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Der Stadtrat hat sich entschieden: Durch Wolfratshausen wird bald eine Sicherheitswacht patrouillieren.

Stadtrat schenkt der Polizei Gehör

Wolfratshausen bekommt eine Sicherheitswacht 

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Die Stadt Wolfratshausen bekommt eine Sicherheitswacht. Mit der Entscheidung entspricht der Stadtrat dem Wunsch des Leiters der örtlichen Polizeiinspektion.

Wolfratshausen – In der Juni-Sitzung hatte der Erste Polizeihauptkommissar Andreas Czerweny für eine Sicherheitswacht geworben. Die Freiwilligen seien „Unterstützer“ der Ordnungshüter – „weder Bürgerwehr noch Hilfspolizisten“, betonte er. In 133 bayerischen Städten und Gemeinden gehen Ehrenamtliche bereits Streife, berichtete Czerweny.

Bürgermeister Klaus Heilinglechner sprach sich in der Stadtratssitzung am Dienstag für eine Sicherheitswacht aus. Nicht zuletzt, da das erhoffte plus an Prävention die Kommune keinen Cent kosten werde. Die Bezahlung – die Ehrenamtlichen erhalten eine geringe Aufwandsentschädigung – und die Ausbildung „liegen in der Hand der Polizei“, sagte der Rathauschef. Er hat schon ein Arbeitsfeld für die Bürgerpatrouille ausgemacht: Der schmale Fußweg zwischen Winklmeier-Blumen an der Bahnhofstraße und Weidach. Entlang der Loisach würden Schlauchbootfahrer („manchmal mit reichlich Alkohol im Gesicht“) regelmäßig ihren Müll hinterlassen. Sogar „wildes Urinieren“ musste der Bürgermeister in besagtem Bereich beobachten. Eine couragiert auftretende Sicherheitswacht – geschult in Deeskalationstaktik – könne diesem Treiben vielleicht einen Riegel vorschieben.

Sicherheit als Aufgabe des Staates?

Roswitha Beyer (SPD) hat ihre Meinung inzwischen geändert. Sie stimmte gegen eine Sicherheitswacht. Wolfratshausen „hat kein Sicherheitsproblem“, zitierte sie den ehemaligen Polizeichef Werner Resenberger. „Ich schaffe mir ja auch keine Krankheit an, nur weil die Pharmaindustrie ein Medikament dagegen entwickelt hat“, begründete Beyer ihr Nein.

„Wir haben objektiv betrachtet eine gute Sicherheitslage“, unterstrich Dr. Ulrike Krischke (Bürgervereinigung) In ihren Augen seien alle Wolfratshauser potenzielle Sicherheitskräfte, „wir brauchen keine speziellen Bürger“. Die Gewährleistung der Sicherheit sei „hoheitliche Aufgabe des Staates – und da soll sie auch bleiben“, betonte Krischke. Zudem betrachte die Polizeigewerkschaft das Projekt Sicherheitswacht sehr differenziert. So beschere die rund 40-stündige Ausbildung der Ehrenamtlichen den Ordnungshütern ein zusätzliches Personalproblem.`

Bürger, die nicht wegschauen, wenn Not am Mann ist

„Wenn die Polizei etwas möchte, dann sollten wir ihr Gehör schenken“, meinte Richard Kugler (parteifrei für die CSU). Er halte den Vorschlag von Czerweny für „super“. Gerlinde Berchtold (SPD) war nicht ganz so euphorisch, vertrat aber den Standpunkt: „Wenn die Polizei sich etwas davon verspricht, sage ich ja.“ Bürger, „die nicht wegschauen, wenn Not am Mann ist“, könne man unterm Strich nie genug haben.

„Wagen wir den Versuch“: Annette Heinloth (Grüne) stellte ihre Bedenken zurück – und die potenziellen Vorteile einer Sicherheitswacht in den Vordergrund. Da die noch zu findenden Freiwilligen „nicht in Scharen“ durch die Stadt streifen würden, stimmte sie wie 20 weitere Stadträte für den Beschlussvorschlag. Dagegen votierten Krischke, Beyer und Dr. Hans Schmidt (Grüne).

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