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Applaus, Applaus: Der Kabarettist Christian Springer trat zum 100. Geburtstag der AWO im Krämmel-Foyer auf.

Kabarett

Christian Springer: Ein bissiger AWO-Gratulant

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Die Arbeiterwohlfahrt lädt sich zu ihrem 100. Geburtstag einen prominenten Gast ein.

Wolfratshausen – Bereits im Juni erinnerten der Ortsverband der Arbeiterwohlfahrt (AWO) und das AWO-Demenzzentrum mit einem Festakt in der Geltinger Kulturbühne Hinterhalt an das 100-jährige Gründungsjubiläum des Sozialverbands (wir berichteten). Damals waren die Schauspielerin Johanna Bittenbinder und ihre Tochter Veronika zu Gast. Nun gaben sich das junge A-cappella-Ensemble „FarbTon“ und der bekannte Kabarettist Christian Springer im Krämmel-Forum die Ehre.

„Ich komme gerne nach Wolfratshausen, auch wenn’s hier bei meinen Auftritten immer regnet“, erklärte Springer. Zur AWO pflegt der 54-Jährige ein besonderes Verhältnis. Der Verband hatte ihn schon in den 1980er Jahren als damals noch unbekanntes Mitglied des Kabarett-Trios „Fernrohr“ gebucht. „Wir haben dadurch viel Bühnenpräsenz in München und Umgebung bekommen.“ Zu dieser Zeit studierte der Münchner noch die ungewöhnliche Fächerkombination Semitistik, Philologie des christlichen Orients und bayerische Literaturgeschichte. Für weitaus größeres Aufsehen sorgte allerdings sein schlecht gezielter Eier-Wurf auf den damaligen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß. „Versehentlich habe ich den CSU-Generalsekretär Gerold Tandler getroffen“, berichtete Springer. Das Ergebnis: eine Übernachtung im Gefängnis, 5000 Mark Geldstrafe und der endgültige Entschluss, auf der Bühne als Kabarettist dauerhaft verbal zurückzuschlagen. Seine im Studium erworbenen Arabisch-Kenntnisse kamen Springer später bei seinen humanitären Einsätzen in Syrien, Jordanien und im Libanon zugute.

Marie Juchacz hätte dieses Engagement sicherlich gefallen. Sie gründete 1919 die AWO, die mittlerweile in ganz Deutschland rund 210 000 hauptamtliche Mitarbeiter beschäftigt und seit 1946 auch in Wolfratshausen aktiv ist. „Derzeit haben wir 113 Mitglieder“, berichtete Ortsvorsitzende Gerlinde Berchtold. Zum umfangreichen Aufgabengebiet gehören die Nachmittagsbetreuung von Schulkindern und Freizeitangebote für Senioren. So veranstaltet die AWO im Oktober eine Reise an die Adria, für die bereits 40 Teilnehmer zugesagt haben.

Noch wichtiger sei aber der Glaube an die AWO-Grundwerte. „Freiheit, Toleranz, Gleichheit werden leider auch heute noch in vielen Ländern zugunsten wirtschaftlicher Interessen unterdrückt“, bedauerte Dieter Käufer, Leiter des AWO-Demenzzentrums am Paradiesweg. Nach 18-jähriger Tätigkeit gab Käufer vor den rund 100 Besuchern im Krämmel-Foyer offiziell seinen Abschied bekannt. „Es war eine tolle Zeit. Ich höre mit Wehmut auf“, sagte er. Landrat Josef Niedermaier, der ebenso wie Bürgermeister Klaus Heilinglechner zu den Ehrengästen gehörte, würdigte den Einsatz von Käufer und seinen Mitstreitern mit einem kurzen Satz: „Es ist gut, dass es Sie gibt.“ 

ph

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