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Blick ins Heimatmuseum: Die Dauerausstellung im Gebäude am Untermarkt 10 soll umstrukturiert werden. Ein Schmuckstück ist der nachgebaute Geigerladen.

Interaktiv, modern, abgespeckt

Wolfratshausen: Ein interaktives Museum für 800 000 Euro

Interaktiv, modern, abgespeckt: Im Kulturausschuss des Stadtrats stellte das Fachbüro Holz die Pläne zur Umstrukturierung des Wolfratshauser Heimatmuseums vor. Die Resonanz war positiv – trotz voraussichtlich hoher Kosten.

Wolfratshausen – Die Bedingungen, die Museumsplanerin Dr. Henriette Holz und ihre Kollegin Christiane Greska vorfanden, „waren in einem sehr guten Zustand“, erklärte Geschäftsführerin Holz in der Sitzung. Die Stadt hatte in den vergangenen Monaten den gesamten Bestand der Ausstellung und des Depots inventarisieren lassen. Die Exponate werden nun für den Umzug vorbereitet, weil die Städtische Wohnungsbaugesellschaft (StäWo) das Gebäude am Untermarkt 10 sanieren wird. Das gibt den Planern und der Stadt die Möglichkeit, die seit Jahren unveränderte Ausstellung neu zu konzipieren.

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Die Museumsberaterinnen stellten Überlegungen vor, die Stadtgeschichte mit Hörinseln – zum Beispiel aus der Perspektive einer Bierbrauergattin, eines Floßmeisters und einer Migrantin – modern zu präsentieren. „Wir wollen die Gestaltung lebendiger und anschaulicher machen“, erläuterte Holz. „Weniger Exponate, mehr Vermittlung“ sei eine Devise ihres Konzepts. Die Ausstellung, die durch die im Gebäude geplante Tourismus-Info „sichtbarer für potenzielle Besucher“ sein wird, soll in verschiedene Kapitel gegliedert werden und Episoden aus der über 1000-jährigen Geschichte der Stadt erzählen. Die Flößerei, die Gewerbehistorie und die Lebenswelten der unterschiedlichen Stände sind drei der insgesamt sieben Kapitel. Dabei möchte Museumsplanerin Holz auch die vergangenen Jahrzehnte nicht ausblenden und viele Querverweise in die heutige Lebenswirklichkeit schaffen. Zum Block „Wolfratshausen in der Kunst“ gehören ihrer Einschätzung nach die TV-Ermittler „Hubert und Staller“ ebenso wie die Malerei von Felix Bockhorni aus dem 19. Jahrhundert. Lichteffekte, luftige Ausstellungsräume und Virtual-Reality-Stationen sollen den Besuchern helfen, in das Wolfratshauser Leben von anno dazumal einzutauchen. Holz stellte den Stadträten auch eine Kostenschätzung vor, die die Dimension der Umbauarbeiten deutlich machte: Auf rund 830 000 Euro plus mögliche Restaurierungen an den Exponaten taxierte sie die Maßnahme. „Es gibt allerdings viele Fördermöglichkeiten.“

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Im Gremium stießen die Pläne auf Zuspruch. „Der Vortrag macht neugierig auf das neue Museum“, meinte CSU-Stadtrat Peter Plößl. Das Ziel, dass der Besucher „selbst Teil der Ausstellung wird“, könne so erreicht werden. Roswitha Beyer (SPD) regte an, die Öffnungszeiten des Heimatmuseums künftig auszuweiten: „Am Donnerstag und Sonntag von 14 bis 16 Uhr kommen nun mal nicht viele Menschen.“ Annette Heinloth (Grüne) begrüßte die Pläne zwar, störte sich jedoch am Begriff Heimatmuseum. Henriette Holz erklärte, dass noch viel Zeit bleibe, sich über den Namen Gedanken zu machen. Der früheste Eröffnungstermin sei im Juli 2022. 

(dst)

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