Am Ende haben wir eine Win-Win-Situation. App-Entwicklerin Jessica Westermann
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Die Gründer: Alexander Varro und Jessica Westermann bastelten die anooah-App.

Initiative von jungen Entwicklern

Eine Wolfratshauser App soll Vereinen helfen

Eine App aus der Loisachstadt soll finanzkräftige Unternehmen und notleidende Vereine zusammenbringen. Der Bedarf ist da, ohne Zweifel.

Wolfratshausen – Die Corona-Pandemie beutelt viele Vereine finanziell. Mehr denn je sind Ehrenamtliche auf Spendengelder und Sponsoring angewiesen. Zwei Jungunternehmer und ihr Team möchte eine Brücke zwischen finanzkräftigen Firmen und leidenden Vereinen bauen. Die Entwickler der anooah-App haben es sich zum Ziel gemacht, für transparente und demokratische Spenden-Verteilung zu sorgen.

Das Konzept, das demnächst im Landkreis ausprobiert werden soll, ist einfach erklärt: Unternehmen, die Geld spenden möchten, zahlen in einen Topf ein. Für das Sponsoring können sich gemeinnützige Vereine bewerben und ihre Projekte vorstellen, die sie mit der Finanzspritze realisieren möchten. Die App-Betreiber wählen aus allen Bewerbungen einige hoffnungsvolle Projekte aus. Dann kommen die Bürger ins Spiel: Über die anooah-App können Smartphone-Nutzer für die Vereine abstimmen. Nach einer Votingphase von etwa zwei oder drei Wochen wird das Spendengeld anteilig nach dem Wahlergebnis verteilt.

„Am Ende haben wir eine Win-Win-Situation“, erklärt Jessica Westermann. Die 26-Jährige ist Teil des Entwicklerteams der App. „Die Vereine erhalten Zuschüsse, alles läuft vollkommen transparent und die Unternehmen erzielen mit ihrer Spende einen Werbeeffekt“, sagt sie. Wird die App rege genutzt, „vernetzen wir die Unternehmen mit Bürgern und Vereinen in der Region“, erklärt die Wolfratshauserin. Jeder, der für ein Vereinsprojekt abstimme, „wird zu einem Markenbotschafter für die Gewerbetreibenden“. Hinzu kommt, dass Unternehmen durch die App auch Menschen in ihre Läden lotsen können: Über sogenannte „Spots“, die von den Gewerbetreibenden gebucht werden, ist es möglich, dass Bürger mehrfach abstimmen, wenn sie sich im Umkreis des Ladenlokals befinden. „Eine gute Möglichkeit, die Bürger auch in die Geschäfte zu locken“, findet die Gründerin.

Das Gründer-Team sucht Gewerbetreibende

Die App finanziert sich über die beteiligten Unternehmen. „Die Spende fließt komplett in den Fördertopf“, sagt Westermann, „die Unternehmer bezahlen aber einen Prozentsatz obendrauf, mit dem wir uns finanzieren“. Wer beispielsweise 700 Euro spenden möchte, bezahlt 70 Euro an die Entwickler. Bis zur Spendensumme von 5000 Euro liegt der Prozentsatz bei zehn, bei höheren Spenden bei 7,5 Prozent. Für die gespendete Summe wird eine Quittung ausgestellt, die steuerliche Vorteile für die Unternehmen bringt.

Derzeit befinde sich das Gründer-Team auf der Suche nach interessierten Gewerbetreibenden und Vereinen, damit die erste Wahlperiode losgehen kann. „Jedes Unternehmen sollte mindestens 250 Euro spenden, wenn wir über 5000 Euro im Topf haben, können wir anfangen“, erklärt die 26-Jährige. Sie ist davon überzeugt, dass die App einen wichtigen Beitrag leisten kann: „Nicht erst seit Corona haben viele Vereine finanzielle Sorgen und tun sich schwer damit, potenzielle Sponsoren zu finden – denen wollen wir helfen und mit dem Voting dafür sorgen, dass die Gelder fair verteilt werden und Projekte umgesetzt werden können.“

Infos im Internet: www.anooah.com

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