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Kommen und Gehen in der Innenstadt: Biermühle schließt, „Ohnverpackt“ kommt

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Aktiver Umweltschutz: Martina und Bernd Steuer vor ihrem – derzeit noch leeren – „Ohnverpackt“-Laden, der im März am Wolfratshauser Obermarkt eröffnen soll.
Aktiver Umweltschutz: Martina und Bernd Steuer vor ihrem – derzeit noch leeren – „Ohnverpackt“-Laden, der im März am Wolfratshauser Obermarkt eröffnen soll. © hl/Archiv

Der Handel in Wolfratshausen ist im Wandel: Zahlreiche Geschäfte und Cafés eröffnen in Kürze neu. Langjährige Institutionen in der Wolfratshauser Wirtschaftswelt schließen hingegen. Ein Rundgang:

Biermühle

Die Kneipe von Dieter Sattler ist ein Treffpunkt für jeden: Chefärzte und Handwerker prosteten sich in uriger Atmosphäre am Birnmühlplatz zu. Seit 20 Jahren führt „der Dietsch“, wie der einstige Sozialpädagoge und heutige Gastronom genannt wird, das Lokal. Ab März soll damit Schluss sein. Allerdings steht wohl ein Nachfolger bereits in den Startlöchern. Wacker halten sich zwei Gerüchte im Stadtgespräch: Wahlweise ist von „einem jungen Mann“ die Rede, der das Lokal weiterführt. Andere Quellen berichten von „einer Frau“, die sich in der Kult-Kneipe versuchen möchte.

Athos

Der Pächter des beliebten griechischen Restaurants im ehemaligen Haderbräu suchte wie berichtet per Annonce nach einem Nachfolger. Der hat sich inzwischen gefunden: Fari Kokeli heißt der neue Pächter des Lokals. Weiterhin werden in den erst vor wenigen Jahren renovierten Gaststuben hellenische Spezialitäten wie Souvlaki, Gyros und Bifteki serviert. Unter der neuen Führung wurden die Öffnungszeiten angepasst: Künftig hat das Athos täglich geöffnet – bis vor einigen Wochen war montags geschlossen.

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„Jeans & American“

Eine Institution verlässt die Stadt in wenigen Wochen. „Ende Februar werden wir zumachen“, sagt der Inhaber des Jeans-Geschäfts am Untermarkt 14. Seit einem halben Jahrhundert verkauft „Herr Rotstein“ – seinen Vornamen verriet er nie – lässige Jeans, T-Shirts und Jacken vor allem von renommierten amerikanischen Herstellern. „Das ist schon eine wahnsinnig lange Zeit für ein Geschäft in einer Kleinstadt“, sagt der leidenschaftliche Modehändler. Ganz in Stein gemeißelt ist der Schließungstermin Ende Februar noch nicht: „Ich bin da flexibel“, sagt Rotstein.

„Labottega“

Am Untermarkt soll es künftig mediterrane Spezialitäten geben. Laura Scollo eröffnet im Gebäude am Untermarkt 29 (neben Spielwaren Tausend) das Feinkostgeschäft „Labottega“. Einem Facebook-Beitrag nach dürfen sich die Kunden „auf all die typischen Leckereien“ und „natürlich auch guten Wein“ freuen. Geplant ist, das Geschäft schon im nächsten Monat zu eröffnen. Unterstützt wird Laura Scollo von ihrem Bruder Michele, der bereits als Wirt des ehemaligen „Paparazzi“ in Wolfratshausen und mit dem Restaurant „Da Nonno“ in der Gastronomiewelt Fuß gefasst hat.

Rathauscafé

Seit mehreren Monaten steht die städtische Liegenschaft im Rathaus-Komplex leer. Das Café direkt am Westufer der Loisach soll jedoch in Kürze neu eröffnen. Wie berichtet haben mehrere Gastronomen bei der Kommune Interesse angemeldet, das Lokal zu führen. Nach Worten des Rathauschefs Klaus Heilinglechner sind noch zwei Bewerber im Rennen – eine Entscheidung trifft der Haupt- und Finanzausschuss des Stadtrates. Ist der Zuschlag erteilt, gibt es allerdings voraussichtlich noch nicht sofort süßes Gebäck und Kaffee-Spezialitäten: Im Café stehen noch Sanierungsarbeiten an.

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„Ohnverpackt“

Einen aktiven Beitrag zum Umweltschutz möchten Martina und Bernd Steuer leisten. Sie eröffnen in Kürze den plastikfreien „Ohnverpackt“-Laden am Obermarkt. Neben einer Palette von rund 600 Produkten – Lebensmittel, Haushaltsprodukte, Kosmetik und vieles mehr – möchte das Ehepaar nach eigenen Worten ein kleines Café mit Sitzgelegenheiten anbieten. Im Ladenlokal, in dem zuletzt „Cucinella“ Küchengeräte und -utensilien anbot, soll der verpackungsfreie Nahversorger im März öffnen. In den Fokus wollen die Betreiber vor allem regionale und Bio-Produkte nehmen.

Brasserie

Krokant, Nugat, Pralinen und kreative Schokoladen-Rezepte: Mit seiner Chocoladenmanufaktur ist Georg Bernhofer bereits in der Innenstadt erfolgreich. Heuer möchte er sich ein zweites Standbein schaffen – und ein Café in der Altstadt eröffnen, genauer gesagt eine Brasserie, ein französisches Bistro. Der genaue Eröffnungstermin ist noch nicht bekannt. Bernhofer strebt allerdings eine Eröffnung vor Juli an. Öffentlich hat der Gastronom noch nicht die Katze aus dem Sack gelassen, in welchem Gebäude er künftig Gebäck, Kaffee und herzhafte Speisen anbieten möchte. Die Anzeichen verdichten sich allerdings, dass die Brasserie im Wirth-Haus am Schwankl-Eck öffnen wird. Die Tagesbar, die derzeit in dem Gebäude untergebracht ist, schließt wie berichtet.

Eislabor

Neugierig erwartet viele Wolfratshauser schon länger ein Eislabor, das an der Johannisgasse 1, im ehemaligen Geschäft Paletti, eröffnen soll. Wie Immobilienmakler Ernst Gröbmair berichtet, plant der Pächter, der seinen Namen weiterhin nicht in der Zeitung lesen möchte, ab Frühsommer kreative Eisspezialitäten an der Johannisgasse zu verkaufen. Zuvor seien Umbauarbeiten in dem Gebäude notwendig. Laut Gröbmair ist der Gastronom kein Quereinsteiger. Der Italiener betreibt bereits in Franken ein ähnliches Café wie die „Paletti Eismanufaktur“, die er in der Flößerstadt etablieren möchte. Vor rund einem Jahr schloss das Geschenke- und Accessoire-Geschäft „Paletti“ das Ulrich Treitz über 30 Jahre lang geführt hatte.

Dominik Stallein

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