S-Bahn-Ärger auf der Stammstrecke: Feuerwehreinsatz - Ein Bahnhof ist gesperrt 

S-Bahn-Ärger auf der Stammstrecke: Feuerwehreinsatz - Ein Bahnhof ist gesperrt 
+
Das Domizil der Feuerwehr am Hatzplatz: Bürgermeister und Stadträte denken über ein neues Gerätehaus an einem zentraleren Standort nach.

Pläne scheinen konkreter als bereits bekannt

Neues Feuerwehrhaus für die Flößerstadt ?

Bekommt die Wolfratshauser Feuerwehr bald ein neues Gerätehaus? Die Chancen nicht schlecht: Aus einem Gutachten geht hervor, dass die Lage des Gebäudes alles andere als ideal ist. 

Wolfratshausen– Bei einem Brand zählt jede Sekunde. Laut Gesetz muss die Feuerwehr spätestens zehn Minuten nach Eingang des Notrufs vor Ort sein. Wenn im südlichsten Teil von Waldram ein Feuer ausbricht, kann es allerdings ein wenig länger dauern. Auf dieses Problem wies der Ingenieur Stephan Rudolph die Stadträte im Januar vergangenen Jahres in einer Sondersitzung hin. Nun denkt die Kommune laut darüber nach, ein neues Gerätehaus für die Freiwillige Feuerwehr Wolfratshausen an einem zentraleren Standort zu errichten. Der Rathauschef hat bereits ein Grundstück für den Ersatzbau im Auge.

146 Seiten dick ist der Feuerwehrbedarfsplan, den Gutachter Rudolph aus Neu-Ulm erstellt hat. Darin ist auch zu lesen, dass es den Ehrenamtlichen oft nicht möglich ist, die im Bayerischen Feuerwehrgesetz verankerte Hilfsfrist von zehn Minuten zwischen Notruf und Ankunft am Einsatzort einzuhalten. Ein Grund: „Die Abfahrt vom Gerätehaus am Hatzplatz ist für die Feuerwehr ungünstig“, erklärt Rathauschef Klaus Heilinglechner im Gespräch mit unserer Zeitung. Die Verkehrssituation rund um das Gebäude am Bach 1 sei problematisch. Darüber hinaus ist der Süden Waldrams in den vergangenen Jahren sukzessive bebaut worden – die Wege aus der Altstadt dorthin wurden länger.

Andreas Spohn, Kommandant der Wolfratshauser Wehr, sieht ein weiteres Problem: Auf dem Hatzplatz, in unmittelbarer Nähe des Gerätehauses, soll ein Parkhaus für 150 Autos gebaut werden. Spohn schwant schon mit Blick auf die Bauphase nichts Gutes. Bürgermeister Heilinglechner, selbst seit gut 30 Jahren Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Weidach, teilt die Bedenken nicht. Experte Rudolph habe dem Stadtrat versichert, das weder die Baustelle noch das Parkhaus „die Situation dramatisch verschlechtern werden“. Trotzdem sind erste Überlegungen angestellt worden, ein neues Feuerwehrhaus zu bauen.

Auch interessant: Jahresversammlung der Wolfratshauser Feuerwehr: Nicht jeder Einsatz müsste sein

Die Pläne scheinen konkreter zu sein, als bislang bekannt war. Die Kommune hat nämlich bereits ein Grundstück fürs neue Gerätehaus im Auge. „Wir sind in Gesprächen mit dem Eigentümer“, sagt Heilinglechner auf Nachfrage. Sollte der Privatmann, dessen Namen der Rathauschef nicht preisgibt, seinen Grund und Boden an die Stadt verkaufen, soll auf dem Areal die Wolfratshauser Feuerwehr eine neue Heimat finden. Wo sich das Grundstück befindet, verrät der Rathauschef mit Hinweis auf die laufenden Verhandlungen nicht. Bis dato habe es lediglich erste Gespräche gegeben – „da ist noch nichts spruchreif“, betont der Bürgermeister.

Grundsätzlich müsse ein Grundstück diverse Anforderungen erfüllen, um für ein Feuerwehr-Gerätehaus in Frage zu kommen. „Die Fläche sollte relativ zentral liegen“, sagt Heilinglechner. Außerdem müsse das Gebäude für die Einsatzkräfte mit ihren Pkw gut erreichbar und bestmöglich an die Infrastruktur angeschlossen sein. Ganz wichtig: Das Grundstück müsse in der Größenordnung bebaubar sein, dass der Fuhrpark der Wehr mit aktuell zwölf Fahrzeugen und etlichen Anhängern beherbergt werden kann.

Lesen Sie auch: BRK-Bereitschaft Wolfratshausen feiert 120. Geburtstag

Der Stadtrat hat im Haushalt fürs laufende Jahr Geld für einen Grundstückskauf bereitstellen lassen. Der potenzielle Neubau des Gerätehauses findet sich in der städtischen Finanzplanung als „Merkposten“. Zurückzuführen sind diese Maßnahmen auf die Arbeit einer Lenkungsgruppe. Feuerwehrkommandanten, Bürgermeister und Mitarbeiter der Stadtverwaltung haben Ziele für die kommenden Jahre festgelegt – darunter besagten Gerätehausneubau.

Kurzfristig soll eine engere Verzahnung der beiden Feuerwehren in der Loisachstadt – Wolfratshausen und Weidach – für eine Verbesserung der Anfahrtszeiten sorgen. Laut Heilinglechner werden nach Notrufen im Falle des Falles beide Wehren parallel alarmiert. So sei sichergestellt, „dass mehr Personal im Einsatz ist und die Aktiven schneller zum Einsatzort gelangen“.

dst


Auch spannend: Heikler Brennstoff sorgt für Qual in Wolfratshausen

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Nach dem langen Winter sind die Bienen ausgehungert
Sie sind klein, aber der Nutzen der Bienen ist riesig: Mit unserer Serie „Vom Nektar zum Honig“ wollen wir die faszinierende Welt der Bienen näher vorstellen. Imkerin …
Nach dem langen Winter sind die Bienen ausgehungert
Kabarett mit Tiefgang statt öder Vorträge: Das Thema Sucht einmal anders
Kabarett mit Tiefgang statt öder Vorträge: Der Arbeitskreis Sucht beschritt in seiner Vollversammlung neue Wege.
Kabarett mit Tiefgang statt öder Vorträge: Das Thema Sucht einmal anders
Jahresversammlung: Egerländer Gmoi ist kulturelles Aushängeschild
Vorbildlich: Die Egerländer Gmoi Geretsried ist nicht nur die  mitgliedstärkste, sondern auch die aktivste in Deutschland. 49 von 254 Mitgliedern erschienen zur …
Jahresversammlung: Egerländer Gmoi ist kulturelles Aushängeschild
Strenge Regeln für Schlauchboot-Fahren auf der Isar - Kanuten wollen klagen
Diesen Sommer wird es zum ersten Mal klare Regeln für das Bootfahren auf der Isar geben: Nachts und vor dem 1. Juni ist der Fluss tabu. Kinder tragen Schwimmwesten - und …
Strenge Regeln für Schlauchboot-Fahren auf der Isar - Kanuten wollen klagen

Kommentare