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Geballte CSU-Pro minenz am S-Bahnhof: Ilse Aigner, Martin Bachhuber, Alexander Radwan und Joachim Herrmann diskutierten über den öffentlichen Nahverkehr. 

S-Bahn-Verlängerung: „Ich bin nicht schuld an der Aufschiebung“

CSU diskutiert am Wolfratshauser S-Bahnhof mit Bürgern

Die geballte CSU-Prominenz hat sich am Samstagnachmittag bei Regen in einem blauen Pavillon vor dem Wolfratshauser S-Bahnhof versammelt. Etwa 40 Interessierte wollten mit den  Politikern über den öffentlichen Nahverkehr diskutieren.

Wolfratshausen – Etwa 40 Interessierte – unter ihnen Landrat Josef Niedermaier – drängten sich unter das von Susanne Thomas, CSU-Ortsvorsitzende in Wolfratshausen, und ihren Helfern aufgebaute Infozelt, um mit Innenminister Joachim Herrmann, der stellvertretenden Ministerpräsidentin Ilse Aigner, dem Bundestagsabgeordneten Alexander Radwan und dem Stimmkreis-Abgeordneten Martin Bachhuber über den öffentlichen Nahverkehr zu diskutieren.

„Schienenverkehr muss erweitert werden“

„Der Schienenverkehr im Oberland muss angesichts der stetig wachsenden Bevölkerung und der angestrebten Energiewende dringend ausgebaut und erweitert werden“, forderte Herrmann. Die Erkenntnis sei für ihn nicht gerade neu. Schon vor drei Jahrzehnten habe sein Parteifreund Edmund Stoiber die S-Bahn-Verlängerung nach Geretsried gefordert – von der man derzeit damit rechnet, dass 2023 beziehungsweise 2024 mit dem Bau begonnen werden kann. Im Idealfall könnte Ende 2028 die erste S-Bahn nach Geretsried fahren.

„Ich bin aber nicht schuld daran, dass es so lange dauert“, beteuerte Herrmann. Wie berichtet musste das für den Landkreis so wichtige Infrastrukturprojekt aufgrund von Planungsänderungen, etwa der Tieferlegung der Gleise an der Sauerlacher Straße in Wolfratshausen, immer wieder aufgeschoben werden. Herrmann ist froh, dass endlich eine „Konsenslösung“ gefunden wurde, mit der auch Wolfratshausen gut leben kann. „Hätte die Stadt vor dem Bundesverwaltungsgericht geklagt, wäre die Verzögerung noch größer gewesen.“

Ein Projekt, das der Region hilft

Neben der S-Bahn-Verlängerung soll auch die Elektrifizierung der Bayerischen Oberland Bahn vorangetrieben werden, die mit Dieselloks verkehrt. Radwan und Aigner hoben zudem den dringend erforderlichen Bau der zweiten Stammstrecke in München hervor. „Das ist ein Projekt, das nicht nur München, sondern vor allem der Region hilft“, sagte Aigner.

Bei der Diskussion am S-Bahnhof begrüßte Josef Kellner, Vorsitzender der Bürgerstiftung Energiewende Oberland, die erläuterten Maßnahmen, forderte aber auch mehr Querverbindungen im Oberland. „Der Verkehr richtet sich sternenförmig nach München“, stellte er fest und regte er an, dass zwischen den Landkreisen Miesbach, Bad Tölz-Wolfratshausen und Weilheim-Schongau zumindest Schnellbusse für Pendler eingerichtet werden.

Verkehrschaos wird sich verschärfen

Johannes Schneider, Vorsitzender des Vereins „S 7 Verlängerung jetzt“, bedauerte, dass der Ausbau frühestens in elf Jahren abgeschlossen sein wird. „In den nächsten Jahren wird sich das Verkehrschaos in Wolfratshausen aufgrund des wachsenden Zuzugs in der Region weiter verschärfen“, sagte er. Schon jetzt seien viel mehr Seitenstraßen in der Umgebung des Bahnhofs zugeparkt, als dies früher der Fall war.

Dass das von Geretsrieder nach Wolfratshausen verlaufende Industriegleis in die S-Bahn-Verlängerungsmaßnahmen integriert werde, forderte Heinz Wensauer aus Wolfratshausen. Herrmann, Niedermaier, Radwan und Herrmann erteilten diesem Vorschlag eine klare Absage. Diese Maßnahme wäre mit so viel Kosten- und Planungsaufwand verbunden, dass das ganze Projekt gefährdet oder zumindest noch mehr verzögert werden würde, argumentierten sie. „Es ist die Quadratur des Kreises: Neue Planungen und Schnelligkeit würden sich kaum miteinander vereinen lassen“, erklärte Radwan.

Peter Herrmann

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