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Corona durchkreuzt Reisepläne: Weltreisender zurück in Wolfratshausen

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Per Fähre auf dem Heimweg: Michael Ronge und Hündin Saly.

Michael Ronge unternimmt mit seinem VW T3 eine Weltreise. Dann bricht die Corona-Pandemie aus und er geht lieber auf Nummer sicher.

Wolfratshausen – Eigentlich wollte Michael Ronge als nächstes mit dem Schiff von Marokko nach Italien übersetzen, um mit seinem VW T3 weiter in Richtung Türkei zu fahren. Doch nun parkt der Bus bei seinen Eltern in Wolfratshausen. Angesichts der Corona-Pandemie musste der 32-Jährige seine Weltreise unterbrechen. Wie und wann es weitergeht? „Ich kann es leider nicht sagen“, sagt Ronge im Telefonat mit unserer Zeitung.

Wie berichtet hat der Wolfratshauser vergangenes Jahr seinen Job als Kfz-Mechaniker gekündigt, um seinen Traum zu verwirklichen. Im Oktober ging er mit seinem runderneuerten Bully aus dem Jahr 1987 in pistazie-mintgrün auf große Fahrt. Erstes Ziel war Afrika. Ronge ließ sich viel Zeit in Marokko, fuhr runter bis nach Gambia und wieder zurück.

Auf seinem Weg hat der Weltreisende „extrem viele Leute kennengelernt“, berichtet er. Alle Einheimischen seien freundlich gewesen, ganz besonders die Menschen in Gambia. Aber vor allem mit anderen Reisenden knüpfte Ronge Kontakte und war deshalb ganz selten allein unterwegs. „Wir haben immer miteinander gekocht und saßen alle bis nachts am Lagerfeuer zusammen“, erzählt er.

Als sich die Corona-Situation anspannte, campte der 32-Jährige mit Markus aus Landau in der Pfalz, der mit

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Große Freiheit mit dem Bus – dann bricht das Corona-Virus aus.

einem Lkw unterwegs war, an heißen Quellen in Marokko. „Markus hätte noch einen Monat Zeit zum Reisen gehabt“, berichtet Ronge. Er selbst hatte eine Aufenthaltsgenehmigung für drei Monate in Marokko. „Wer weiß, wie es weitergegangen wäre und ich hätte mich auch schlecht mit der Polizei verständigen können, da ich kein arabisch kann.“

Deswegen entschieden die beiden Männer vorsichtshalber, gen Heimat zu fahren. Zu diesem Zeitpunkt hieß es aus der deutschen Botschaft bereits, die Grenzen seien zu. „Es war aber nicht so“, sagt Ronge. Zum Glück. Unter hunderten anderen Wohnmobilfahrern warteten sie, einen Platz auf einer Fähre zu bekommen. Von Spanien ging es dann über Frankreich nach Deutschland. „Ganz schön kalt hier“, beschreibt Ronge seine Ankunft lachend.

Die Zeit in Deutschland will er nun nutzen, um ein paar Dinge am Bus umbauen – als erstes braucht er eine Standheizung. „Ich hoffe, dass es relativ bald weitergeht“, sagt Ronge. Komplett abbrechen will er nicht. „Es gibt noch viel zum Anschauen.“

Bereut hat er seinen „Ausbruch aus dem Hamsterrad“ vor fünf Monaten noch keinen Tag. Auch wenn nicht alles gelaufen ist, wie er es geplant hatte. Seine Freundin Lorena, mit der er ab Senegal weiterreisen wollte, ist nicht gekommen. Dafür hat er nun eine Hündin: Saly. Die Geschichte, wie er zu dem Vierbeiner gekommen ist, ist typisch für seine Erlebnisse auf der Reise.

Ronge war unterwegs in M’bour, als ihn ein Strandbuggy überholte. Die Fahrerin – eine Deutsche – bemerkte das „WOR-LD“-Kennzeichen und hielt an. „Sie und ihr Mann wohnen in Senegal und haben mich auf ein Bier eingeladen“, sagt der Wolfratshauser. Aus dem Bier wurden ein Übernachtungsangebot und ein mehrtägiger Aufenthalt. Saly, benannt nach einem Urlaubsort in der Region und Welpe des Hundes des deutschen Pärchens, fand Gefallen an Ronge und er an ihr. „Ich wollte immer einen Hund haben, aber das ging mit der Arbeit nie.“ Auch diesen Wunsch konnte er sich nun erfüllen.

sw

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Michael Ronge teilt seine Reise-Erlebnisse im sozialen Netzwerk Instagram unter „free_road_of_life_.

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