Mittendrin unter ihren Schützlingen sind Tatjana Hoesch und Dominique Paul (Bild li.).
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Mittendrin unter ihren Schützlingen sind Tatjana Hoesch und Dominique Paul (Bild li.).

Seit Monaten ist Tatjana Hoesch in Sierra Leone

Ebenhauserin hilft beim Aufbau einer Hockey-Liga in Afrika

  • Sabine Hermsdorf-Hiss
    vonSabine Hermsdorf-Hiss
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Eigentlich wollte Tatjana Hoesch (22) aus Ebenhausen zwei Wochen lang beim Aufbau des Sierra Leone Hockey Trust helfen. Daraus wurden mehrere Monate.

Bad Tölz-Wolfratshausen/Sierra Leone – Angefangen hat alles mit der Freundschaft, die sie mit Dominique Paul und Cornelius Heidmann verbindet. Die Ebenhauserin kannte die beiden von ihrem BWL-Studium aus der Schweiz. Gemeinsam gründeten sie dort einen Hockey-Verein, der in der Schweizer Liga erfolgreich war.

Dann wurde Paul während einer UN-Konferenz vor rund 18 Monaten auf die sehr junge Entwicklung des Hockeysports in Sierra Leone aufmerksam. „Die lokalen Initiatoren haben nach Unterstützern gesucht“, erzählt Hoesch. Paul und Heidmann ließen sich nicht lange bitten: „Sie traten mit dem Präsidenten der lokalen Hockey Assocciation in Kontakt und begannen damit, erste Pakete mit Ausrüstungsgegenständen zu schicken.“ Ein Besuch der beiden Männer in Westafrika folgte im Februar 2020.

Fast 900 Hockeyschläger im Container

Seit Dezember ist Hoesch ebenfalls Teil des Teams. „Nun wurde ein ganzer Container, gefüllt mit gespendeten 890 Schlägern und weiterem Equipment, in Sierra Leone erwartet – und die beiden fragten mich, ob ich nicht Lust hätte, mitzukommen.“ Klar, dass Hoesch wollte. Geplant waren zwei Wochen – doch der Container verspätete sich. „Und die langsamen bürokratischen Mühlen, die aber für den Aufbau eines Hockeyplatzes notwendig sind, tun ihr Übriges.“ Kurzerhand wurde die Reise verlängert. „Wir, Dominique und ich, bleiben jetzt bis zum eigentlichen Bau des Platzes Ende Mai, arbeiten aber von hier aus weiterhin für unser Studium. Cornelius kümmert sich in Deutschland um die Logistik.“

Im Training sind die Kinder mit Begeisterung dabei.

Der Aufenthalt in Westafrika ist trotz aller landschaftlichen Schönheit alles andere als ein Urlaub. „Wir verbringen sehr viel Zeit mit Warten, um in Ministerien und Behörden auf die Bestätigung von Dokumenten zu warten.“ Auch stehen Verhandlungen und das Einholen von Angeboten auf der Agenda, ebenso wie „tägliche Diskussionen mit der Polizei“. Doch die 22-Jährige sieht sich an der richtigen Stelle. „Die Begeisterung für den Hockeysport in Freetown ist sehr groß, sodass wir immer wieder von TV- und Radiosendern eingeladen werden.“ Und auch die Ziele für die Zukunft sind nicht ohne: „Wir möchten mit einer eigenen nationalen Liga 2025 am African Hockey-Cup teilnehmen.“

Die Kinder sind beim Training glücklich

Mit dem Hockeyspielen haben die Bürger von Freetown 2013 angefangen, nachdem der Präsident der Vereinigung aus England ein paar Schläger mitgebracht hatte. Besonders die Kinder sind von diesem Sport begeistert. Nur: Um zu spielen, braucht es eine Ausrüstung. Mittlerweile hat das Trio über 5000 Schläger aus ganz Europa gesammelt und will mit dem Aufbau des Hockeyplatzes – hier läuft eine FundraisingAktion, um die benötigte Summe von über 50 000 Euro aufzubringen – die Infrastruktur unterstützen. „Unsere dritte Säule ist Knowledge Transfer, auf den wir uns besonders nach dem Aufbau des Hockeyplatzes konzentrieren wollen.“

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Das Training mit den Kids – es gibt in Freetown fünf Clubs mit je 30 bis 60 Kindern – gehört für Hoesch mit zu den täglichen Höhepunkten. Denn trotz aller Armut: „Sie sind glücklich mit dem, was sie haben, und es ist schön zu sehen, wie sie miteinander umgehen.“ Bei einer der ersten Trainingsstunden hatten die Deutschen vergessen, Wasser für ihre Schützlinge mitzunehmen. „Da haben mich die Kinder gefragt, ob ich nicht vielleicht doch welches hätte.“ Hoesch zog eine 0,5-Liter-Flasche aus der Tasche und gab sie einem Buben. „Anstatt sie selbst zu trinken, hat er sie mit allen Kinder im Team geteilt.“

Info
Wer das Projekt unterstützen möchte, kann dies mit einer Spende über www.Sierraleonehockey.org oder direkt auf das Vereinskonto Africa Youth for Peace and Development Field Hockey Germany e.V. IBAN: DE03 8306 5408 0104 1993 32 BIC: GENODEF1SLR (Deutsche Skatbank).

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