+
Bleibenden Eindruck hinterlässt der Erinnerungsort Badehaus bei Polizeipräsident Robert Kopp und Eva Schichl (Mitte). Im Beisein der Vereinsvorsitzenden Dr. Sybille Krafft tragen sie sich ins Gästebuch ein. 

„Wir müssen all unsere Kräfte einsetzen“

Zeichen gegen Antisemitismus: Polizeipräsident besucht den Erinnerungsort Badehaus

  • schließen

Weltweit wurde am Montag der Opfer des Holocaust gedacht. In Zeiten, in denen Antisemitismus wieder verstärkt auftritt, war es Polizeipräsident Robert Kopp wichtig, ein Zeichen dagegen zu setzen.

Waldram – Anlässlich des internationalen Gedenktags statteten Polizeipräsident Robert Kopp, seine Stellvertreterin Eva Schichl und Beamte des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd sowie der Polizeiinspektion Wolfratshausen dem Erinnerungsort Badehaus in Waldram einen Besuch ab.

„Antisemitismus hat in einem freiheitlichen demokratischen Rechtsstaat keinen Platz – ganz egal aus welchen Motiven“, betonte Kopp nach einer Führung durch die Ausstellung. Kein Mitbürger solle heutzutage Angst haben müssen, weil er eine bestimmte Religion ausübe. „Auf jede Form der Hetze gegen Antisemitismus werden wir als Polizei offen und konsequent reagieren“, kündigte der Polizeipräsident an.

Das Badehaus sei ein idealer Lernort, um die jüngste Vergangenheit – gerade im Rahmen des Antisemitismus – zu begreifen, so Kopp. „Diese Prävention ist momentan aktueller denn je.“ Aus diesem Grund sei der Besuch „wichtig für uns als Menschen und Polizisten“. Der Polizeipräsident lobte die Arbeit der Ehrenamtlichen für den Erinnerungsort: „Hut ab vor so viel Engagement.“ Dr. Sybille Krafft, Vorsitzende des Badehaus-Vereins, freute sich über den hohen Besuch. „So sicher wie in den letzten zwei Stunden haben wir uns noch nie gefühlt“, sagte sie mit einem Augenzwinkern. Krafft schlug vor, das Badehaus künftig in die Ausbildung der Polizisten miteinzubinden. „Wir werden das Badehaus unseren Kollegen auch außerhalb der Ausbildung ins Bewusstsein rufen. An uns soll das nicht scheitern“, betonte Kopp.

Lesen Sie auch: Waldramer Badehaus leidet unter den Betriebskosten - und braucht Unterstützung

Tief beeindruckt zeigte sich Andreas Czerweny, Leiter der Polizeiinspektion Wolfratshausen. Von dem Besuch nehme er nicht nur traurige Eindrücke mit, sagte er. „Zu sehen, wie sich die Vertriebenen zusammengeschlossen haben und zusammen sind – das fand ich hochinteressant. Ich hätte gerne nochmal eine Stunde zuhören können.“

Auch der Vize-Polizeipräsidentin wird der Besuch in Erinnerung bleiben. „Als ich mitbekommen habe, welche Schicksale sich genau hier abgespielt haben, machte mich das fast ohnmächtig und sprachlos“, so Schichl. Aber Sprachlosigkeit sei das falsche Mittel. „Wir müssen all unsere Kräfte einsetzen, um diese Geschehnisse den Menschen wieder ins Bewusstsein zu bringen“, appellierte sie. „Und vor allem alles Menschenmögliche dafür tun, dass so etwas nie wieder passiert.“

kof

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

„Es geht zua wia d’Sau“: Camping-Plätze öffnen am Wochenende - Telefone stehen nicht mehr still
Ab diesem Wochenende dürfen die Camping-Plätze in Bayern trotz Corona-Krise wieder Touristen beherbergen. Seit der Bekanntgabe des Termins stehen die Telefone nicht mehr …
„Es geht zua wia d’Sau“: Camping-Plätze öffnen am Wochenende - Telefone stehen nicht mehr still
Münsinger hat neues Zuhause in Indien gefunden
Der Münsinger Georg Graf berichtet über das Leben und Arbeiten auf dem Subkontinent, über sein bedeutendes Ehrenamt und über die strikten Maßnahmen zur Eindämmung von …
Münsinger hat neues Zuhause in Indien gefunden
Verein Lebendige Altstadt rät: Stadt soll nicht an Attraktivitätssteigerungen sparen
Wegen dem Coronavirus kommt in Wolfratshausen das komplette Investitionsprogramm erneut auf den Prüfstand. Der Vorsitzender des Vereins Lebendige Altstadt setzt dabei …
Verein Lebendige Altstadt rät: Stadt soll nicht an Attraktivitätssteigerungen sparen
Genügsame Lückenfüller: Im Klosterbräustüberl sitzen Puppen auf leeren Stühlen
Kreativ in  der Krise: Wenn wegen Corona nicht jeder Platz besetzt werden darf, wirkt es etwas trist im Gastraum. Das Schäftlarner Klosterbräustüberl und das Eglinger …
Genügsame Lückenfüller: Im Klosterbräustüberl sitzen Puppen auf leeren Stühlen

Kommentare