Landratsamt stimmt Antrag auf Vorbescheid zu

Ehemaliges Isar-Kaufhaus darf abgerissen werden

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Wolfratshausen – Das ehemalige Isar-Kaufhaus darf abgerissen und neu aufgebaut werden. Das Landratsamt hat den Bauvorbescheid erteilt.

Dies teilte am Sonntag Rechtsanwalt Dr. Harald Mosler mit, der die Eigentümerin Angela Scheller juristisch vertritt. Erleichtert über diese Nachricht ist Bürgermeister Klaus Heilinglechner: „Der erste Stein ist zur Seite geräumt. Das ist ein Zeichen, dass was weitergeht.“

Viele sprechen beim Isar-Kaufhaus von einer „Schlüsselimmobilie“. Seit der Schließung vor fast vier Jahren steht das geschichtsträchtige Gebäude leer. „Es fehlen seitdem rund 600 Kunden pro Woche im Markt“, rechnete kürzlich BVW-Vorsitzender Thomas Eichberger vor. Nun stehen die Chancen nicht schlecht, dass über kurz oder lang wieder Leben in das Gebäude am Untermarkt 7 bis 11 kommt. „Es war ein mühsamer Weg, so weit zu kommen“, sagt Heilinglechner rückblickend.

Wie berichtet hatte Angela Scheller beantragt, die gesamte Immobilie abreißen zu dürfen, um es anschließend ensemblegerecht wieder aufzubauen. Der städtische Bauausschuss sagte Anfang September einstimmig „Ja“ zu dieser Planung. Auch der Historische Verein Wolfratshausen meldete keine Bedenken an. Das Landesdenkmalamt dagegen plädierte beim Haus Nummer 11, dem ehemaligen Seifensiederhaus, für den Erhalt der Gebäudehülle. Seit Dezember prüfte die Untere Denkmalschutzbehörde den Fall. In der vergangenen Woche erteilte das Landratsamt nun den Bauvorbescheid.

Laut Dr. Harald Mosler sind zahlreiche Auflagen zu erfüllen. So muss das neue Gebäude dem vorhandenen Bestand entsprechend hinsichtlich Höhe und Form ins Ortsbild passen. Daran wollen sich die Planer halten. So kündigt Mosler an: „Wir wollen den Neubau dazu nutzen, dem Stadtbild der Wolfratshauser Altstadt möglichst nahe zu kommen – und zwar vor der massiven Änderung der Fassade in den 60er- und 80er-Jahren des letzten Jahrhunderts.“ Um dieses Ziel zu verwirklichen, sichten die Planer um Architekt Tom Ferster altes Bildmaterial des Historischen Vereins. Mosler dankt dem Verein für die Beratung in denkmalschützerischer Hinsicht, ebenso wie der Stadt und dem Landratsamt für die „bürgernahe Beratung“.

Jetzt komme es darauf an, die richtigen Geschäfte reinzubringen, „damit wieder mehr Leben in den Markt kommt“, betont Heilinglechner. „Davon würden auch die anderen Geschäfte profitieren.“ Einfluss darauf kann die Stadt aber kaum nehmen. In einem Pressegespräch am 26. Januar will Mosler erläutern, wie mit dem Isar-Kaufhaus weitergeht.

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