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Das umstrittenste der vier Projekte: die Coop-Wiese in Waldram.

Stadtrat beschließt umfangreichen Maßnahmenkatalog

Bis zu 100 bezahlbare Wohnungen

Wolfratshausen – Die Aufgabe ist sportlich: 90 bis 100 einkommensgeförderte Wohnungen möchte der Stadtrat in der Loisachstadt errichten. Auf vier Grundstücken sollen die Projekte Platz finden.

Geplant sind Neubauten an der Sauerlacher Straße 15 (altes Krankenhaus), an der Auenstraße, auf dem so genannten Klein-Anwesen an der Bahnhofstraße und auf der „Coop-Wiese“ in Waldram. Die Fraktionen der Bürgervereinigung Wolfratshausen (BVW), der Grünen und der SPD stellten in der Stadtratssitzung am Dienstagabend einen gemeinsam formulierten Antrag.

„Wir haben auf der Warteliste der Baugenossenschaft 300 Bewerber, die eine bezahlbare Wohnung in Wolfratshausen suchen“, betonte SPD-Fraktionschef Fritz Meixner die Dringlichkeit der Maßnahmen. Die einhellige Analyse der Antragssteller: „Es fehlt Wohnraum.“ Besonders für Geringverdiener sei der Engpass dramatisch.

BVW-Stadträtin Dr. Ulrike Krischke unterstrich, dass man mit dem Vorhaben nicht dem Siedlungsdruck von außerhalb nachgebe, sondern primär für Wolfratshauser bauen wolle. Richard Kugler (parteifrei für die CSU) bezweifelte, dass das möglich ist: „Wir können bei der Wohnungsvergabe niemanden bevorzugen.“

CSU-Fraktionschef Günther Eibl stieß ins selbe Horn: Bei einem Neubau der Städtischen Wohnungsbaugesellschaft (StäWo) an der Margeritenstraße sei rund die Hälfte der heutigen Mieter aus München und der Umgebung zugezogen. Auf Nachfrage von Rathauschef Klaus Heilinglechner (BVW), ob er dafür Belege habe, zitierte Eibl den Geschäftsführer der StäWo, Lothar Ortolf. „Das hat er in einer Verwaltungsratssitzung so gesagt“, bestätigte Renate Tilke (CSU). „Es wäre schön, wenn der Vorsitzende des Verwaltungsrates genauso gut informiert wäre wie Frau Tilke“, bemerkte Eibl in Richtung Bürgermeister. Heilinglechner ist der Vorsitzende des StäWo-Verwaltungsrates.

Dass der umfangreiche Antrag, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen von nur drei der vier Stadtratsfraktionen eingereicht wurde, ärgerte Dr. Manfred Fleischer (CSU). Aus der schon seit längerem existierenden Arbeitsgruppe Stadtentwicklung, der auch Vertreter der Christsozialen angehören, hätten sich BVW, SPD und Grüne herausgelöst und einen „Schattenarbeitskreis“ gegründet. Scheinbar, so Fleischers Einschätzung, hätten sich die Vertreter dieser drei Fraktionen bei der Vorbereitung ihres Plans „weniger Widerrede“ gewünscht. Die sei für ein erfolgreiches Resultat aber notwendig, urteilte Fleischer. SPD-Fraktionssprecher Meixner erwiderte, dass die CSU sehr wohl zu den vorbereitenden Treffen eingeladen gewesen sei. „Die CSU wollte aber nicht an dem Projekt mitwirken“, sekundierte Annette Heinloth (Grüne).

Eibl bezweifelt, dass Rat und Verwaltung die „Mammutaufgabe“ zeitnah bewältigen können. Diese erfordere nicht nur viel Vorabeit, sondern auch ein gut gefülltes Stadtsäckel. Neben den konkreten Projekten gelte es auch, die daraus resultierenden Infrastrukturmaßnahmen zu finanzieren. Eibl hätte es lieber gesehen, „erst einmal mit einem Projekt anzufangen“, als sofort vier Bälle in die Luft zu werfen. Eine kategorische Absage erteilte Eibl der am Dienstag gegen die Stimmen der CSU beschlossenen Bebauung der „Coop-Wiese“ in Waldram. Fleischer kritisierte mit scharfen Worten, dass die Entscheidung über die Köpfe der Waldramer hinweg getroffen werde. Kugler kündigte an, dass die CSU gegen die geplante Bebauung von „Waldrams grüner Lunge“ (Eibl) „kämpfen wird“.

dst

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