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Kämpfen weiter für die Welle: Stefanie Kastner, Vorsitzende des Vereins „Surfing Wolfratshausen“, sowie Sepp Schwarzenbach (mit Hut), Vorsitzender der Jungen Union Wolfratshausen und erklärter Befürworter des in Weidach geplanten Projekts.

Wolfratshauser initiiert über Nacht Spendenaktion

Wolfratshausen: Bürger werfen Rettungsanker für die Surfwelle

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Die Surfwelle in Wolfratshausen ist tot, es lebe die Surfwelle: Über Nacht hat ein Bürger eine Spendenaktion ins Leben gerufen - die Resonanz ist riesig.

Wolfratshausen – Der Frust nach der Stadtratssitzung war groß bei den Fans der Surfwelle. Wie berichtet hat es das Gremium am Dienstagabend mehrheitlich abgelehnt, die aktuelle Finanzierungslücke von rund 65 000 Euro zu schließen. „Damit ist das Projekt Surfwelle in Wolfratshausen beendet“, stellte Rathauschef Klaus Heilinglechner (BVW) nach der Abstimmung fest. Doch noch in der Nacht wich die Enttäuschung bei den Wellen-Freunden konstruktiver Geschäftigkeit: Tilo Scheck startete eine weitere Spendenaktion – nur zwölf Stunden später hatte er nach eigenen Worten bereits verbindliche Zusagen „über mehr als 30 000 Euro“.

„Das kann‘s nicht gewesen sein“

Scheck ist weder Mitglied des Vereins „Surfing Wolfratshausen“ noch hat er jemals auf einem Board gestanden. „Ich bin einfach nur ein engagierter Bürger“, sagt der 43-jährige Wolfratshauser im Gespräch mit unserer Zeitung. Seit gut einem Jahr setze er sich hinter den Kulissen für das in Weidach geplante Vorhaben ein. „Ich bin am Dienstag nach der Stadtratssitzung aus dem Sitzungssaal und habe mir gedacht: Das kann’s nicht gewesen sein.“

Scheck richtete spontan den E-Mail-Account welle-wir-machens@web.de ein – an diese Adresse kann jedermann seine Spendenzusage senden. In den nächsten Stunden, das erklärte Scheck am Mittwochmittag, werde ein Konto eingerichtet, auf das das Geld überwiesen werden könne – Stichwort Crowdfunding. Details „geben wir schnellstmöglich bekannt“. Sollten alle Stricke reißen, das heißt, die Welle definitiv nicht gebaut werden, bekomme jeder Spender sein Geld zurück. Der Verein „Surfing Wolfratshausen“ steuerte sein Netzwerk zur Verbreitung des Spendenaufrufs bei. „Die Resonanz ist riesig“, berichtet Scheck. Zusagen von bis zu 5000 Euro von Privatpersonen seien eingegangen, besonders freut sich der 43-Jährige über die E-Mail eines Schülers aus Wolfratshausen: „Der spendet 100 Euro von seinem Taschengeld.“

Facebook-Post des Vereins schon gut 50 Mal geteilt

Der Rettungsanker für die Surfwelle (#savethewave) wurde am Mittwoch durch die sozialen Netzwerke ausgeworfen, geteilt wurde der Facebook-Post des Vereins bis gegen Abend gut 50 Mal – unter anderem von der Grünen Jugend im Landkreis. Dazu muss man wissen: Rund 61 000 Euro Spenden hat der rührige Verein um seine Vorsitzende Stefanie Kastner in den vergangenen Monaten bereits gesammelt – und erfüllte damit eine Bedingung des Wolfratshauser Stadtrats.

Der erneute Vorstoß „ist definitiv nicht sinnlos“, sagt Bürgermeister Klaus Heilinglechner. Er ist ein erklärter Befürworter der Welle und hofft, dass die jüngste Entscheidung des Stadtrats nicht der Todesstoß für das Projekt war. In einem Telefongespräch mit dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) in Rosenheim, das für die Vergabe der Leader-Fördermittel zuständig ist, sei ihm am Mittwochmorgen versichert worden: 271 000 Euro Zuschuss fließen, „wenn die Gesamtfinanzierung des Projekts steht“. Unterm Strich sei es laut AELF egal, ob die Kommune die Finanzierungslücke von rund 65 000 Euro schließt – oder das Loch durch „Mittel von Dritten“ gestopft werde. Hauptsache, die Gesamtfinanzierung lasse sich „belastbar nachweisen“, ein Teilbetrag zum Beispiel durch den Auszug eines Spendenkontos. Heilinglechner kündigte gegenüber unserer Zeitung an, dass er am Mittwochnachmittag versuchen werde, die mündlichen Aussagen des Amtsmitarbeiters in schriftlicher Form zu bekommen.

Zeitfenster droht sich zu schließen

Das Zeitfenster drohe sich zu schließen, warnt der Rathauschef. Es gebe in Bayern mehr als 50 Leader-Management-Gruppen, die in den Fördertopf der EU greifen wollten. Wenn die Wolfratshauser Welle nicht rasch vor dem Ertrinken gerettet werde, würden die in Aussicht gestellten 271 000 Euro in andere Regionen fließen. Wann sich das Fenster schließt, „das kann ich im Moment nicht sagen“, so Heilinglechner. Wer die Surfwelle retten wolle, müsse „so schnell wie möglich aktiv werden“. cce

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