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Herbert Strabel war Oscar-Preisträger - und niemand wusste es. 

Niemand in der Stadt wusste etwas davon

Das große Oscar-Geheimnis des toten Rentners aus Wolfratshausen

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Völlig unbemerkt von der Öffentlichkeit hat jahrzehntelang ein Oscar-Preisträger in Wolfratshausen gelebt. Erst nach seinem Tod kam alles heraus. 

Wolfratshausen – Der gebürtige Berliner Herbert Strabel, ein berühmter Filmarchitekt, wohnte unerkannt mit seiner Frau an der Gebhardtstraße in Wolfratshausen. Erst durch eine Todesanzeige, die im Isar-Loisachboten sowie in der Berliner Morgenpost erschien, kam die Sache heraus. Am 21. Oktober, kurz nach seinem 90. Geburtstag, ist Strabel in einem Pflegeheim friedlich eingeschlafen.

Niemand kannte seine Oscar-Vergangenheit

Dass der Wahl-Wolfratshauser ein Künstler von internationalem Rang ist, erfuhren selbst die Betreuer erst nach dem Tod von Strabels Frau im März dieses Jahres. Als die Wohnung an der Gebhardtstraße aufgelöst wurde und der Witwer in das Holzkirchner Pflegeheim umziehen musste, fanden die Betreuer die Oscar-Statue in einer Vitrine im Wohnzimmer. Das Erstaunen war groß, darüber hatte der Mann mit der Berliner Schnauze nie eine Silbe verloren? Eine Internet-Recherche brachte an den Tag, um wen es sich bei dem freundlichen, aber stets unverbindlichen Nachbarn handelte: Nämlich um den Oscar-Preisträger des Jahres 1973 für das Szenenbild zum Filmmusical „Cabaret“.

Geboren wurde Herbert Strabel 1927 in Berlin. Schenkt man dem Internetportal „filmportal.de“ Glauben, kam er nach der Kriegsgefangenschaft an der Ostfront 1953 zum Film. Für den Streifen „Das Bad auf der Tenne“ arbeitete er mit dem Filmarchitekten Rolf Zehetbauer zusammen – zum ersten Mal. Viele weitere gemeinsame Produktionen sollten folgen, etwa die Ausstattung für „Max, dem Taschendieb“ mit Heinz Rühmann, „Das hab ich von Papa gelernt“ mit Axel vom Ambesser. Oder eben für „Cabaret“.

Das Filmmusical bedeutete nicht nur den internationalen Durchbruch für die Darsteller Fritz Wepper und Liza Minelli, sondern auch für die Bühnenbildner Strabel, Zehetbauer und Hans-Jürgen Kiebach. In der Folge übernahm der Berliner mehrfach die Ausstattung von englischsprachigen Filmen in den Bavaria-Filmstudios, etwa „Aus dem Leben der Marionetten“ des schwedischen Regisseurs Ingmar Bergmann. Angeblich Mitte der 1970er Jahre zog der gefragte Künstler dann von München nach Wolfratshausen.

Strabels Karriere ging weiter steil bergauf: 1980 stattete er Rainer Werner Fassbinders „Lili Marleen“ aus, 1983 die Verfilmung von Michael Endes Kinderbuchklassiker „Die unendliche Geschichte“ durch Wolfgang Petersen. Kurz: Viele Menschen kannten Strabels Arbeiten, doch kaum jemand kannte ihn selbst. 

Auch bei der Verfilmung von „Die unendliche Geschichte“ wirkte Strabel mit. 

Ende der 1980er-Jahre zog er sich zurück

1988 zog sich der Oscar-Preisträger völlig zurück, nur umgeben von seiner Frau und einem Bruder in Berlin. Am kommenden Montag wird Herbert Strabel um 14 Uhr am Friedhof Nantwein zu Grabe getragen.

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