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Seine, äh, nun gut, äh, Paraderolle: Herrmann Paetzmann, Mitglie d der Loisachtaler Bauernbühne, als Bayerns Ex-Ministerpräsident Dr. Edmund Stoiber. Doch damit „ist Schluss“, kündigt Paetzmann an. 

„Damit ist Schluss“

Starkbierfest in Wolfratshausen: Warum Herrmann Paetzmann nicht mehr Edmund Stoiber spielt

Seit Jahren ist Herrmann Paetzmann beim Starkbierfest in Wolfratshausen dabei - mit der Paraderolle im Singspiel als Stoiber ist aber Schluss.

Wolfratshausen Es ist der Höhepunkt in der fünften Jahreszeit in der Flößerstadt: Das Starkbierfest. Seit vielen Jahren steht der Wolfratshauser Herrmann Paetzmann beim Auftritt der Loisachtaler Bauernbühne mit im Rampenlicht. Im Gespräch mit unserem Mitarbeiter Dominik Stallein spricht er über die Folgen der Auftritte, die Reaktionen der Derbleckten – und was ihm Dr. Edmund Stoiber voraus hat.

Herr Paetzmann, sie stehen seit vielen Jahren auf der Starkbierfest-Bühne. Fiebern Sie dem Auftritt am 22. März schon entgegen?

Am wichtigsten ist uns Schauspielern der Loisachtaler Bauernbühne das jährliche Theaterstück – und nicht das Starkbierfest. Aber es ist schon so, dass man die Lokalpolitik hier vor Ort genau verfolgt und sich Gedanken macht, welches der vielen Themen für das Singspiel taugt. Gerade unsere Autoren müssen ganz genau hinschauen und -hören. Viele von unserer Gruppe haben durch das Singspiel einen anderen Bezug zur Politik bekommen.

Welche Themen tauchen denn heuer auf?

Ich verrate Ihnen sicher keine Details. Zum Glück gibt es aber in Wolfratshausen schon immer genügend Projekte, die für unser Singspiel in Frage kommen. Gerade die aktuellen Themen – Stichwort Surfwelle – liegen da auf der Hand. Das Projekt, das 2013 seinen Anfang nahm, ist inzwischen schon ein Evergreen bei unseren Stücken.

Das ist mit einigen Themen so: die Marktstraße, die S-Bahn-Verlängerung, nun die Surfwelle.

Für uns ist es ein Glücksfall, dass die Wolfratshauser ziemlich lange über ihre Themen diskutieren. Das ist in der Stadt normal, dass sich alles länger hinzieht. Seit ich bei der Loisachtaler Bauernbühne aktiv bin – irgendwann in den 1990er Jahren ging’s los – begleitet uns zum Beispiel die geplante S-Bahn-Verlängerung nach Geretsried.

Deprimiert das nicht, miterleben zu müssen, dass man sich immer an den selben Vorhaben aufreibt?

Manchmal tut man das vielleicht. Aber ich ziehe aus den Reaktionen der Kommunalpolitiker lieber etwas Positives.

Lesen Sie auch: So war das Starkbierfest 2018

Was meinen Sie?

Wir können natürlich bei den ganz großen Projekten wie dem Ex-Isar-Kaufhaus oder der S-Bahn nichts verändern. Aber es ist manchmal kurios, dass sich Kleinigkeiten ändern, kurz nachdem wir sie in unser Singspiel eingebaut haben.

Zum Beispiel?

Vor dem Schwankl-Eck am Obermarkt stand einmal ein Parkautomat. Wir haben uns ein bisschen darüber lustig gemacht und ihn als Kunstwerk deklariert. Wenige Tage später war der Automat verschwunden – und an der Stelle stand ein Brunnen. Das hat uns sehr amüsiert. Auch als die Einbahnregelung in der Innenstadt eingeführt worden ist, gab es eine ähnliche Szene. Wir haben thematisiert, dass man in den Biergärten direkt an der Bundesstraße sitzt. Nach unserem Singspiel haben die Gastronomen ihre Außenflächen mit schönen Hecken dekoriert und von der Straße abgegrenzt.

Die Bauernbühne hat also politische Durchschlagskraft?

Nein, nein. Die großen Projekte können wir nicht beeinflussen. Aber manchmal sind wir nicht nur ein lustiger Haufen, der Theater spielt, sondern sind ein bisschen das schlechte Gewissen der Politik in Wolfratshausen.

Damit geht eine Verantwortung einher...

Richtig. Es darf nämlich nicht so sein, dass wir uns politisch positionieren. Wir geben keine Wahlempfehlungen. Gerade in Wahlkampfzeiten passen wir ganz genau auf.

Trotzdem fühlen sich jedes Jahr manche Stadträte besonders auf den Schlips getreten.

Natürlich treten wir manchem auf den Schlips. Aber es muss fair ablaufen. Und wir sind bemüht, dass alle Stadträte – und der Rathauschef – ihr Fett gleichermaßen wegkriegen.

Wie fallen die Reaktionen der Derbleckten aus?

Wie Sie schon gesagt haben, nehmen manche das Singspiel nicht so locker. Die meisten spülen das aber mit einer Maß Starkbier runter und lachen am Ende mit. Es gibt immer mal wieder den Vorwurf, dass wir mit einzelnen Personen zu hart ins Gericht gehen.

Ist der Vorwurf berechtigt?

Das möchte ich nicht bewerten. Aber es gibt etwas, das bestimmt schlimmer ist, als von uns karikiert zu werden.

Nämlich?

Schlimmer ist es, von uns im Singspiel übergangen zu werden.

In den vergangenen Jahren haben Sie Ex-Ministerpräsident Edmund Stoiber gemimt. Sehen wir Sie heuer wieder in Ihrer Paraderolle?

Nein, damit ist Schluss. Herr Doktor Stoiber hat mir nämlich eines voraus: Er bleibt immer schlank. Ich leider nicht.

dst

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