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Südstaaten-Blues der 1920er Jahre präsentierte das Duo „Black Patti“. 

Blues für ganz harte Kerle

Wolfratshausen – Stilsicher und authentisch gab sich das Duo „Black Patti“ bei seinem Konzert im Wolfratshauser D’Amato.

Blues aus den Südstaaten der 1920er und 30er Jahre präsentierten am Freitagabend im D’Amato zwei Musiker, die stilecht in Arbeiter-Jeans mit Hosenträgern auf der Bühne standen. Zwei Münchner Gitarristen, ausgestattet mit einer spitzbübischen Huckleberry-Finn-Mentalität. Sie nennen sich „Black Patti“ nach einem amerikanischen Label, das in den 1920er Jahren auf Schellackplatten Handmade-Musik produzierte. Jene Musik, die an Zeiten erinnert, als Gangs durch die Straßen von New Orleans streiften und aus den rauchigen Spelunken raue Männerstimmen „böse Lieder“ sangen – den Blues für harte Kerle.

Peter Crow C. ist ein Mann im „besten Alter“ und seit vielen Jahren auf den Jazzbühnen Europas unterwegs. Seinen bürgerlichen Namen Peter Krause empfindet er als Zumutung im Musikbusiness: „Mit so einem Namen lockst du bestenfalls die Heizdeckenfraktion an.“ Seit vier Jahren spielt an seiner Seite der 25-jährige Ferdinand Kraemer aus München alias „Mr. Jelly Roll“. Er beherrscht die Mandoline so authentisch und stilsicher, wie es einst die alten Haudegen aus Virginia, Texas oder Louisiana taten. Peter Krause dagegen ist ein Virtuose auf seiner Steelguitar. Er lässt den Klang mit dem Bottleneck (Flaschenhals) am Finger gefühlvoll zum Westernsound hinübergleiten. Wenn er nicht mit seiner trashigen Countrystimme singt, spielt er auf der Mundharmonika Klanggeschichten, die imaginär von rhythmisch stampfenden Lokomotiven erzählen.

„Pre War Country Blues“ nennt sich dieser spezielle Sound aus den Südstaaten. „Es ist eine Teufelsmusik“, sagen Krause und Kraemer. In ihr vereinen sich Elemente der ursprünglichen Sklavenmusik mit dem stoischen Stiefelabsatz-Takt der Cowboys. Der Stil ist vergleichbar mit einer dezenteren Variante des Boogie Woogies. Der erst 25 Jahre alte Ferdinand Kraemer liebt diese Form von Blues, weil er „alle Stilfacetten vereint, die auch die Basis in der modernen Musik darstellen“, erklärt er sein Faible für die afroamerikanische Musik, die er bereits im Alter von 16 Jahren für sich entdeckt hat. Inzwischen beherrscht er seine Mandoline so perfekt, dass er sie an diesem Abend bei einem Tripple-Tanz im Kreis des D’Amato-Publikums über Kopf hält, während er einen dynamischen Tremolo spielt. Dieser ganz bestimmte Stil sei „die schwarze Seite der Mandoline“, erklärt Kraemer die Spieltechnik der farbigen Südstaatenmusiker.

Als Duo „Black Patti“ präsentierten Kraemer und Krause eigene Kompositionen und Traditionelles. Es war ein musikalisches Konglomerat aus Country und Ragtime, aus Spirituals und den ursprünglichen Arbeiterliedern der Sklaven auf dem Feld. Für das begeisterte Publikum war das ganz sicher kein Teufelszeug, wie die Münchner es ihnen zuvor angekündigt hatten, sondern eher ein „himmlisches“ Konzertvergnügen durchaus passend in die Vorweihnachtszeit. 

Andrea Weber

Info

Das Duo „Black Patti“ ist am 11. November 2016 wieder zu Gast in der Wolfratshauser Musikbar D’Amato.

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