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Mit Asbest belastet: Vier der sechs Garagen am Johannisplatz gehören der Stadt Wolfratshausen und werden jetzt abgerissen.

Asbestfund

Wegen Asbest: Stadt Wolfratshausen reißt Garagen ab

Bis in die neunziger Jahre wurde krebserregendes Asbest häufig auf Baustellen verwendet.  Auch sechs Garagen am Wolfratshauser Johannisplatz sind davon betroffen. 

Wolfratshausen – Am Johannisplatz stehen sechs Garagen. Vier davon gehören der Stadt und werden vermietet. Nun wurde bekannt, dass diese asbestbelastet sind. Die Kommune wird sie deshalb abreißen. Dass die Gefahr erst jetzt beseitigt werden soll, sorgte bei einem Stadtrat für mächtig Verdruss.

Das Landratsamt hatte vor einigen Monaten bei der Stadt nachgefragt, ob beim Dach der Anlage eine Belastung mit Asbest vorliegt, erklärte Bürgermeister Klaus Heilinglechner jüngst im Bauausschuss. Der TÜV Süd habe daraufhin ein Gutachten erstellt. Dieses ergab im September 2018, „dass aufgrund der starken Verwitterung der Wellasbestplatten eine erhöhte Faserfreisetzung nicht ausgeschlossen werden kann“, erläuterte Heilinglechner. Die Dacheindeckung sollte – so die Empfehlung – kurzfristig gegen ein neues Produkt ausgetauscht werden. Das Angebot einer Fachfirma für diese Arbeiten belief sich auf etwa 25 000 Euro.

Der Knackpunkt an der Sache: Zwei der insgesamt sechs Garagen gehören nicht der Stadt. Die Kommune hatte die Eigentümer deshalb angeschrieben „und um Kostenbeteiligung gebeten“, so Heilinglechner. „Bei der Gelegenheit wurde, im Hinblick auf die geplante Neugestaltung des Loisachufers, beiden Eigentümern der Ankauf ihrer Garage durch die Stadt Wolfratshausen angeboten.“ Einen Verkauf lehnten die Besitzer jedoch ab. Einer der beiden Eigentümer habe sein Bauwerk außerdem inzwischen saniert – und möchte sich nicht an dem Austausch der Dächer beteiligen.

Wie der Bauausschuss einstimmig beschloss, sollen die vier städtischen Bauten nun abgerissen werden. Über diesen Punkt gab es keine Diskussion, wohl aber über den Zeitpunkt der Entscheidung. „Vor sechs Jahren hat der Besitzer einer Garage bei der Stadt angefragt, ob die zusammengehörigen Bauwerke nicht gemeinsam saniert werden können“, erinnerte Grünen-Sprecher Dr. Hans Schmidt. Die Stadt lehnte damals ab. „Sowohl die Nachbarschaft als auch wir als Fraktion haben in den letzten drei Jahren die Verwaltung mehrmals auf die asbesthaltigen Moosbrocken hingewiesen, mit denen Kinder spielen“, so Schmidt. „Vergeblich“ habe man den Wunsch geäußert, dass die Situation geklärt wird.

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Erst nachdem Annette Heinloth, Grünen-Stadträtin und Mieterin einer der Garagen, die Untere Naturschutzbehörde im Landratsamt eingeschaltet habe, sei die Kommune aktiv geworden. „Warum hat es so lange gedauert, bis diese gesundheitskritische Situation bereinigt wurde?“, wollte Schmidt in der Bauausschusssitzung wissen. Bauamtsmitarbeiter Franz Hofner erklärte, dass sich die Situation seit der Anfrage vor sechs Jahren verändert habe. Nach dem neuerlichen Hinweis der Kreisbehörde habe die Stadt „sofort reagiert“. Schmidt blieb bei seiner Kritik. „Es geht auch um die Gesundheit von Kindern“, ergänzte er in einer Nachricht an unsere Zeitung.  

dst

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