Warnung für München: KATWARN löst wieder aus - Heftige Gewitter mit extremem Starkregen kommen

Warnung für München: KATWARN löst wieder aus - Heftige Gewitter mit extremem Starkregen kommen
+
Machen gute Miene zu dem aus ihrer Sicht bösen Spiel: Rita Schmid (li.) und Barbar a Kastl-Schramm, die nach wie vor das Rathauscafé pachten wollen.

Stadtrat durchkreuzt Pläne der Pächterinnen

Wolfratshauser Rathauscafé: Pächterinnen fühlen sich „kaltschnäuzig abgefertigt“

  • Carl-Christian Eick
    vonCarl-Christian Eick
    schließen

Sie wollten das seit Mai 2019 leer stehende Rathauscafé in Wolfratshausen zeitnah übernehmen. Doch jetzt fühlen sich die designierten Pächterinnen vom Stadtrat „kaltschnäuzig abgefertigt“.

Wolfratshausen – „Wir sind sehr, sehr enttäuscht“, sagt Rita Schmid (68). Die Betreiberin des „Kaffee-Ratscherl“ an der Königsdorfer Straße und die Konditorin Barbara Schramm-Kastl (53) wollten zeitnah das seit Mai 2019 leer stehende Rathauscafé übernehmen. Doch der Stadtrat habe sie „kaltschnäuzig abgefertigt“, so Schmid. „Wir wollen keine Extrawürste“, betont Schramm-Kastl, aber die Kernsanierung der städtischen Immobilie sei die Grundvoraussetzung für die geplante Nutzung als gastronomischen Betrieb – „und die kostet natürlich viel Geld“. Nicht zuletzt, weil die Kommune gut 25 Jahre „nichts“ in das Gebäude investiert habe.

Stadtrat streicht Produktionsstätte von To-do-Liste

Die Weichen für die Wiedereröffnung des Rathauscafés schienen gestellt. Mit Schmid und Schramm-Kastl standen zwei potenzielle Pächterinnen Gewehr bei Fuß, der Stadtrat stellte 445 000 Euro für die Sanierung des Objekts bereit. Doch inzwischen liegt eine grobe Kostenschätzung auf dem Tisch: Die „Maximallösung“ (Bürgermeister Klaus Heilinglechner) inklusive Produktionsstätte im Untergeschoss schlägt mit rund einer Million Euro zu Buche. Viel zu teuer, urteilten die Stadträte mit Ausnahme von Manfred Menke (SPD) – und strichen wie berichtet die von den designierten Pächterinnen gewünschte Produktionsstätte von der To-do-Liste.

Ihr gastronomisches Konzept fürs Rathauscafé entspreche exakt der Ausschreibung der Kommune, sagt Schmid im Gespräch mit unserer Zeitung: „Frühstück, kleine frische Mittagsgerichte, am Abend nach Möglichkeit längere Öffnungszeiten und ab und zu Veranstaltungen.“ Von Anfang an sei klar gewesen, dass ein Raum für die Produktion von Torten und Pralinen sowie für die Zubereitung von Frühstücken und Mittagessen im Untergeschoss unverzichtbar sei. Das hätten sie gegenüber dem Bürgermeister stets zum Ausdruck gebracht – und so sei es auch im Vorvertrag mit der Stadt fixiert worden.

Erst zur Begehung eingeladen, dann wieder ausgeladen

Was die zwei potenziellen Pächterinnen wundert: Immer wieder sei erklärt worden, welche zentrale Bedeutung dem Rathauscafé im Rahmen der geplanten Aufwertung der Innenstadt zukomme. Doch die Bitte, dass der Stadtrat das Objekt noch einmal mit ihnen gemeinsam besichtigt, bevor er über die Sanierung entscheidet, sei ungehört verhallt. Erst wenige Tage vor der Ratssitzung sei eine Begehung erfolgt. „Zu der waren wir zunächst eingeladen, wurden dann aber wieder ausgeladen“, berichtet Schramm-Kastl.

Die beiden Damen sehen sich durch das Nein zu einer rund 100 Quadratmeter großen Produktionsstätte komplett ausgebremst. Im Erdgeschoss, im Café mit 40 Sitzplätzen sowie einer angrenzenden Küche, „können nicht parallel noch Torten gebacken und Pralinen hergestellt werden“, so die Fachfrauen. „Selbstverständlich übernehmen wir alle Kosten für die komplette Ausstattung des Betriebs“, beteuert Schmid. Doch der Vermieter stehe in ihren Augen in der Pflicht, für die Rahmenbedingungen zu sorgen, die einen Gastronomiebetrieb möglich machen. „Und die Rahmenbedingungen definieren sich nicht zuletzt aufgrund der gesetzlichen Verordnungen und Richtlinien“, ergänzt Schramm-Kastl und schiebt zwei Stichworte nach: Brandschutz sowie Lebensmittelrecht.

Schramm-Kastl: „Die Tür ist noch nicht zu.“

„Die Tür ist noch nicht zu“, sagt Schramm-Kastl, sie und Schmid seien nach wie vor „sehr gerne“ bereit, das Café zu pachten. Aber der Austausch der insgesamt vier Lüftungsanlagen (dazu zählt die Anlage im Untergeschoss) – der Planer der Städtischen Wohnungsbaugesellschaft (StäWo) schätzt die Gesamtkosten auf rund 300 000 Euro – sei nicht ihre Aufgabe, so die Konditorin. Zudem sei der Großküchenplaner Alex Beat, der sie und Schmid berate, in puncto Lüftungsanlagen auf weniger als die Hälfte der Summe gekommen.

Schramm-Kastl, Schmid und Beat setzen nun auf ein Gespräch mit Robert Alischer, Bauingenieur in den Reihen der StäWo, das Alischer angeboten habe. „Vielleicht gibt’s doch eine einvernehmliche Lösung“, hofft Schramm-Kastl.

Ein Café ist besser als nie gebaute Parkhäuser

Noch überwiegt Enttäuschung. Dass der Stadtrat „ganz lapidar“ festgestellt habe, dass der Pachtvertrag fürs Rathauscafé neu ausgeschrieben werde, falls Schmid und Schramm-Kastl das Handtuch werfen, „das tut weh“, gibt das Duo zu. „Andere sperren zu, wir wollen starten“, gibt Schmid zu bedenken. Sie habe den Eindruck, dass die Stadt an einer konstruktiven Zusammenarbeit mit ihnen gar nicht interessiert sei.

Schramm-Kastl: „Nochmal – es geht nicht um Sonderwünsche, aber wir brauchen eine sanierte Gebäudehülle.“ Ein Café im Herzen Wolfratshausens, fügt sie sarkastisch an, „bringt für die gewünschte Attraktivitätssteigerung der Stadt sicherlich mehr als Parkhäuser, für die die Kommune viel Geld ausgegeben hat, die aber nie gebaut worden sind“. cce

Lesen Sie auch:

Stadtrat fällt weitreichende Entscheidung

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Andreas Vogelmeier wird neuer Pfarrer der Geretsrieder Stadtkirche
Seine Zeit war von Anfang an begrenzt: Der Pfarrer der katholischen Stadtkirche, Stefan Scheifele, wird Geretsried wieder verlassen. Aber es gibt einen Nachfolger.
Andreas Vogelmeier wird neuer Pfarrer der Geretsrieder Stadtkirche
Kostenlose Corona-Tests für Reiserückkehrer: Hausärzte an Grenze der Belastbarkeit
Kostenlose Corona-Tests für Reiserückkehrer: Hausärzte an Grenze der Belastbarkeit
Ergiebiger Regen: Hochwasser-Vorwarnung für Isar und Loisach
Die ergiebigen Niederschläge seit Sonntag haben am Montagnachmittag zu einer Vorwarnung vor Hochwasser für den Landkreis durch das Wasserwirtschaftsamt Weilheim geführt.
Ergiebiger Regen: Hochwasser-Vorwarnung für Isar und Loisach
Keine Werbung, kein Zuschuss: Stadt lässt Kulturveranstalter abblitzen
Der Wolfratshauser Stefan Eckardt und der Münchner Dr. Harry Rosenkind schufen quasi aus dem Nichts eine Open-Air-Reihe, um notleidenden Künstlern eine Plattform zu …
Keine Werbung, kein Zuschuss: Stadt lässt Kulturveranstalter abblitzen

Kommentare