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Einstimmig angenommen: Die Nachbarschaftshilfe Bürger für Bürger will sich professioneller aufstellen und hat deshalb eine Satzungsänderung beschlossen. Rechts im Bild der Vorsitzende Peter Lobenstein.

Mitgliederversammlung

Bürger für Bürger: 7665 Stunden im Einsatz

Mehr Unterstützung durch die Stadt wünscht sich die Nachbarschaftshilfe Bürger für Bürger.

Wolfratshausen Seit 27 Jahren folgt die Nachbarschaftshilfe Bürger für Bürger (BfB) dem Motto, im Bedarfsfall schnell und unbürokratisch zu helfen. Vorsitzender Peter Lobenstein, der das Amt vor einem Jahr von Christina Freundorfer übernommen hatte, blickte am Anfang der Mitgliederversammlung im Sportheim des Isar-Loisach-Stadions auf eine „neue, sehr interessante Zeit“ zurück und kündigte kommende Aktionen des Vereins an.

„79 Helfer waren 7.665 Stunden im Einsatz, das kann sich sehen lassen“, sagte Lobenstein. Insgesamt unterstützen sogar 1.178 Mitglieder den Verein. Das Prinzip ist einfach und funktioniert vielleicht gerade deshalb so reibungslos: Hilfesuchende zahlen einen kleinen Obolus. Helfer erhalten eine Aufwandsentschädigung und erfahren eine Aufwertung ihrer Tätigkeit. Die Leitungsaufgaben des Vorstands und der einzelnen Ressortbeauftragten werden ehrenamtlich erbracht.

Dennoch strebt die Nachbarschaftshilfe zumindest eine Teil-Professionalisierung an. Eine diesbezügliche Änderung in der Vereinssatzung wurde am Mittwochabend einstimmig beschlossen. „Wir wollen aber nicht in Konkurrenz mit bestehenden Diensten wie beispielsweise der Seniorenhilfe Oberland treten“, stellte Lobenstein klar. Um Anregungen zu sammeln, werden die BfB im Dezember die Nachbarschaftshilfe in Taufkirchen besuchen. Der Vorsitzende kündigte zudem weitere Beteiligungen an den Runden Tischen „Sozialkreis Nord“ und „Älterwerden in Wolfratshausen“ an.

Nebenher läuft natürlich der Alltagsbetrieb in den einzelnen Ressorts weiter. So berichtete Schriftführerin Daniela Satzinger, dass noch Babysitter gesucht werden. In einer Datei waren 2016 immerhin 30 Namen aufgelistet. Gut angenommen wird das von Ninon Vogt-Grassl geleitete Ressort Kinderpark. „Mit viel Spaß und Einfühlungsvermögen werden die Kleinsten auf den Kindergarten vorbereitet und die Eltern entlastet“, sagte Vogt-Grassl. Allein im vergangenen Jahr wurden nach ihren Angaben in fast 700 Helferstunden 755 Kinder betreut.

Hinzu kommen Mutter-Kind- und Vorkindergartengruppen. Vorsitzender Lobenstein gab in diesem Zusammenhang bekannt, dass der Lions-Club München-Isartal 2.000 Euro für die Ausstattung eines Kinderspielplatzes gespendet hat.

Zudem bieten die BfB eine Dienstleistungsbörse an, in der sich derzeit 14 Helfer engagieren. Dabei handelt es sich zum Beispiel um kleine Reparaturen im Haus, Gartenarbeit oder Einkaufshilfen. Groß ist auch die Resonanz auf die Freizeitbörse. „Es fanden 58 Veranstaltungen mit insgesamt 879 Teilnehmern statt“, berichtete Gisela Moutschka.

Geld für Aktivitäten nahm der Verein unter anderem auf dem Frühjahrsbasar im katholischen Pfarrheim in Waldram ein. Dabei boten 169 Verkäufer rund 8.000 Artikel an. Mehr als die Hälfte der 7665 BfB-Helferstunden wurden in der Seniorenhilfe und beim Seniorentreff geleistet. Auch dort zeigt sich, dass sich die Nachbarschaftshilfe unentbehrlich gemacht hat. Grund genug für Lobenstein, sich „zukünftig eine stärkere Unterstützung durch die Stadt“ zu wünschen.

Peter Herrmann

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