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Ist schadstoffbelastet: Die denkmalgeschützte Immobilie am Untermarkt 10 in Wolfratshausen. 

Städtisches Gebäude am Untermarkt 10

Raumluftgutachten: Entwarnung nur fürs Obergeschoss

Wolfratshausen - Für das schadstoffbelastete städtische Gebäude am Untermarkt 10 in Wolfratshausen liegt ein Raumluftgutachten vor. Bauamtschef Dieter Lejko gibt Entwarnung. Allerdings nur für das Obergeschoss des Gebäudekomplexes. Hier ist das Heimatmuseum der Stadt untergebracht.

Das prominente Gebäude ist schwer schadstoffbelastet. Potenziell gefährlich sind vor allem so genannte Polycyclische Aromatische Kohlenwasserstoffe, kurz PAK, von denen einige krebserregend sind. Der Stoff wurde im Putzträger und unter dem Estrich entdeckt. Die Schadstoffbelastung überstieg den zulässigen Grenzwert stellenweise um mehr als das 50 000-fache. Bürgermeister Klaus Heilinglechner (BVW) gab nach dem Bekanntwerden dieser Ergebnisse ein Raumluftgutachten in Auftrag. Bereits in der Oktobersitzung wollte der Stadtrat das Thema behandeln. Zum Sitzungstermin lag jedoch noch keine Expertise vor, der Punkt wurde auf die Novembersitzung vertagt.

In der Zwischenzeit ist das Gutachten im Rathaus eingetroffen. Wer aber in der Stadtratssitzung am Dienstag mit einer Diskussion über das weitere Vorgehen rechnete, wurde enttäuscht: keine Bekanntmachung, kein Wort zum Thema Untermarkt 10.

„Wir haben den Punkt bewusst nicht behandelt“, erklärt Vize-Bürgermeister Fritz Schnaller (SPD) auf Nachfrage. „Dieses wichtige Thema sollte man nicht über das Knie brechen.“ Stattdessen wolle man sich ausreichend Zeit nehmen, um alle Detailfragen zum Gutachten zu klären – „und das ist mit Sicherheit zeitaufwändig“. Die Vorsitzenden aller vier Fraktionen im Wolfratshauser Stadtrat hätten die Prüfungsergebnisse bereits erhalten. „Meines Wissens auch alle Ratsmitglieder“, sagt Schnaller. Außerdem habe es bereits Vorbesprechungen zwischen den Fraktionschefs gegeben. Ob die Raumluft schadstoffbelastet ist und wie hoch die gemessenen Werte sind, will der Vize-Rathauschef im Gespräch mit unserer Zeitung nicht verraten.

Im Obergeschoss des ehemaligen bayerischen Landesgerichtes ist das Heimatmuseum der Kommune untergebracht. Der Leiter der Einrichtung, Ordnungsamtsleiter Martin Melf, meldet: „Das Museum ist weiterhin geöffnet.“ Auf die Frage, ob der Besuch des Museums gänzlich risikofrei ist, antwortet er, ohne zu zögern: „Ja.“ Für Nachfragen zum Ergebnis des Raumluftgutachtens verweist er auf das städtische Bauamt.

Dessen Leiter, Dieter Lejko, bestätigt: „Im Heimatmuseum besteht keine Gefahr.“ Das hätten die Messungen ergeben. Ob das auch für die leer stehenden Räume im Erdgeschoss gilt, verrät er nicht. Lejko: „Das sollen die Stadträte zuerst erfahren.“

Die städtische Immobilie, die unter Denkmalschutz steht, soll wie berichtet saniert und umgebaut werden. In dem Gebäude, das zunächst für einen Bürgerladen vorgesehen war, sollen unter anderem Arbeitsplätze für die Kulturmanagerin, die Tourismusmanagerin, den Citymanager sowie eine zentrale Anlaufstelle für Touristen, ein Ticketverkauf und ein Andenkenladen untergebracht werden.

Dominik Stallein

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