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Rundum versorgt sollen Neugeborene in der neuen Hauptabteilung Geburtshilfe und Gynäkologie der Kreisklinik Wolf-ratshausen werden, die vom Klinikum Starnberg betrieben wird.

Zukunft ist gesichert

Ein „Riesengewinn“: Geburtshilfe-Kooperation startet zum 1. Juli

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Gute Nachricht für werdende Eltern: Am 1. Juli beginnt die Zusammenarbeit der Wolfratshauser Kreisklinik mit dem Klinikum Starnberg. Damit ist die Zukunft der Geburtshilfe im Landkreis gesichert. 

Bad Tölz-Wolfratshausen – Lange haben viele Bürger um die Geburtshilfe im Landkreis gebangt. Nach der Schließung der Belegabteilung an der Tölzer Asklepios-Klinik Ende März vergangenen Jahres waren vor allem im Süden viele werdende Eltern geschockt. Um das Fortbestehen der Geburtshilfe im Landkreis überhaupt zu sichern, machte der Kreistag im April 2018 den Weg frei für die Zusammenarbeit zwischen der Kreisklinik Wolfratshausen und dem Klinikum Starnberg.

Nach langen Verhandlungen haben Hubertus Hollmann, Geschäftsführer der Wolfratshauser Kreisklinik, und Heiner Kelbel, Geschäftsführer des Klinikums Starnberg, den Vertrag nun am vergangenen Donnerstag unterzeichnet. An diesem Sonntag, 1. Juli, startet die neue Hauptabteilung in Wolfratshausen – unter Führung des Starnberger Klinikums.

„Ich freue mich außerordentlich, dass es nun losgehen kann und wir die Verhandlungen so gut und zur Zufriedenheit beider Seiten abgeschlossen haben“, erklärt Landrat Josef Niedermaier am Freitagnachmittag in einer gemeinsamen Pressemitteilung mit den Geschäftsführern der Kliniken. So könne die Geburtshilfe hier erhalten bleiben und erreiche einen Qualitätsstandard, „den es bislang im Landkreis so nicht gab“. Beispielsweise soll in der Hauptabteilung für Notfälle ständig ein Kinderarzt bereitstehen.

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Ab Sonntag betreibt die kreiseigene Klinik Starnberg am Standort Wolfratshausen eine Hauptabteilung Geburtshilfe und Gynäkologie. Wer dort Patient ist, ist also ein Patient des Klinikums Starnberg. Das profitiert auch von der neuen „Zweigstelle“: Die Zahl der Geburten in Starnberg sei heuer nochmals gestiegen, daher sei man besonders froh über die Kapazitäten in Wolfratshausen, sagt Geschäftsführer Heiner Kelbel. Dort „können wir mit den gleichen Qualitätsstandards wie im Klinikum Starnberg für eine Entlastung in unserem Haus sorgen.“ Dass dieser Schritt richtig sei, habe auch das große Interesse an einem Infoabend für Schwangere gezeigt, der kürzlich erstmals gemeinsam stattfand. Als „zukunftsweisend“ bezeichnete Hubertus Hollmann, Geschäftsführer in Wolfratshausen, die Kooperation in einem Schreiben an seine Mitarbeiter.

Die Finanzierung der Hauptabteilung ist gesichert. Sollte ein Defizit entstehen, ist der Landkreis bereit, für die ersten fünf Jahre jährlich bis zu 1,5 Millionen Euro zuzuschießen. „Das klingt natürlich erst einmal nach viel Geld“, gibt Landrat Niedermaier zu. Mit Blick auf den Leistungskatalog, das fachliche Personal und die Überbelegung in Starnberg geht er aber davon aus, dass die neue Abteilung nicht nur in Sachen Geburtshilfe attraktiv ist, sondern auch „anderweitig gute Behandlungsmöglichkeiten“ bieten wird. Er ist sicher, dass das Defizit „im Rahmen bleibt und kontrollierbar ist“ und betont: „Sonst hätte ich diesen Vertrag auch nicht unterschrieben.“ Die offizielle Eröffnung der Abteilung soll im September gefeiert werden. mh

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Es ist offiziell: Hubertus Hollmann (li.), Geschäftsführer der Wolfratshauser Kreisklinik, und Heiner Kelbel, Geschäftsführer des Klinikums Starnberg, unterzeichneten am Donnerstag den Kooperationsvertrag.

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