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Jeder Kilometer hilft

Corona: Wolfratshauser organisieren Benefizaktion für angeschlagene Vereine

Die Corona-Krise hat Auswirkungen auf zahlreiche Organisationen. Um vier Wolfratshauser Vereine zu unterstützen, haben Dr. Ulrike Krischke, Tilo Scheck und Jan Görner eine Benefizaktion organisiert.

Wolfratshausen – Bewegung ist gut für die Gesundheit. Wer vom 17. bis 19. Juli sportlich unterwegs ist, kann nicht nur für sich selbst etwas Gutes tun. Um vier Wolfratshauser Vereine zu unterstützen, die durch die Corona-Krise arg gebeutelt sind, organisieren Dr. Ulrike Krischke, Tilo Scheck und Jan Görner einen Spendenlauf der besonderen Art. 

Wolfratshauser organisieren Spendenlauf der besonderen Art

Der Erlös geht an den Erinnerungsort Badehaus, die Klecks-Schule der Phantasie, die Nachbarschaftshilfe Bürger für Bürger sowie den Verein Arbeit für Jugend. Unter dem Motto „Füreinander bewegen“ kann jeder mitmachen – egal, ob Radfahrer, Inline-Skater oder Jogger. Egal, ob jung oder alt.

„Ich wollte schon länger etwas für die Wolfratshauser Vereine tun“, erklärt Tilo Scheck in einer Online-Pressekonferenz seine Motivation. „Gerade in der Corona-Krise war das noch drängender.“ Weil große Benefizveranstaltungen momentan nicht möglich sind, suchte Scheck nach einem Format, an dem sich möglichst viele Menschen beteiligen können. Es entstand die Idee eines Charity-Laufs.

„Füreinander bewegen“: Jeder kann mitmachen

Das Konzept ist einfach erklärt: Wer mitmachen möchte, meldet sich auf der Homepage der Organisatoren an und geht dann in der Zeit von Freitag, 17. Juli, bis Sonntag, 19. Juli, auf seiner Lieblingsstrecke laufen, radeln oder skaten. Im Vorfeld suchen sich die einzelnen Sportler Unterstützer aus der Familie oder dem Freundeskreis, die pro zurückgelegtem Kilometer einen bestimmten Betrag spenden – beispielsweise einen Euro für je 1000 Meter. Die so erlöste Geldsumme überweisen die Teilnehmer direkt an einen der vier genannten Vereine.

Tilo Scheck, einer der Organisatoren der Benefizaktion.

Neben Einzelpersonen können auch Firmen, Familien und Vereine gemeinschaftlich an der Aktion teilnehmen. Als sportlichen Anreiz gibt es in drei verschiedenen Altersklassen eine Tempo-Wertung: Die jeweils schnellsten männlichen und weiblichen Läufer im Alter von 13 und 14 Jahren, 15 und 16 Jahren sowie ab 17 Jahren können bei der „Rennsemmel“-Wertung Sachpreise gewinnen. Auch die Teilnehmer, die die höchste Geldsumme erzielen, erhalten einen Preis. Für das spendenfreudigste Unternehmen gibt es einen Pokal.

Jeder entscheidet selbst, wie weit, wann und wo er laufen möchte

Dass die Sportler wegen Corona nicht gemeinsam an den Start gehen können, sieht Scheck nicht als Nachteil: „Jeder kann für sich selbst entscheiden, wie weit, wann und wo er laufen möchte.“ Durch einheitliche T-Shirts, die jeder Teilnehmer kauft, könne trotzdem so etwas wie ein Gemeinschaftsgefühl entstehen, „wenn man sich unterwegs zufällig trifft und ins Gespräch kommt“. Die Shirts wurden von hiesigen Firmen gesponsert. Sie werden für sieben Euro bei der Anmeldung verkauft, davon gehen vier Euro an die Vereine.

Ausgewählt wurden von den Initiatoren vier Organisationen, „die in verschiedenen Bereichen eine gute und wichtige Arbeit machen“, so Tilo Scheck. Auf der Homepage stellen sich die Vereine in kurzen Interviews vor. So erklärt Badehaus-Chefin Dr. Sybille Krafft, dass ihr Verein das Spendengeld in die Arbeit mit Zeitzeugen investieren möchte: „Wir haben bereits weit über 30 Interviews aufgenommen, aber wir wollen diesen Schatz gerne noch ausweiten und an die nächsten Generationen weitergeben.“

Spenden gehen an vier Wolfratshauser Organisationen

Der Vorsitzende von „Bürger für Bürger“, Peter Lobenstein, betont, wie wichtig die Benefizaktion für die Nachbarschaftshilfe ist: „Wir hatten während der Corona-Krise keinerlei Einnahmen. Aber unsere fixen Kosten, zum Beispiel Mieten und Versicherungen, laufen ja trotzdem weiter. 

Etliche unserer Angebote finanzieren wir ausschließlich aus Spendengeldern. Daher sind wir sehr froh und dankbar für die Entscheidung, dass unser Verein Einnahmen aus dem Spendenlauf erhält.“

dst


Während bei den Sportvereinen im Landkreis manche Sparten überlaufen werden, schwinden bei anderen die Mitglieder. EineStatistik des Bayerischen Landessportverbands gibt Aufschluss über Gewinner und Verlierer. Und die Indoor-Sportler im Landkreis dürfen seit Montag wieder die Hallen nutzen. Nur wie - das macht vielen Vereinen Kopfzerbrechen.

Infos und Anmeldung

www.fuereinander-bewegen.de

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