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Plakat am Bergkramerhof
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„Keine Pestizide“: Diese Verpflichtung hat sich Dr. Josef Hingerl, Betreiber des Golfplatzes Bergkramerhof, 2014 auf die Fahne geschrieben.

Einstimmiger Beschluss des Stadtrats

Keine Bodenuntersuchungen mehr am Bergkramerhof

  • Carl-Christian Eick
    vonCarl-Christian Eick
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Der Bergkramerhof ist sauber. Nachdem ein Labor festgestellt, dass die Schadstoffbelastung minimal ist, stellt der Stadtrat die regelmäßige Beprobung ein.

Wolfratshausen – „Ein Umweltskandal“: Im Frühjahr 2013 schlug der damalige Leiter des Gesundheitsamts in Bad Tölz, Dr. Franz Hartmann, lautstark Alarm. Nachdem das Wasserwirtschaftsamt Weilheim im Wasserschutzgebiet über den Dächern Wolfratshausens coliforme Keime festgestellt hatte, verlangte Hartmann, den Golfplatz Bergkramerhof zu schließen. Denn: Die Keime wurden in einer Probe nachgewiesen, die aus einem Revisionsschacht auf dem weitläufigen Gelände des Bergkramerhofs stammte. Nun hat der Stadtrat einstimmig beschlossen: Die jährliche Entnahme von Bodenproben auf dem Golfplatzgelände wird eingestellt.

Keine Chemie auf dem Golfplatz - auch keine erlaubte

An den gefundenen Keimen entzündete sich 2013 ein heftiger Streit. Neben Gesundheitsamtschef Hartmann an vorderster Front: Grünen-Stadtrat Dr. Hans Schmidt sowie der Golfplatzbetreiber und Rechtsanwalt Dr. Josef Hingerl. Schmidt warf Hingerl vor, illegal Pflanzenschutzmittel auf dem Golfplatz ausgebracht zu haben, der Jurist hielt mit derselben Vehemenz dagegen. Nicht zuletzt, weil Experten zu dem Schluss kamen, dass die Schadstoffe im 70 Meter tiefen Brunnen kaum etwas mit den Verhältnissen an der Oberfläche zu tun haben könnten. Schließlich kam’s nach langem Hin und Her zu einer mehr oder minder gütlichen Einigung: Die Stadt Wolfratshausen überwacht durch regelmäßige Bodenbeprobungen die Schadstoffentwicklung im Bereich Bergkramerhof – und Hingerl machte aus der Not eine Tugend: Sein Golfplatz ist inzwischen nach seinen Worten „der erste ökologische Golfplatz in Deutschland“. Seit 2014 verzichte er bei der Rasenpflege gänzlich auf den den Einsatz von chemischen Hilfsmitteln – auch von erlaubten.

Grund zu Beanstandungen gab’s vonseiten der Behörden nicht mehr. Immer wieder wurden in den vergangenen Jahren Bodenproben gezogen und analysiert – die Kosten dafür musste übrigens Hingerl übernehmen. Zuletzt, im Jahr 2019 sowie 2020, stellte das von der Kommune beauftragte Ingenieurbüro GHB Consult GmbH in Starnberg fest: Sämtliche Analyseergebnisse liegen „unter der Nachweisgrenze des Labors“ und „deutlich“ unter den Grenzwerten, die in der Trinkwasserverordnung festgelegt sind. Nach der Analyse der am 8. Juli dieses Jahres gezogenen Bodenprobe teilte das Ingenieurbüro dem Wolfratshauser Rathauschef mit: „Eine Gefährdung des hier maßgeblichen Wirkungspfades und letztlich auch des Trinkwassers der Stadt Wolfratshausen ist ausgeschlossen.“ Weitere Untersuchungen, so die Experten, seien nicht notwendig.

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Dieser Empfehlung folgte der Stadtrat in seiner Sitzung einstimmig. Die jährliche Bodenbeprobung „und Gefährdungsbeurteilung im Hinblick auf die Schadstoffentwicklung auf der Fläche des Golfplatzes am Bergkramerhof“ wird bis auf Weiteres eingestellt. Die Variante, statt wie bisher jährlich künftig alle fünf Jahre Bodenuntersuchungen durchzuführen, verwarfen die Bürgervertreter.

Er wolle Hingerl nichts unterstellen, betonte Schmidt mit einem Lächeln. „Aber wir wollen doch den Druck aufrecht halten“, so der Grünen-Stadtrat. Denn durch die Entscheidung, vorläufig auf die bis dato regelmäßige Bodenbeprobung zu verzichten, „bleiben wir flexibel“, erklärte Schmidt. Der Stadtrat habe jederzeit die Möglichkeit, eine Beprobung und Analyse in Auftrag zu geben.

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