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Im Bau: Die Gebäude an der Alpenstraße (Bildhintergrund) enstehen 1939. Heute genießen sie Ensembleschutz.

Ist der Ensembleschutz in Gefahr?

Wie viel ist der Denkmalschutz in Wolfratshausen wert?

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Wolfratshausen – Das Wohnhaus an der Alpenstraße 14 soll abgerissen werden. Anschließend soll es durch einen Neubau ersetzt werden. Die Kreisheimatpflegerin ist damit nicht einverstanden. Sie verweist auf den Denkmalschutz.

Der Beschluss im Bauaussschuss fiel einstimmig. Der Bauherr will das bestehende Gebäude mit der Adresse Alpenstraße 14 beseitigen und an gleicher Stelle einen Neubau errichten, genauer gesagt: einen Vierspänner mit 27 Metern Länge und zehn Meter Breite. Eine Sanierung des Gebäudes, so die Begründung des planenden Architekturbüros Adldinger im Antrag auf Vorbescheid, sei aus wirtschaftlicher Sicht nicht mehr sinnvoll, „da es sich in einem schlechten baulichen Zustand befindet beziehungsweise die Anforderungen an Wohnqualität und Wärmeschutz nicht mehr erfüllt“.

Alpenstraße 14: Dieses Gebäude soll abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden.

Maria Mannes hat den Vorgang „mit Verwunderung und Befremden“ zur Kenntnis genommen. „Es ist wirklich nicht zu glauben, wie man in der Stadt mit dem gewachsenen Bau- beziehungsweise Denkmalbestand umgeht“, ergänzt die Kreisheimatpflegerin in einem Schreiben an unsere Zeitung. Die Alpenstraße bilde zusammen mit dem nördlichen Teil der Schießstättstraße ein Denkmal-Ensemble, das ab 1939 als Wohnraum für die Vorarbeiter und Angestellten der Geretsrieder Munitionswerke erbaut worden sei. „Insofern gehören sie zur Geschichte der Stadt, ob geliebt oder nicht.“ Die Häuser, so Mannes weiter, seien keine Einzeldenkmäler, aber als Ensemble in der Denkmalliste eingetragen.

Es sei nicht möglich, beliebig eines aus der Reihe herauszubrechen, „damit zerstört man den Gesamteindruck“. Auch das Argument, die Sanierung sei nicht möglich, greife nicht. „Einige sind in letzter Zeit hervorragend saniert worden. Außerdem kann die Sanierung im Innern ohne Probleme durchgeführt werden, denn der Ensembleschutz betrifft nur die Außenhaut.“ Mauern, Fenster, Türen und Dach sollten also erhalten werden. Die Kreisheimatpflegerin verweist darauf, dass vor einigen Jahren im Garten dieses Anwesens eine Zusatz-Bebauung beantragt, auf Einspruch des Denkmalschutzes hin aber abgelehnt worden sei. „Jetzt beantragt man gleich den Abbruch. Ich hoffe, der Denkmalschutz kann sich auch dieses Mal durchsetzen.“

Dass Ensembleschutz besteht, wissen auch die Antragsteller. Das Architekturbüro verweist auf ein Urteil des Verwaltungsgerichts München, worin dieses die Auffassung vertrete, dass der Ensembleschutz nicht mehr gedeckt ist, wenn in einem ausgewiesenen Ensemble kein Einzeldenkmal vorhanden ist. Um den Ensemblecharakter zu wahren, soll das neue Gebäude in etwa so gebaut werden wie die Nachbarhäuser. Unter anderem sollen Dachneigung und Wandhöhe angeglichen werden.

Im Landratsamt ist der Antrag auf Vorbescheid noch nicht eingegangen. Oliver Kellermann verspricht , dass der Sachverhalt sorgfältig geprüft werde. „Fest steht, dass Ensembleschutz besteht“, sagt der Leiter der Bauabteilung. Dieser beziehe sich hauptsächlich auf die Fassade. Wer sie abreißen will, brauche eine denkmalpflichtige Erlaubnis. „Ob diese erteilt werden kann, soll mit dem Vorbescheidsantrag geprüft werden.“ Maßgeblich für die Entscheidung sei die Stellungnahme des Landesamts für Denkmalpflege. fla

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