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Herr über die Kakaobohne: Chocolatier Georg Bernhofer hat sein Handwerk bei Lindt & Sprüngli erlernt. 

Paradies für Schleckermäuler

Chocolatier eröffnet Manufaktur an der Marktstraße

99 verschiedene Schokoladensorten – von Vollmilch über Bitter, von Nougat-Brotaufstrichen über Schokogenuss zum Trinken – das produziert Georg Bernhofer künftig in Wolfratshausen. Am 9. September eröffnet der 34-Jährige eine „Chocoladenmanufaktur und Genusswerkstatt“ am Obermarkt 16 bis 18.

Wolfratshausen – In diesem Gebäude war bis vor zwei Jahren das Foto-Fachgeschäft „Speedy“ untergebracht. Bernhofer möchte dem lange leer gestandenen Laden ein ganz neues Gesicht geben: Eine offene Küche, in der der Gast jeden Produktionsschritt verfolgen kann, gepaart mit dem „Wahnsinns-Flair“, das Bernhofer an und in dem Gebäude ausgemacht hat, soll dem Besucher ein ansprechendes Ambiente bieten.

Sein Handwerk lernte der gebürtige Weilheimer bei Lindt & Sprüngli in Aachen, dem größten Tochterwerk des weltweit bekannten Schweizer Unternehmens. „Da habe ich alles gesehen, was man für die Schokoladenproduktion wissen muss“, sagt der 34-Jährige rückblickend. Anschließend studierte er Lebensmitteltechnik in Trier. Jahre später machte sich Bernhofer daran, eigene Kreationen auszuprobieren. In der Küche seines Vaters in Weilheim experimentierte er mit Kakao, Nougat, Nüssen und Krokant, bis er die perfekten Mischungen gefunden hatte. Sein Credo: „Echte Handarbeit mit guten Zutaten und besonderen Rezepturen“ – der Unternehmer möchte keinesfalls Massenware produzieren.

Seine eigenen Schoko-Kreationen verkaufte der selbst ernannte „Schokoholic“, der also nicht genug von der braunen Köstlichkeit bekommen kann, zunächst auf Messen, an Feinkostläden oder an Budenbetreiber von Weihnachtsmärkten. „Ich wollte einfach ausprobieren, ob meine Waren den Leuten überhaupt taugen“, sagt er über seine Anfänge in der Selbstständigkeit. Sein Schluss: „Es taugt ihnen.“

Das zog Veränderungen in der Logistik seiner Manufaktur nach sich: Die Produktionsstätte – die Küche des Vaters – wurde zu klein. „Wir sind mit der Herstellung dort nicht mehr hinterhergekommen“, sagt er. Der Erfolg wurde zu einem Problem. Deshalb suchte der Schokoladenliebhaber eineinhalb Jahre lang nach einem neuen Standort für sein „Baby“, wie er das Geschäft liebevoll nennt.

Ursprünglich wollte er ein Café mit seiner Manufaktur verbinden, dieser Plan scheiterte aber an „sehr hohen Auflagen“. Also entschied er sich dafür, die Produktionsstätte mit einem Verkaufsraum zu verbinden. Fündig wurde er am Obermarkt, im ehemaligen „Foto Speedy“, inmitten einer „lebens- und liebenswerten Kleinstadt“, wie er sagt. Sie soll ein Zuhause werden. Nicht nur für Bernhofer selbst und seine 99 Schokosorten. Auch für „Liebhaber der gehobenen Patisserie, Gourmets und Genießer“.

Dominik Stallein

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