereits vor einigen Jahren den Beschluss gefasst habe, den Schotterweg zu ertüchtigen. Allerdings befände sich noch nicht die komplette Strecke vom Hatzplatz bis nach Gelting im Besitz der Stadt. „Es ist nicht immer einfach, Grundstücksbesitzer zum Verkauf zu bewegen“, deutete Heilinglechner an.

Ein weiteres Anliegen in puncto Fahrradwege trug Lucia Schmidt vor. „Der Schutzstreifen auf der Pfaffenrieder Straße endet an der Ampelkreuzung“, klagte sie. So sei es nicht sicher, seine Fahrt auf dem Drahtesel sicher fortzusetzen. „Wieso kann man das nicht verlängern?“ Bauamtschefin Susanne Leonhard erklärte, dass diese Entscheidung nicht alleine bei der Stadt liegen würde. Denn die sogenannte Tapsi-Kreuzung, an der der Radstreifen endet, befindet sich im Bereich der Bundesstraße 11 – ist also Hoheitsgebiet des Staatlichen Bauamts in Weilheim.

Stadtbus

Die Kommune hat vor zwei Jahren ein neues Stadtbus-Konzept beschlossen. „Dafür wurde viel Geld ausgegeben, aber wir wissen immer noch nicht, ob es sich lohnt“, sagte Wolfgang Weichlein. Der Waldramer bat um eine Offenlegung der Fahrgastzahlen und eine Auflistung, wie viel Geld die Kommune summa summarum für den Betrieb des Busses zahlt. Landrat Josef Niedermaier erklärte, dass die Statistik des öffentlichen Personennahverkehrs erst vor wenigen Tagen im Landratsamt eingetrudelt sei. „Wir geben diese Zahlen an die Stadt weiter“, versicherte er. Dann – so kündigte es Heilinglechner an – würden die Zahlen auch veröffentlicht werden. Niedermaier hatte die genauen Daten zwar nicht parat, „aber es hat sich gut entwickelt. Der Bus wird immer besser angenommen.“

Parken an der Schule

An der Grund- und Mittelschule am Hammerschmiedweg entsteht ein Neubau. Um Platz zu schaffen, muss der derzeitige Lehrerparkplatz an der Sauerlacher Straße weichen. „Wird dafür ein Ersatz geschaffen?“, wollte Elternbeiratsvorsitzende Regine Müller-Marx vom Bürgermeister wissen. Schließlich gebe es einige Lehrkräfte, die auf ein Auto angewiesen sind. „Leider haben wir uns außerdem zu einer Drive-in-Schule entwickelt. Die Eltern fahren die Schüler fast bis ins Klassenzimmer.“

Heilinglechner erklärte, dass für die Lehrkräfte eine Fläche des Parkplatzes hinter der Sparkasse frei gehalten werde – „auch wenn es da jetzt schon kaum freie Stellflächen gibt“. Der Umstand, dass immer mehr Kinder mit dem Auto gebracht werden, sei ein „gesamtgesellschaftliches Problem“. Grundsätzlich traue er es jedem Schulbesucher zu, den Weg auch von etwas weiter weg hinter sich zu bringen, ohne ins Auto zu steigen. „Jeder hat zwei Beine. Das muss man erwarten können.“ Die Elternbeiratschefin regte an, Schülerlotsen einzusetzen.

Surfwelle

Lucia Schmidt stellte den Antrag, eine Bürgerbefragung zur geplanten Surfwelle zu initiieren. „Die hat es bereits gegeben“, entgegnete Heilinglechner. Schmidt kritisierte das „aggressive Vorgehen“ des Vereins Surfing Wolfratshausen. „Als ich im vergangenen Jahr etwas gegen das Projekt geäußert habe, standen zwei Vereinsmitglieder vor meiner Tür und haben mich gefragt, wie ich denn dazu komme.“ Auf Nachfrage unserer Zeitung sagte die Vereinsvorsitzende Steffi Kastner: „Diese Behauptung ist eine Unterstellung, die nicht der Wahrheit entspricht.“ Nach einer Recherche in den eigenen Reihen wolle sie klarstellen, „dass die genannten Personen keine Vereinsmitglieder sind und auch nicht im Auftrag des Vereins gehandelt haben“.

Heinz Wensauer kritisierte die hohen Kosten, die mit der Surfwelle verbunden wären. „Ich hoffe, dass auch die anderen Sportvereine Wolfratshausens ihre Ausgaben in Zukunft der Stadt in Rechnung stellen dürfen.“ Heilinglechner empfahl dem Wolfratshauser, einen Blick in den Haushaltsplan der Kommune zu werfen. „Auch andere Vereine werden bezuschusst. Das ist nicht einseitig.“

Isar-Kaufhaus

Wensauer stellte eine weitere Frage: „Gibt es eine Interessengemeinschaft aus dem Bürgermeister und der Scherbaum Unternehmensgruppe?“ Diese ist Bauherr des Vorhabens am Untermarkt 7-11, des Abrisses und Neubaus des ehemaligen Isar-Kaufhauses. Heilinglechner stutzte: „Es gibt selbstverständlich keine Interessengemeinschaft.“ Bei einem Projekt dieser Größe im Zentrum sei eine Zusammenarbeit von Stadt und Investor aber seiner Auffassung nach notwendig. „Wenn man in dem glücklichen Zustand ist, dass ein Investor kommt, dann setzt man sich eben zusammen.“ 

Wensauer kritisierte, dass die Kommune die Grünfläche hinter der Happschen Apotheke in Rufweite des Untermarkts 11 erst selbst gekauft und dann an den Investor weitervermittelt habe. Dazu Heilinglechner: „Wir haben die Immobilie ausgeschrieben, und der Investor hat sie gekauft, ohne das irgendjemand begünstigt wurde.“ Den Vorwurf der Mauschelei bezeichnete der Rathauschef als „makaber“ – und bekam dafür Applaus von einem Großteil der Besucher. Wensauer bohrte weiter: „Die Baustelle am Isar-Kaufhaus steht seit vier Wochen still.“ Heilinglechner stutzte erneut. „Sie sind doch selbst jeden Tag vor Ort“, sagte er in Richtung Wensauer. „Dann sehen Sie doch, dass da etwas passiert und das Gebäude entkernt wird.“

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Umgehungsstraße

Ein Wolfratshauser erkundigte sich, wie es darum steht, eine Umgehungsstraße zu bauen. „Die Planungen feiern bald ihren hundertsten Geburtstag“, sagte er schmunzelnd. Heilinglechner betonte, dass die Verkehrsführung ein Problem sei, „dass die Stadt seit vielen Jahren umtreibt“. Mit einer Verkehrsbefragung im vergangenen Jahr sei man einen Schritt weitergekommen, um die Pläne vorantreiben zu können. Eines sei aber klar: „Ein einfacher Prozess wird das nicht.“

Baumschutz

Lucia Schmidt hatte noch ein Anliegen: „Wieso haben Sie, Herr Bürgermeister, gegen eine Baumschutzverordnung gestimmt?“ Heilinglechners Antwort: „Ich glaube, dass Bäume durch einen Bebauungsplan besser geschützt sind als durch eine solche Verordnung.“ 

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Der Rathauschef berief sich auf Erfahrungen, die andere Städte mit einer Baumschutzverordnung gemacht haben: „Die kann sehr leicht ausgehebelt werden.“ Ihm sei es grundsätzlich ein Anliegen, dass gefällte Bäume mit einer Neupflanzung ersetzt würden.

Dominik Stallein

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