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Freiluft-Vergnügen: Die Skater wünschen sich für ihren Trainingsplatz in Waldram eine Beleuchtungsanlage. Das Vorhaben scheitert am Veto des Landratsamts in Bad Tölz.

Bauausschuss zieht Antrag zurück

„Tut mir leid“: Darum gibt‘s für den Wolfratshauser Skatepark kein Licht

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Für den Skatepark an der B11 in Wolfratshausen gibt‘s keine Beleuchtungsanlage. Die Grünen können das nicht nachvollziehen.

Wolfratshausen – Den Wunsch hatten Teilnehmer des Jugendforums formuliert – und er stieß bei den Stadträten auf offene Ohren: eine Beleuchtungsanlage für den Skatepark in Waldram. Die Kreisbehörde jedoch macht der Kommune und den jungen Freizeitsportlern einen Strich durch die Rechnung. Das Landratsamt lehnt eine Beleuchtungsanlage ab. Das Grundstück liegt im planungsrechtlichen Außenbereich, das Kreisbauamt betrachtet die Anlage nicht als „privilegiertes Vorhaben“, und die Beleuchtung beeinträchtigt laut Landratsamt zudem den Naturschutz. Und: Eine Hochspannungsleitung der Bayernwerke, die diagonal über den Skaterplatz verläuft, spreche gegen das Bauvorhaben.

„Tut mir leid für die Skater“

„Es tut mir leid für die Skater“, betonte Gerlinde Berchtold (SPD) in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses. Aber man müsse akzeptieren, dass die Stromleitung dem Projekt im buchstäblichen Sinne im Weg steht. Berchtold regte an, den Jugendlichen „ein anderes Schmankerl“ in Aussicht zu stellen. Eventuell könnte sich die Stadt finanziell am Bau einer neuen Rampe auf dem Skatepark an der B11 beteiligen.

Das Argument der Unteren Naturschutzbehörde am Tölzer Landratsamt konnte Grünen-Sprecher Dr. Hans Schmidt nicht nachvollziehen. Dass Lichtquellen in der Nacht „störende Einflüsse auf die Tierwelt haben können“, leuchte ihm ein. „Aber was ist mit den die ganzen Nacht strahlenden Werbeleuchten im Gewerbegebiet und den Strahlern auf dem Geltinger Fußballplatz?“ Schmidt vertrat die Meinung, dass man es den Jugendlichen „gönnen“ sollte, im Frühjahr und Herbst „bis 21 oder 22 Uhr“ unter freiem Himmel skaten zu können. „Es geht also nicht um eine Bestrahlung über das gesamte Jahr, sondern um wenige Monate und das nur bis in den Abend und nicht die ganze Nacht.“ Schmidt rief dazu auf, dem Landratsamt zu widersprechen: „Wir sollten uns nicht einfach so abspeisen lassen.“ Zumal in einer „Vorbesprechung“ festgestellt worden sei, „dass auch die Leitung der Bayernwerke kein großes Hindernis darstellt, weil die vier Ecken des Skateplatzes außerhalb der Schutzzone liegen.“

Richard Kugler: Wunsch konterkariert Klimaschutz-Demos

Ganz anderer Ansicht war Stadtrat Richard Kugler (parteifrei für die CSU). Er verwies auf die Unterschriftenaktion für den Artenschutz („Rettet die Bienen“) und die „Fridays-for-Future“-Demonstrationen von Schülern und Studenten für mehr Klimaschutz. Eine Beleuchtungsanlage für einen Skatepark konterkariert in den Augen Kuglers eben jene Initiativen. Wer Natur- und Klimaschutz das Wort rede, „der muss dann auch mal damit leben, dass es kein Licht gibt“, stellte Kugler fest.

Der Bauausschuss entschied mit 9:1 Stimmen, den beim Landratsamt beantragten Vorbescheid für die Beleuchtungsanlage – die Planzeichnung stammt vom Architekten im Wolfratshauser Bauamt, Thomas Wenig – zurückzuziehen. cce

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