Astrazeneca sollen im Freistaat bald nur noch Hausärzte verimpfen – an Personen über 60 Jahre.
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Der Staat tut viel, um Impfstoffe wie Astrazeneca vor dem Zugriff Unbefugter zu schützen.

Nach Warnungen vom Verfassungsschutz

Für Impfstoffe gelten ganz besondere Sicherheitsvorkehrungen

  • vonDominik Stallein
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Impfstoffe sind begehrt. Deswegen treffen die Behörden besondere Maßnahmen, um die Vakzine vor Kriminellen und militanten Impfgegnern zu schützen.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Wenn das Impfmobil unterwegs ist, dann weiß die Polizei Bescheid. „Wir informieren sie über unsere Routen“, erklärte der ärztliche Koordinator des Landkreises, Dr. Jörg Lohse, bei einer Online-Veranstaltung der Wolfratshauser Bürgervereinigung. Der stete Informationsfluss zwischen Uniformierten und medizinischem Personal sei notwendig.

„Es gibt Warnungen vom Verfassungsschutz, dass bundes- und landesweit Aktionen gegen die Impfungen geplant sein könnten.“ Extreme Impfgegner – so die Befürchtung – könnten versuchen, den Betrieb zu sabotieren. „Es gibt überall Personen, bei denen man nicht weiß, was sie vorhaben“, so Lohse. Wo das Impfmobil im Landkreis unterwegs ist, wird aus diesem Grund nicht öffentlich kommuniziert.

Auch die beiden Impfzentren – an der Kreisklinik Wolfratshausen und an der Asklepios-Klinik in Bad Tölz – stehen unter einem besonderen Schutz. „Sie werden durch einen Sicherheitsdienst und Vorkehrungen im Inneren der Gebäude geschützt“, erklärt Marlis Peischer, Pressesprecherin des Landratsamts, auf Nachfrage unserer Zeitung. Die Wachleute sind „rund um die Uhr im Einsatz“. Die Kreisbehörde hat dies nicht alleine entschieden: „Das offizielle Bayerische Impfkonzept sieht diese Sicherheitsmaßnahmen vor.“ Abgewehrt werden sollen nicht nur die von Lohse erwähnten militanten Impfgegner, sondern auch Kriminelle. Deren Begehrlichkeiten richten sich auf die Vakzine, die einen hohen Wert haben.

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Werden auch die Arztpraxen, in denen geimpft wird, mit solchen Sicherheitsmaßnahmen ausgestattet? „Damit ist aus unserer Sicht nicht zu rechnen“, so Peischer. Sicherheitsdienste vor Arztpraxen werde es vermutlich nicht geben. Im Landkreis ereigneten sich laut Landratsamt bislang keine „außergewöhnlichen Vorfälle“ oder Ausschreitungen. Organisierte Gruppen von renitenten Impfgegnern sind der Behördensprecherin bis dato „nicht bekannt“.

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