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Feierte 90. Geburtstag: Christina Bergmann.

1,5 Millionen Euro für die Krebsforschung

Christina Bergmann wird 90: „Solange mich der Herrgott lässt, sammle ich weiter“

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90. Geburtstag feierte kürzlich Christina Bergmann. Die Wolfratshauserin sammelt seit 25 Jahren Spenden für die Krebsforschung. Ans Aufhören denkt sie noch lange nicht. 

Wolfratshausen – Der 90. Geburtstag? Wird völlig überbewertet. Das ist zumindest die Meinung von Christina Bergmann aus Wolfratshausen. Nicht einmal Freunde und Bekannte wollte sie kürzlich an ihrem Jubeltag einladen. Nur einer Person öffnete sie dann doch die Haustür: Bürgermeister Klaus Heilinglechner, einer ihrer ehemaligen Schüler, kam mit einem großen Blumenstrauß zum Gratulieren. Doch auch er wurde zum Schweigen verpflichtet. „Sonst kommen womöglich noch Reporter, die über mich schreiben oder mich gar loben wollen.“ Das aber möchte die rüstige Jubilarin auf keinen Fall.

Obwohl, zu berichten gäbe es weiß Gott genug. Und zu loben erst recht. Seit 25 Jahren setzt sich die ehemalige Lehrerin für die Kinderkrebsforschung ein. Durch den Verkauf von Kalendern konnte sie bisher sage und schreibe 1,5 Millionen Euro an die Teams der Haunerschen Kinderklinik, des Klinikums Großhadern und der Aktion Knochenmarkspende Bayern (AKB) übergeben. „Jeder Cent, der gespendet wird, kommt zu 100 Prozent an“, wird Christina Bergmann nicht müde zu betonen. „Dafür stehe ich ein.“

Anlass für ihr Lebenswerk war die Erkrankung eines Kindes in einer ihrer damaligen Schulklassen. „Da habe ich gesehen, wie schwer es ist, Forschungsgelder zu bekommen.“ Ganz bewusst setzt sie mit ihrer Unterstützung darauf, wie man der lebensgefährlichen Krankheit medizinisch begegnen kann – um sie eines Tages hoffentlich zu besiegen. „Das ist viel wichtiger als Spielzeug.“

„Ich war glücklich, die schönen Berge zu sehen“

Geboren wurde die heute 90-Jährige im Riesengebirge, wo ihre Mutter unterhalb der Schneekoppe ein Skihotel führte. Die junge Christl musste schnell den Umgang mit den rutschigen Brettern lernen: „Anders wären wir gar nicht in die Schule gekommen.“ Das frühe Training zahlte sich aus: Bergmann nahm erfolgreich an zahlreichen Ski-Abfahrtsrennen teil. Dann kam der Zweite Weltkrieg und die Familie musste ihre Heimat verlassen. Dank einer „Reihe von Wundern“ landete sie im letzten Sammeltransport nach Bayern und erreichte 1946 Bad Wiessee: „Und ich war glücklich, die schönen Berge zu sehen. Skifahren war mein Leben.“

Bergmann ließ sich zur Lehrerin ausbilden. „Meine erste Klasse hatte 68 Kinder. Mei, das war was.“ 1954 heiratete sie einen Kollegen, wurde Mutter eines Sohnes. Dann kam die erste „feste Stelle“ in Beuerberg. 14 Jahre später wechselte sie an die Grundschule Weidach, wo sie bis zu ihrer Pensionierung unterrichtete.

Der Rest ist Geschichte: Christina Bergmann begann für die Kinderkrebsforschung zu sammeln. Jahr für Jahr bietet sie neue Kalender mit gemalten Kinderbildern zum Kauf an. „Und solange mich der Herrgott lässt, sammle ich weiter“, betont die 90-Jährige. sh

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