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Gemütlich und geräumig ist die Buchhandlung Rupprecht am Obermarkt. Filialleiterin Anne Hofbauer und ihre fünf Mitarbeiterinnen erfüllen hier auf knapp 400 Quadratmeter Ladenfläche jeden Bücherwunsch. Über mangelnde Kundschaft können sie nicht klagen.

Nach Geschäftsschließungen

Erfolgreich in der Altstadt: Buchhändler Rupprecht erklärt sein Geheimnis

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Den Gummibärchenladen gibt es nicht mehr, das Cucinella  schließt Ende Juni. Dazwischen liegt die Buchhandlung Rupprecht, die sich über mangelnde Kundschaft nicht beschweren kann. Geschäftsführer Johannes Rupprecht erklärt sein Erfolgsgeheimnis – und betont, wie wichtig ein Miteinander ist.

Wolfratshausen – Die jüngsten Geschäftsschließungen – der Gummibärchenladen hat seit vergangenem Wochenende zu, im Cucinella wurde der Räumungsverkauf eingeläutet – bedauert Johannes Rupprecht sehr. Dass in der Wolfratshauser Altstadt häufig wenig Passanten unterwegs sind, erlebt der Geschäftsführer der gleichnamigen Buchhandlung mit Sitz im oberpfälzischen Vohenstrauß regelmäßig, wenn er die Filiale vor Ort besucht. „Aber wir können uns nicht beklagen. In unserem Laden ist immer was los“, sagt der 53-Jährige. Dahinter steckt allerdings auch viel Arbeit.

Seit November 2010 ist Wolfratshausen einer von heute 39 Standorten in Bayern und Baden-Württemberg, ab September soll es eine 40. Filiale in Starnberg geben. Seit der Eröffnung am Obermarkt bemühen sich der Buchhändler und sein Team täglich, das Geschäft attraktiv zu gestalten – mit Erfolg.

Das liegt an mehreren Faktoren. Für Rupprecht sind seine Mitarbeiter am wichtigsten. „Der Buchhandel lebt von den Menschen vor Ort, von der persönlichen Beziehung zum Kunden.“ Er legt wert auf Fachkräfte, die gern lesen, vernünftig Auskunft geben und sich verlässlich und schnell um Kundenwünsche und Bestellungen kümmern. Ebenso wichtig sei die richtige Ausstattung der Räume. Licht, Einrichtung, Sauberkeit – „unsere Läden wollen zum Verweilen einladen, wo die Kunden immer wieder Neues entdecken können“. Das bedeute auch, immer die richtigen Themen zur richtigen Zeit zu präsentieren: Wiederkehrendes wie zu Ostern und zum Schulanfang ebenso wie nationale und internationale Ereignissen, wie heuer die Fußballweltmeisterschaft. Eine Besonderheit ist der Lokalbezug. „Wir sind der einzige Buchhandel in Deutschland, bei dem die Händler vor Ort noch selbst einkaufen“, erklärt Rupprecht. „Alle Mitarbeiter überlegen jeden Tag, was wir Neues, Besonderes bieten können. Anders haben wir keine Chance.“

„Wir haben hier ein sehr gutes Publikum“

Johannes Rupprecht Geschäftsführer der gleichnamigen Buchhandlung.

Vor allem nicht, weil das Internet auch vor der Buchbranche nicht Halt gemacht hat. Rupprechts Firma ist daher schon einige Jahren im Netz präsent. Dass hierzulande die Buchpreisbindung gilt, die sowohl im Laden als auch im Internet einen festen Preis vorschreibt, sei sicherlich ein Vorteil in der Branche. „Aber die Menschen sind besser informiert und viel selektiver geworden“, sagt Rupprecht. Weil mittlerweile nur noch zehn Prozent der Kunden gezielt Werke nachfragen und der Rest sich einfach umschaut, seien Service und Einrichtung umso wichtiger.

In Wolfratshausen gelingt das. „Wir haben hier ein sehr gutes Publikum, das anspruchsvoll, aber dankbar ist, und sich auch für Dinge links und rechts vom Mainstream interessiert.“ Lesungen und Vorträge finden ebenfalls großen Zuspruch. Mit dem Gesamtkonzept versucht das Unternehmen „einen Beitrag zu leisten, um die Innenstadt attraktiv zu halten. Miteinander können wir viel erreichen.“ Rupprecht sieht nach wie vor Potenzial in der Loisachstadt – nicht zuletzt wegen der Nähe zur Natur und der stimmungsvollen Atmosphäre in der Altstadt, die die Loisach verbreite. „Ich bin optimistisch für die Zukunft.“ mh

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