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Die Agentur für Arbeit legte am Dienstag den Arbeitsmarktbericht für März 2020 vor. Die Auswirkungen der Corona-Krise schlagen sich darin noch nicht nieder. 

Zahl der Arbeitslosen ist gesunken

Arbeitsmarkt: Corona-Auswirkungen noch nicht abzuschätzen

  • vonPeter Borchers
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Wie wirkt sich die Corona-Pandemie auf den Arbeitsmarkt aus? Und wie rüsten sich  Arbeitsagentur und Jobcenter? Dazu äußert sich Michael Vontra.

Bad Tölz-Wolfratshausen– Wie sich die Corona-Pandemie auf den Arbeitsmarkt auswirken wird, sei schwer abzuschätzen, sagt Michael Vontra. „Denn der Stichtag, also der Tag, an dem wir die Daten für den Berichtsmonat März erhoben haben, war der 12. März.“ Erst vier Tage später hätten die Maßnahmen der Politik die wirtschaftlichen Aktivitäten stark eingeschränkt, so der kommissarische Leiter der Agentur für Arbeit in Rosenheim. „Die seitdem sehr dynamische Entwicklung lässt eine genauere Prognose auf die Kurzarbeit, Arbeitslosigkeit und Beschäftigung frühestens ab dem nächsten Monat zu.“ Somit würde die tatsächliche Lage auf dem Arbeitsmarkt aufgrund der Corona- Krise mit den aktuell vorliegenden Daten noch nicht abgebildet.

Zahl der Arbeitslosen auf 7890 gesunken

Insgesamt ist die Arbeitslosenzahl zwischen dem 13. Februar und dem 12. März im Agenturbezirk, der Stadt und Landkreis Rosenheim sowie die Landkreise Miesbach und Bad Tölz-Wolfratshausen umfasst, um 570 Betroffene auf 7890 gesunken. Die Zahl liegt damit um 310 über dem Vergleichsmonat des Vorjahrs. Die Arbeitslosenquote insgesamt beträgt 2,6 Prozent. Der Wert liegt um 0,2 Prozentpunkte unter dem des Vormonats und ist um 0,1 Prozentpunkte höher als vor einem Jahr.

Der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen weist im März eine Arbeitslosenquote von 2,2 Prozent auf (Vormonat: 2,5; März 2019: 2,1). Das entspricht 1528 beschäftigungslosen Bürgern. Davon sind 1061 Männer und Frauen, 204 weniger als vor einem Monat, in den Agenturen Bad Tölz und Wolfratshausen gemeldet. 467 Betroffene, zwölf weniger als im Februar, sind im Jobcenter Bad Tölz-Wolfratshausen als arbeitslos registriert. Insgesamt betreut das Jobcenter 1764 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 1395 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.

Besonders geforderte Bereiche personell aufgestockt

In diesen Krisenzeiten bündeln Arbeitsagentur und Jobcenter laut Vontra ihre Ressourcen: „Für uns hat die Existenzsicherung für Unternehmen und Arbeitnehmer jetzt die oberste Priorität. Die Geldleistungen müssen schnell fließen. Dafür haben wir unsere Organisation binnen einer Woche intern umgestellt. Zum einen haben wir die nun besonders geforderten Bereiche personell aufgestockt. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem Vermittlungsgeschäft oder der Berufsberatung unterstützen bei der Telefonie, der Beratung von Unternehmen und Beschäftigten zu Kurzarbeit oder bei der Abarbeitung der eingegangenen E-Mails.“

Zudem habe man zusätzliche Telefonnummern eingerichtet. So sind die Agenturen für Arbeit in Bad Tölz und Wolfratshausen unter der Nummer 0 80 41/7 85 45 55 erreichbar, das Jobcenter Bad Tölz-Wolfratshausen unter der Nummer 0 80 41/7 85 47 77 zu erreichen. Vontra: „Da zurzeit keine persönlichen Kundengespräche stattfinden können, haben wir neben der Telefonie unser Online-Angebot nochmals deutlich erweitert. Alle Informationen stehen gebündelt auf unserer Internetseite www.arbeitsagentur.de.“ 

peb

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