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Mächtig was los: Mo Büdinger malt mit Aquarellfarben, was ihren Wimmelfiguren ein pastelliges Aussehen gibt. Die Szene auf dem Foto stammt aus ihrem München-Wimmelbuch und zeigt das Treiben auf dem Viktualienmarkt

Stadt startet neues Buchprojekt

Wolfratshausen wimmelt

Wolfratshausen - Potsdam hat eines, München und viele andere Städte. Jetzt will auch Wolfratshausen ein Wimmelbilderbuch herausgeben. Mit bunten Zeichnungen und wenigen Worten soll darin die Stadtgeschichte von 1003 bis heute kindgerecht dargestellt werden.

Die Bilderbücher, in denen es vor Menschen, Tieren, Häusern und Autos nur so wimmelt, kennt jeder, der kleine Kinder hat. Ali Mitgutsch ist einer der bekanntesten Illustratoren solcher Werke. Dass es sie auch für Städte und Regionen gibt, hat Kulturamtsleiterin Marion Klement zufällig im Urlaub entdeckt. „Das wäre doch ein schönes und kommunikatives Wissensbuch über Wolfratshausen“, erklärte Klement am Donnerstag im Ausschuss für Kultur, Jugend, Sport und Soziales.

Die Kulturmanagerin hat bereits eine Künstlerin für das Projekt gefunden. Die Zeichnerin Mo Büdinger hat ein Wimmelbilderbuch für München erstellt. 

Zunächst soll das Buch in einer Auflage von 1500 Stück erscheinen. Erste Werbestation soll die Iloga 2016 sein. Das Konzept sieht so aus, dass auf acht Seiten die Geschichte der Stadt von der ersten Besiedelung im Jahr 1003 über die Burg und ihre Zerstörung, die Flößerei, das Marktwesen, den Schwedeneinfall und die Pest im 16. Jahrhundert bis zur Jetztzeit dargestellt wird. Auf der letzten Seite könnten die Loisachhalle, der Christkindlmarkt und eine Floßprozession zu sehen sein.

Die Illustratorin wird im Archiv und im Heimatmuseum recherchieren. Sie bekommt eine Stadtführung und fachliche Unterstützung vom ehemaligen Kulturreferenten Wiggerl Gollwitzer sowie von Johann Melf von der Stadtverwaltung. Das Wimmelbilderbuch soll etwas kleiner als die üblichen DINA4-Bücher ausfallen, damit es sich leicht in jeder Tasche verstauen lässt.

Gegen das Buch stimmte nur Roswitha Beyer (SPD). Die Stadt habe kein Geld für so etwas: „Unser Haushalt ist auf Kante genäht. Ich lehne es ab.“ Laut Klement werde sich das Buch durch den Verkauf refinanzieren. Das glaubt auch Renate Tilke (CSU). Sie spricht von „positiver Werbung für Wolfratshausen“ und einem „schönen Geschenk für Kinder“. Auch Markus Höft (Bürgervereinigung) und Fritz Meixner (SPD) gaben grünes Licht. Meixner schlug vor, Sponsoren für die Finanzierung zu finden. Das ist laut Klement aber nicht vorgesehen.

Für Sozial- und Familienreferentin Sibylle Ulbrich (Grüne) wäre das Wimmelbuch „schon mal ein Produkt für den Souvenirladen“. Wie berichtet gehört dieser zu dem Plan, den Wirtschaftsreferent Helmut Forster, für das einst für den Bürgerladen vorgesehene Gebäude am Untermarkt 10 ausgearbeitet hat. Ulbrich hätte allerdings lieber eine ihr bekannte Künstlerin aus der Region engagiert.

tal

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