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Weiß viele Geschichten zu erzählen: Fritz Waltenberger. Zu seinem 90. Geburtstag gratulierten Bürgermeister Klaus Heilinglechner und Ehefrau Helga. 

Mit Humor und Geschichten durchs Leben

Ein Lausbub wird 90: Zum Geburtstag von Fritz Waltenberger

Zu seinem 90. Geburtstag packt Fritz Waltenberger aus Waldram alte Geschichten aus. Er hat es faustdick hinter den Ohren.

Waldram – Selbst mit 90 Jahren fährt Fritz Waltenberger noch Auto. „Ich nehme im Jahr ein oder zwei Mal eine Fahrstunde, aber auch nur, weil mir das Spaß macht“, sagt der Waldramer. Seit 1947 besitzt er einen Führerschein – und ist bis heute sicher unterwegs. Das Autofahren ist aber nicht das einzige, was Waltenberger im Leben Spaß gemacht hat.

Zu Waltenbergers 90. Geburtstag kommt auch Bürgermeister Klaus Heilinglechner beim Jubilar und dessen Frau Helga vorbei, um zu gratulieren. Der Waldramer empfängt seine Gäste nicht nur körperlich fit, sondern beweist mit seinem trockenen Humor, dass er auch geistig deutlich jünger ist, als auf den vielen Geburtstagskarten auf seinem Wohnzimmertisch steht.

Der gebürtige Günzburger verbrachte den Großteil seines Lebens in Waldram. 1961 zog der Starkstromtechniker gemeinsam mit seiner Frau und dem damals noch kleinen Sohn hierher. „Heute ist der schon über 60“, sagt Waltenberger und wundert sich, wie schnell die Zeit vergeht.

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Wenn der Senior über seine Jugendjahre spricht, huscht ein Lächeln über sein Gesicht. Eines Nachts war er zum Beispiel zusammen mit einem Freund in sein Gymnasium eingebrochen, um Feuerholz für das viel zu kalte Klassenzimmer zu stehlen. Und beim Brotzeitholen rollten sie, in einem Bollerwagen sitzend, einen großen, steilen Berg hinab. Das findet der Waldramer heute noch lustig. „Wir hatten keine Lust mehr zu gehen, also sind wir halt gefahren. Mein Freund hat sich beim Bremsen beide Hände an der Straße verbrannt, und wir wären fast im Graben gelandet.“

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Als Waltenberger zum Ende des Zweiten Weltkrieges mit 16 Jahren zur Waffenausbildung beim Volkssturm einberufen wurde, ist er gemeinsam mit zwei anderen Buben abgehauen. „Mitten in der Nacht sind wir daheim angekommen.“ Waltenberger hatte keine Lust, sich an Panzerfaust und Karabiner ausbilden zu lassen, um die Heimat zu verteidigen. „Wir mussten uns tagelang in einem Heustadl verstecken“, erinnert er sich.

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Die Zeiten, die Waltenberger erlebt hat, waren nicht immer einfach. Sein Humor und seine Lausbubenstreiche haben ihn aber durch die Zeit des Wiederaufbaus getragen. „Im Nachhinein sind die Geschichten ja ganz nett“, sagt er schmunzelnd. Bei all den Geschichten ist sicher, dass dem 90-Jährigen auch heute nicht langweilig ist: „Ich finde schon immer genug zu tun.“ DOMINIK STALLEIN

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