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Vorbild Kreisklinik: Ein ähnliches, allerdings dreistufiges Parkdeck stellen sich die Bürgervereinigung und Bürgermeister Klaus Heilinglechner auf dem Wolfratshauser Hatzplatz vor. 

Bürgervereinigung stellt Pläne vor

Dreigeschossiges Parkdeck gegen Stellplatznot

Das ehemalige Isar-Kaufhaus ist verkauft. In Wolfratshausen rechnet man mit deutlich mehr Verkehr, sobald das Herz der Innenstadt wieder schlägt. Das Parkplatzproblem in der Loisachstadt könnte sich damit noch verschärfen. 

Wolfratshausen Ein Gesamtkonzept soll das Parkplatzproblem in der Flößerstadt lösen. „Wir müssen bei dieser Frage die gesamte Stadt im Blick haben“, sagte Josef Praller, Fraktionssprecher der Bürgervereinigung Wolfratshausen (BVW), in der Monatsversammlung der politischen Gruppierung im Wirtshaus Flößerei. Einer Fokussierung auf nur ein einziges Projekt – beispielsweise am Hatzplatz – erteilte Praller eine Absage.

Vier Maßnahmen schweben der BVW vor. Der Parkplatz am Paradiesweg (AWO-Seniorenheim) soll um 24 Plätze erweitert werden – das beschloss der Stadtrat bereits vor einigen Tagen in einer Sondersitzung. Beschlossen ist zudem eine vom Verein „Lebendige Altstadt Wolfratshausen“ (LAW) angeregte Parkplatz-Rochade: Der Lehrerparkplatz der Schule am Hammerschmiedweg wird auf den Parkplatz hinter dem Sparkassen-Gebäude verlegt. BVW-Stadtrat Helmut Forster tat sich am Donnerstagabend schwer, die Entscheidung nachzuvollziehen: „Der Platz ist doch jetzt schon voll.“ Forster fragt sich, wo denn die Pkw hinsollen, die bereits jetzt auf dem Sparkassen-Parkplatz stehen. Und: „Wir lösen das Problem nicht, wenn wir die Autos von einem Parkplatz zum anderen verschieben.“

Hinter dem Sparkassen-Gebäude möchte die BVW ein Parkdeck errichten, um mehr Stellplätze anbieten zu können. „Dadurch schaffen wir vermutlich über 30 Parkplätze“, rechnete Stadträtin Dr. Ulrike Krischke vor. Unterm Strich könnten etwa 110 Autos am Hammerschmiedweg parken. Möglich erscheint, dass eine neue Zu- und Abfahrtsregelung her muss, beispielsweise über den Steghiaslweg, über den man den Parkplatz momentan nicht anfahren kann.

Die größte Maßnahme ist am Hatzplatz angedacht. Ein dreistufiges Parkdeck in Systembauweise – ähnlich wie an der Wolfratshauser Kreisklinik am Moosbauerweg – würde Platz für 100 neue Stellplätze bieten. Kostenpunkt: zirka 2,5 Millionen Euro. Die unterste Ebene würde um 70 Zentimeter im Boden versenkt, zwei Stockwerke darüber angelegt. „Wichtig ist uns, dass das ansehnlich gestaltet wird“, betonte Krischke.

Ein weiterer Vorschlag für den Hatzplatz ist schon lange im Rennen: Der Wolfratshauser Bürger Hans Gärtner entwarf einen Plan, um 24 neue, ebenerdige Stellplätze am Hatzplatz zu schaffen. Die Bürgervereinigung hält das für zu wenig. „Wir glauben nicht, dass das ausreicht, um das Problem langfristig zu lösen“, sagt Forster. In dasselbe Horn stieß Bürgermeister Klaus Heilinglechner: „Wir wollen keine Kurzzeit-Entlastung, sondern Lösungen, die auf lange Sicht helfen.“

Das sagen die Fraktionssprecher zu den Parkplatz-Vorschlägen:

Annette Heinloth (Grüne): „Die Erweiterung des Parkplatzes am Paradiesweg ist ja bereits beschlossen, in diesem Punkt sind wir uns einig. Ich halte eine Aufstockung des Parkplatzes hinter der Sparkasse allerdings nicht für sinnvoll. Zum einen ist er schwer zu erreichen, zum anderen liegt er strategisch ungünstig und relativ weit von der Innenstadt entfernt. Am Hatzplatz sehen wir auch den Bedarf für eine Umgestaltung. Allerdings ist die städtebauliche Komponente wichtig. Der Platz soll kein Blechlager der Altstadt werden.“

Fritz Meixner (SPD): „Ich bin überrascht davon, wie hier vorgegangen wird. Nach der Sondersitzung hatte ich damit gerechnet, dass wir uns in einem überfraktionellen Gespräch über die Möglichkeiten austauschen. Zu den Plänen kann ich noch nicht viel sagen. Am Sparkassenparkplatz sollte man die Schulentwicklung im Hinterkopf behalten. Für den Hatzplatz sollte man eine städtebaulich verträgliche Lösung bevorzugen. Ob das mit den Plänen der Bürgervereinigung möglich ist, kann ich nicht bewerten.“

Alfred Fraas (Vize-Fraktionschef der CSU): „Gefühlt brauchen wir neue Parkplätze, das ist richtig. Mir fehlen aber verlässliche Zahlen, wie viele wir benötigen und wie viele wir uns leisten können. Die habe ich mir zwar schon vom letzten Gutachten erhofft, aber leider nicht bekommen. Die geschätzten Kosten von 2,5 Millionen für einen Mehrwert von 100 Parkplätzen kommen mir persönlich hoch vor. Abschließend kann ich die Pläne aber noch nicht bewerten. Dafür möchte ich erst Rücksprache mit der Fraktion halten.“

Dominik Stallein

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