Die Rettung naht: Bei Unglücken an den Flüssen und Seen im Landkreis rücken DLRG und Wasserwacht aus. 2021 wird vermutlich wieder viel los sein.
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Die Rettung naht: Bei Unglücken an den Flüssen und Seen im Landkreis rücken DLRG und Wasserwacht aus. 2021 wird vermutlich wieder viel los sein.

Auch heuer werden viele Ausflügler erwartet

Wachsaison 2021: DLRG und Wasserwacht stehen bereit

  • Volker Ufertinger
    VonVolker Ufertinger
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2020 war wegen Corona und vieler Ausflügler ein besonderes Jahr für Wasserwacht und DLRG. Sie gehen davon aus, dass es 2021 nicht anders wird.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Auf dieses Wochenende kann man sich freuen: Laut Bergfex-Wetter-App zeigt das Thermometer am Samstag 17 und am Sonntag sogar 25 Grad. Man braucht kein Prophet zu sein, um zu wissen, dass wieder viele Ausflügler an den Starnberger See strömen werden. Insofern ist es gut, dass die Wasserwacht Wolfratshausen ihre Saison beginnt, mit zehn Mann, verteilt auf die Stationen am Schwaiblbach in St. Heinrich sowie die Seeburg in Allmannshausen.

Bis Ende September werden die Wasserretter am Wochenende und an den Feiertagen vor Ort sein, unter der Woche übernimmt eine mobile Einsatzgruppe, die bei Notfällen verständigt wird. Was es für eine Saison werde, 2021? „Uns ist klar, dass die Menschen wie letztes Jahr an die Flüsse und Seen drängen werden“, sagt Chef Ingo Roeske. Einen Vorteil gibt es aber: Den Corona-Alltag haben die Retter inzwischen verinnerlicht. Da war 2020 vieles noch Neuland.

Die Corona-Regeln gelten nach wie vor

Die Aktiven der Wasserwacht, eigentlich Priorität 1 bei den Impfungen, haben den Älteren den Vortritt gelassen. „Das war für uns eine Selbstverständlichkeit.“ Das führt aber dazu, dass zum Beginn der Wachsaison noch nicht alle ihre Zweitimpfung und damit den vollen Schutz haben. „Manche hängen da noch in der Warteschleife.“ So oder so: Die Regeln, die vergangenes Jahr galten, gelten auch heuer. 2020 ist es bei den Einsätzen zu keiner einzigen Infektion gekommen.

Die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) Geretsried steht ebenfalls bereit. „Entweder an diesem oder an einem der nächsten Wochenenden nehmen wir den Betrieb auf“, erklärt Chef Maiko Alpers. Stationiert sind die Geretsrieder am Lido in Seeshaupt. In normalen Zeiten halten dort sechs bis acht Helfer am Wochenende und an Feiertagen Wache. Jetzt werden es nur vier sein, wegen der Abstände, die nach wie vor einzuhalten sind. „Wir sind noch mitten drin in der Pandemie.“

Trainieren war zuletzt kaum möglich

Wie viele Retter stehen auch die Geretsrieder vor dem Problem, dass keine Schwimmbäder offen hatten. „Die Möglichkeiten zum Trainieren waren extrem eingeschränkt“, klagt Alpers. Freilich hat sich jeder mit Laufen und Gymnastik fit gehalten, aber Schwimmen ist eben doch etwas anders. Sorgen muss sich deswegen aber niemand machen: „Das kriegen wir schon hin.“ Übrigens rechnet Alpers ebenfalls mit einem überdurchschnittlichen Andrang – eher noch schlimmer als 2020. „Die Leute gehen jetzt ins zweite Jahr ohne Urlaub und wollen natürlich an die Sonne und ans Wasser“, sagt er. Und wie schön es am Lido ist, hat sich eben herumgesprochen.

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Die Wasserwacht Ammerland startet am 15. Mai mit Großputz und einem Ramadama am Münsinger Gemeindebad in die Wachsaison. 47 Aktive werden die Saison bestreiten. „Wir machen bis Mitte September an jedem Wochenende und an den Feiertagen von 10 bis 19 Uhr an der Wachstation am Biersteg und auch am Gemeindebad Dienst“, erklärt Michael Döhla. Außerhalb der Kernzeiten ist die Wasserwacht jederzeit alarmierbar.

Der Parkplatz in St. Heinrich wird wieder voll sein

Wie viele Einsätze auf die Ammerlander zukommen? „Die Einsatzdichte wird extrem wetterabhängig sein“, prognostiziert Döhla. Orientiert man sich am vergangenen Jahr, wird der Druck auf die Naherholungsgebiete noch größer werden. In Ammerland rechnen sie damit, dass es wegen der fehlenden Schwimmpraxis in der Bevölkerung mehr Badeunfälle geben wird.

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Der angestammte Platz der DLRG Schäftlarn-Wolfratshausen ist der Karniffelbach in St. Heinrich. Für diesen Samstag steht die Unterweisung an – dann kann es losgehen. An Wochenenden und Feiertagen werden maximal fünf Retter – mehr sollen es wegen der aktuell nötigen Abstände nicht sein – von 8 bis 18 Uhr vor Ort sein, innen gilt bis zu einer Inzidenz von 35 Maskenpflicht. Mathias Feichtbauer von der DLRG erinnert sich: „2020 war der Parkplatz fast immer voll.“ Gut möglich, dass das auch heuer der Fall sein wird und die Menschen Ferien daheim machen. Die Retter bleiben aber gelassen. Feichtbauer: „Wir stehen bereit.“

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