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Absagen wegen Corona: 1. Mai ohne Maibäume

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Von: Doris Schmid

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Daraus wird heuer nichts: Aufgrund der Corona-Krise wurden die Maifeiern abgesagt. Aber gut möglich, dass der eine oder andere Maibaum doch noch in diesem Jahr aufgestellt wird.
Daraus wird heuer nichts: Aufgrund der Corona-Krise wurden die Maifeiern abgesagt. Aber gut möglich, dass der eine oder andere Maibaum doch noch in diesem Jahr aufgestellt wird. © Lippert/Archiv

Die Maibäume bleiben erstmal am Boden. Wegen der Corona-Pandemie wurden sicherheitshalber alle Maifeiern abgesagt.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Die Lederhose bleibt im Schrank, und auch das Dirndl muss auf seinen Einsatz warten: Aufgrund der Corona-Krise werden an diesem Freitag keine Maibäume aufgestellt, und die damit verbundenen Maifeiern fallen ebenfalls aus. Die Ausrichter tragen es mit Fassung und richten den Blick auf das Jahr 2021.

Eine „große Feier mit allem Drum und Dran“ hätten die Ammerlander Burschen am 1. Mai organisiert – und natürlich einen Baum aufgestellt. Eine Fichte, die in den Raunächten kurz vor Weihnachten 2019 geschlagen und Mitte März ins Dorf geholt wurde, wie Oberbursch Valentin Huber-Saffer berichtet. Eigentlich hätte anschließend die Wachhüttenzeit beginnen sollen. Aber davon nahmen die 40 bis 50 Madln und Burschen aufgrund der Corona-Pandemie Abstand.

„Am ersten Abend ist uns der Baum von den Münsingern geklaut worden“, erzählt der 22-Jährige schmunzelnd. Natürlich wurde die Fichte ausgelöst, und eigentlich hätten die Burschen ihren Maibaum schon gerne traditionell mit Scherstangen aufgestellt. „Aber wir haben relativ frühzeitig alles abgesagt“, sagt der Student. „Es ist schon schade, dass es jetzt so ist. Aber auf solche Umstände hat man keinen Einfluss“, sagt der Ammerlander. Die Hoffnung für 2020 aufgeben will der Oberbursch dennoch nicht. „Unser Ziel ist es, dass der Maibaum wieder steht.“ Die dazugehörige Feier könne im nächsten Jahr nachgeholt werden.

Im benachbarten Holzhausen wird ebenfalls überlegt, den Maibaum im Laufe des Jahres aufzustellen. „Dann aber im kleinen Rahmen ohne ein großes Fest“, wie Burschenvereinsvorsitzender Sebastian Bolzmacher im März gegenüber unserer Zeitung sagte. Wie berichtet hatten sich in Holzhausen – vermutlich während der Maibaumwache – zehn Madln und Burschen mit dem Coronavirus infiziert. Alle überstanden die Infektion und sind wieder gesund.

Auch in Egling wartet ein prächtiger Baum darauf, im Zentrum des Dorfes aufgestellt zu werden. „Er liegt noch auf einem Feld“, berichtet Heinrich Schuller vom Eglinger Burschenverein. Und dort wird die 35 Meter lange, mit der „Wiagsog“ umgeschnittene Fichte auch erst einmal bleiben. Denn in Egling wurde ebenfalls alles abgesagt. „Uns war auch schnell bewusst, dass das heuer nichts werden wird“, sagt der 25-Jährige mit Blick auf die Corona-Krise. „Das ist blöd, aber es hilft nichts.“ Der Baum soll eingelagert und im nächsten Jahr aufgestellt werden. „Es wäre schade um ihn“, meint der Zimmerer. „Wir freuen uns auf eine schöne Zeit im nächsten Jahr.“

In der Stadt Geretsried wird jedes Jahr ein Maibaum errichtet, der nach vier Wochen wieder umgelegt wird. In diesem Jahr wäre es laut Helmut Hahn, Vorsitzender der Egerländer Gmoi, das 74. Mal gewesen. „Natürlich ist es schade, dass das heuer nicht klappt“, sagt Hahn. „Aber es gibt deutlich schlimmere Dinge.“

nej

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