Im Handwerk würde sich Kreishandwerksmeister Martin Reiter über zusätzliche Auszubildende sehr freuen. dpa
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Handwerker tragen bei Kundenterminen derzeit normalerweise FFP2-Maske. Gut möglich, dass sie demnächst einen Negativtest vorweisen müssen.

„Das wird sicher noch spannend“

Auch Handwerker stellen sich auf Testpflicht ein

  • Volker Ufertinger
    vonVolker Ufertinger
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Bis jetzt arbeiten Handwerksbetriebe nach den allgemeinen Infektionsschutzregeln. Doch die Branche stellt sich darauf ein, demnächst Negativtests machen zu müssen.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Die Zahl der Infizierten steigt, der Ruf nach flächendeckenden Tests wird lauter. Kann es also sein, dass demnächst auch Handwerker einen Kundentermin nur mit Negativtest wahrnehmen dürfen? Die Branchen bereiten sich darauf vor. „Da laufen momentan Gespräche im Fachverband“, erklärt August Spohn vom gleichnamigen Heizungs- und Sanitärbetrieb in Wolfratshausen. „Das wird sicher noch spannend.“

Spohn gibt zu, dass seine Branche unter dem Lockdown bislang relativ wenig gelitten hat. „Das Büro war zu, aber ansonsten hatten wir viel zu tun, vielleicht mehr als vorher.“ Freilich sind beim Kundentermin die Hygieneregeln zu beachten, vor allem das Tragen einer FFP2-Maske. „Ein schönes Arbeiten ist es nicht, aber es geht halt nicht anders“, sagt er. Ein bisschen sind die Mitarbeiter an derartige Einschränkungen gewöhnt, das Tragen von Handschuhen etwa ist bei bestimmten Tätigkeiten gang und gäbe. Auch die meisten Kunden sind nach seiner Erfahrung einsichtig und tragen Mund-Nasen-Bedeckung.

Sollte es in den nächsten Tagen angeordnet werden, dass die Mitarbeiter regelmäßig getestet werden müssen, würde sich Spohn nicht dagegen sperren. Er wünscht sich nur, dass seine Mitarbeiter keine Zeit verlieren und lange in einer Schlange stehen müssen. „An der Teststation am Schwankl-Eck hat es sich am Montag ziemlich zurückgestaut, so groß war die Nachfrage“, sagt er. Für einen Handwerksbetrieb wie seinen ist Zeit Geld.

Hans Hauptenbuchner von der gleichnamigen Spenglerei in Weidach hat, Stand jetzt, keine Vorgaben von der Handwerkskammer. Auch nicht das Tragen von Masken. Das findet er richtig so. „Bei uns arbeiten zu 99 Prozent die gleichen zwei, drei Leute an der frischen Luft, was soll da passieren?“ Etwaige Regularien wären in seiner Branche „Schwachsinn“. Wenn sie kämen, könnte er nichts dagegen tun. Aber leichter würde es natürlich nicht werden, gerade jetzt, da das Gewerbe nach dem Winter wieder Fahrt aufnimmt. „Wir haben ordentlich zu rödeln.“

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Kreishandwerksmeister Martin Heimgreiter aus Waakirchen hätte keine grundsätzlichen Einwände gegen eine Testpflicht. „Wir müssen alle zusammenhelfen, dass wir den Schmarrn loswerden“, sagt er. Das Handwerk habe – abgesehen von Bereichen wie Friseure oder Gastronomie – den großen Vorteil, gut durch die Krise gekommen zu sein. „Das Jammern müssen wir anderen überlassen.“ Dass sich das Virus in bestimmten Gewerken verstärkt ausgebreitet hat, glaubt er nicht. „Gehört habe ich nichts, und bei den Fachverbänden hat man mir gesagt, dass es dazu keine Statistiken gibt“, so Heimgreiter. Dennoch: Sicher ist sicher. Wenn eine Testpflicht gewünscht wird, „dann soll es eben so sein.“

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