Nimmt Abschied von Wolfratshausen: Robert Maier, Beauftragter der Stadt für Umwelt und Energie (li.), hier mit Florian Loher bei einer Bepflanzung.
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Nimmt Abschied von Wolfratshausen: Robert Maier, Beauftragter der Stadt für Umwelt und Energie (li.), hier mit Florian Loher bei einer Bepflanzung.  

Stelle wieder ausgeschrieben

Wolfratshauser Umweltreferent verlässt Stadt nach nur eineinhalb Jahren

Die Stadt Wolfratshausen sucht einen neuen Umweltschützer. Robert Maier ist aus privaten Gründen gegangen. Bürgermeister: „Für uns ein Abschied mit tränendem Auge“

Wolfratshausen – Nach nur eineinhalb Jahren im Amt verlässt Robert Maier, Beauftragter für Energie und Umwelt, die Stadt schon wieder. Bürgermeister und Umweltreferent bedauern diese Entscheidung – und betonen unisono die Wichtigkeit der Stelle, die vor allem für die Einhaltung der ambitionierten Klimaziele eine zentrale Rolle spiele.

Anfang des vergangenen Jahres trat Robert Maier den Posten im Bauamt an, nachdem Eva Kiel die Kommune verlassen hatte. Sein früher Abgang habe, das betont Rathauschef Klaus Heilinglechner, ausschließlich private Gründe: Maier, junger Familienvater, habe eine Anstellung gefunden, die näher an seinem Wohnort liegt. „Das ist verständlich, aber für ihn und für uns ein Abschied mit tränendem Auge“. Denn trotz seiner kurzen Ägide „konnte Maier viele Projekte anschieben und weiterführen“, sagt Heilinglechner. Die Arbeit des gelernten Forstwirts „wurde von allen Seiten sehr geschätzt“ und sei von Kreativität und „enormem Fachwissen“ geprägt gewesen.

Vor allem mit großen Baumpflanzaktionen trat Maier in Erscheinung. „Im Jahr 2019 wurden im bebauten Gebiet und im Wald 244 Bäume gepflanzt“, heißt es wörtlich in seinem Jahresbericht. Insgesamt acht Blühwiesen mit heimischen, insektenfreundlichen Pflanzen sollen in diesem Jahr auf seine Initiative hin noch entstehen. „Für den Umwelt- und Artenschutz sind solche Aktionen sehr wichtig“, erklärt Heilinglechner, „und für den Umweltbeauftragten sind sie mit viel Vorbereitungsarbeit verbunden“. Der Umweltreferent des Stadtrats, Dr. Hans Schmidt, bedauert den Abgang im Bauamt ebenfalls: „Herr Maier ist ausgewiesener Fachmann.“ Um die hohen Ziele des Stadtrats erreichen zu können, „braucht es als Nachfolger jemanden, der für das Thema brennt und der die Bürger dazu motivieren kann, ebenfalls aktiv zu werden“, meint Schmidt. „In meinen Augen spielt diese Person eine ganz zentrale, wichtige Rolle.“ Vor allem in den kommenden Jahren müsse man einen Fokus auf die Eindämmung des CO2-Ausstoßes legen, „und den beschlossenen Klimanotstand ernst nehmen“.

Lesen Sie auch: Wolfratshauser Stadtrat ruft Klimanotstand aus

Seit November 2019 gilt dieser in der Loisachstadt. Mit dem Ausrufen des Notstands verpflichtete sich der Stadtrat, verschiedene Maßnahmen zu ergreifen, um den CO2-Ausstoß dramatisch zu senken und den Naturschutz bei allen Entscheidungen zumindest in die Entscheidungsfindung mit einzubeziehen. Auch vor dem symbolträchtigen Notstand hatte sich der Stadtrat ambitionierte Klima-Ziele gesteckt: Vom Jahr 2014 bis 2022 sollten rund ein Viertel des Strom- und des Energieverbrauchs der Kommune eingespart werden. Nahezu die komplette Stromerzeugung, nämlich 92 Prozent, soll bis 2022 aus erneuerbaren Energien erfolgen.

Die Stelle wurde von der Stadtverwaltung ausgeschrieben und wird künftig „Fachkraft für Umwelt und Klimaschutz“ genannt. Bis Sonntag, 12. Juli, können sich bei der Stadt Bewerber melden, die ein abgeschlossenes Hochschulstudium und ein „ausgeprägtes Interesse und Engagement im Klimaschutz, Umwelt- und Energiebereich“ vorweisen können, wie es in der Stellenbeschreibung heißt. Zu den Aufgaben des neuen starken Manns im Wolfratshauser Klimaschutz sollen unter anderem Projektentwicklung, Umsetzung des Energienutzungsplans, das Schaffen von Anreizprogrammen und Umweltschutz-Maßnahmen gehören. „Die Expertise dieser Stelle kann für fast alle Bauanträge und städtische Maßnahmen sehr wichtig sein“, betont Heilinglechner die Bedeutung des Energie-Beauftragten. „Der Stadt sind Umwelt-, Arten- und Klimaschutz sehr wichtig.“

dst

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