Rehe knabbern gerne junge Triebe an. Um den Schaden in Grenzen zu halten, gibt es Abschussquoten, die sich aus dem forstlichen Gutachten ergeben.
+
Rehe knabbern gerne junge Triebe an. Um den Schaden in Grenzen zu halten, gibt es Abschussquoten. Sie ergeben sich aus dem forstlichen Gutachen, das alle drei Jahre erstellt wird.

Wild und Wald im Einklang

Das forstliche Gutachten steht wieder an - Appell an Jäger und Waldbesitzer

  • Volker Ufertinger
    vonVolker Ufertinger
    schließen

Das forstliche Gutachten birgt eine gewisse Brisanz. Nicht so im Nordlandkreis: Hier machen Jäger und Waldbesitzer gemeinsame Sache.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Wie alle drei Jahre steht auch 2021 in Bayern wieder das forstliche Gutachten an. Ziel ist es, festzustellen, wie es um die Waldverjüngung und vor allem um den Verbiss durch Wild steht. Auf dieser Grundlage werden die Abschusspläne erstellt. Das forstliche Gutachten ist vom Gesetz vorgeschrieben, um Wild und Wald in Einklang zu bringen. Durchgeführt wird es vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten.

Anderswo gibt es um dieses Thema Konflikte: Die Waldbesitzer wünschen sich zum Schutz der jungen Bäume mehr Abschuss, die Jäger finden die Abschussquoten zu hoch. Anders im Nordlandkreis. Hier rufen die Jagdkreisgruppe Wolfratshausen, die Arbeitsgemeinschaft der Jagdgenossenschaften und die Waldbesitzervereinigung Wolfratshausen in einer Presseerklärung dazu auf, sich zu beteiligen.

Es geht vor allem um die Jagdreviere

Ihr gemeinsamer Appell: Alle Jagdpächter und Waldbesitzer mögen bis 28. Februar für ihr Jagdrevier eine sogenannte Revierweise Aussage beantragen. „Diese können sehr gut aufzeigen, welche Baumarten in einem Jagdrevier ohne wesentliche Schäden durch Wildverbiss aufwachsen und wo klimastabile Wälder entstehen können“, so Josef Brunner von der Jagdkreisgruppe Wolfratshausen. Hubert Köglsperger von der Arbeitsgemeinschaft der Jagdgenossenschaften und Johann Killer von der Waldbesitzervereinigung Wolfratshausen schließen sich diesem Appell an.

Ein Mischwald, der dem Klimawandel trotzen kann, ist laut Pressemitteilung für alle Parteien wichtig, nicht nur für die Waldbesitzer. „Er bietet auch dem Wild einen attraktiven Lebensraum, vielfältige Nahrung und Deckung und führt zu einem besseren Gesundheitszustand des Wildes“, heißt es darin. Auch die Gesellschaft profitiere von stabileren Wäldern mit einer Mischung verschiedener Baumarten. Tatsache sei aber auch, dass sich in diesen Wäldern die Sichtbarkeit des Wildes verringert. „Dies erschwert die Bejagung, die allein schon durch den zunehmenden Freizeitdruck immer aufwendiger wird.“

Anträge müssen bis 28. Februar gestellt werden

Ab etwa Mitte März geht es raus in den Wald, dann wird der Umfang des Verbisses durch die Förster erhoben. Anhand dieser Zahlen bewerten sie, ob in den fünf Hegegemeinschaften des Nordlandkreises der Schaden durch Verbiss tragbar ist. Diese Gutachten lassen aber keine Beurteilung auf der Ebene der einzelnen Jagdreviere zu. Hierfür sind die „revierweisen Aussagen“ erforderlich. Diese müssen in den Hegegemeinschaften, die vor drei Jahren eine „tragbare Verbissbelastung“ aufgewiesen hatten, extra beantragt werden.

Lesen Sie auch: Was machen Waldbesitzer im Winter?

In Dietramszell, Egling, Eurasburg und Münsing müssen daher entweder ein Jagdpächter, ein Waldbesitzer oder die Jagdgenossenschaft aktiv einen Antrag bis zum 28. Februar an das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten oder beim zuständigen Förster stellen. „Die Revierweisen Aussagen sind wesentliche Grundlage für die Abschusspläne für Rehwild und versachlichen zudem die oft emotional geführten Diskussionen“, so Josef Brunner. Für die Mehrheit der Jäger hätten sich die revierweisen Aussagen auch als eine Bestätigung ihres verantwortungsvollen Umgangs mit dem Wald herausgestellt.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare