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Nicht zum ersten Mal stand eine Wolfratshauserin vor dem Amtsgericht.

1800 Euro Geldstrafe

Diebin (32) steht vor Gericht: Knapp am Knast vorbei

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Wegen einer Dose Gin-Tonic und einer Dose Whisky-Cola, die sie in einem Supermarkt mitgehen ließ, steht eine Wolfratshauserin nun mit eineinhalb Beinen im Gefängnis.

Wolfratshausen – Als die vielfach vorbestrafte 32-Jährige die alkoholischen Mischgetränke im Wert von insgesamt 3,48 Euro einsteckte, stand sie unter offener Bewährung. Das bedeutet für gewöhnlich: Beim nächsten Mal geht’s in den Bau. Doch die angehende Friseurin hatte Glück. Entgegen dem Antrag der Staatsanwältin, die Angeklagte einzusperren, ließ Richter Helmut Berger sie mit einer Geldstrafe davon kommen.

„Das war wahnsinnig blöd“, stammelte die hypernervös wirkende Beschuldigte auf die Frage des Richters nach dem Grund für ihre Schnapsidee. Zumal sie genug Geld dabei hatte und auch ein, zwei Dosen aufs Kassenband gelegt hatte, wie der ermittelnde Polizeibeamte aussagte. Die anderen habe sie wohl nicht gefunden, weil es in „meiner Tasche sehr unübersichtlich war“, mutmaßte die Angeklagte. Außerdem sei sie „zu dem Zeitpunkt stark alkoholisiert“ gewesen. Diese Behauptung konnte der Polizist „so nicht nachvollziehen“. Die Beschuldigte sei „recht aufgelöst“ gewesen und habe geweint. Aber die 0,8 Promille, die beim Atemalkoholtest festgestellt wurden, hätten nicht zu irgendwelchen Auffälligkeiten geführt.

Der Alkohol begleitet die Straftaten der Angeklagten, seit sie im Jahr 2003 zum ersten Mal wegen Trunkenheit und Fahrens ohne Fahrerlaubnis vor Gericht stand. In der Zwischenzeit ist ihr Vorstrafenregister auf 18 Verurteilungen – die meisten wegen Drogenbesitzes und Diebstahls – angewachsen. Zuletzt war sie voriges Jahr wegen vorsätzlichen Vollrauschs zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt, der Vollzug aber zur Bewährung ausgesetzt worden.

Die Ausführungen des Bewährungshelfers waren für seine Klientin wenig schmeichelhaft. Nachdem sie anfangs regelmäßig zu den Besprechungen erschienen war, habe ihre Zuverlässigkeit zuletzt deutlich nachgelassen. Zu einem der letzten Termine sei sie nicht nur verspätet gekommen, sondern auch noch alkoholisiert. „Wie kann man so eine Frechheit aufbringen“, zürnte der Richter. Die Erklärung, sie habe damals „etwas getrunken, um zu demonstrieren, in welchem Zustand ich mich bei dem Diebstahl befand“, stufte der Richter als „hirnverbrannten Blödsinn“ ein.

Weil die bisherigen Bewährungen „nicht zielführend“ gewesen seien, beantragte die Staatsanwältin nun eine Vollzugsstrafe von drei Monaten. Verteidiger Burkhard Pappers war der Meinung, „dass man sie wegen 3,48 Euro nicht einsperren sollte“. Gleichwohl empfahl er „einen Schuss vor den Bug“. „Es schreit alles nach Haft“, sagte Richter Helmut Berger. Aber „zwei Mischgetränke von geringstem Wert“, die noch dazu wieder verkauft werden konnten, stünden nicht dafür sie einzusperren, folgte er der Einschätzung des Verteidigers. Berger verurteilte die Wolfratshauserin zu 120 Tagessätzen zu je 15 Euro, insgesamt 1800 Euro, verbunden mit dem Hinweis: „Wenn wieder was passiert, dürfte der Weg in die JVA führen.“

rs

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