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Der historische Stadtkern soll seinen Charakter behalten. Das ist ein Wunsch von Wolfratshausern Bürgern. Ein Problem stellt das dringend sanierungsbedürftige Gebäude am Untermarkt 10 dar.

Ergebnisse der Bürgerbefragung liegen vor 

Mehr ÖPNV, eine Strandbar und ein Sessellift: Was sich die Wolfratshauser wünschen

Wolfratshausen bezieht Zuschüsse aus der Städtebauförderung. Bei einer Ausstellung zu dem Thema wurden die Bürger nach ihren Wünschen gefragt. Nun liegen die Ergebnisse vor. Die Liste reicht vom Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs bis zum Sessellift auf den Wolfratshauser Berg.

Wolfratshausen – Viele Wolfratshauser nutzten die Möglichkeit, im Zuge der Ausstellung zur Städtebauförderung im neuen Stadtarchiv ihre Wünsche zu äußern. Die Auswertung und auch eine erste Bewertung übernahm das Büro Plankreis.

Marktstraße

Der historische Stadtkern soll seinen Charakter behalten: „Städtische Gebäude müssen saniert werden“, fordert einer der Befragten. Die Innenstadt, die einem Wolfratshauser „ungepflegt und ohne Charakter“ vorkommt, solle „authentisch erhalten“ werden. Laut Susanne Rentsch vom Planungsbüro gibt es in Wolfratshausen bereits ein Programm „zur Förderung bei denkmalgeschützten Gebäuden an Ober- und Untermarkt“.

Loisachufer

Ein Füllhorn an Ideen äußerten die Befragten für das Loisachufer: eine Strandbar, ein Bootsverleih, ein Saunaboot, Cafés, eine Surfwelle, eine Promenade mit Badestelle oder ein Sommerfloß mit integriertem Restaurant. „Die Ideen werden gesammelt“, kündigt Rentsch an. Auch optisch wollen die Wolfratshauser vieles umsetzen: „Mehr Grün, mehr Bäume und künstlerische Gestaltung“, fordert einer. Im jetzigen Zustand wirke das Ufer „vernachlässigt“.

Heimatmuseum

Derzeit ist das Heimatmuseum im sanierungsbedürftigen Gebäude am Untermarkt 10 untergebracht. Für das Gebäude fordert ein Umfrageteilnehmer, dass es von der Kommune „mit Hilfe der Städtebauförderung“ saniert wird. Ein anderer wünscht sich eine Verschönerung des Pumpenhäuschens. Laut Plankreis-Büro ließen sich beide Fliegen mit einer Klappe schlagen: Würde das Heimatmuseum verlagert, könnte der Untermarkt 10 leichter saniert werden. Ein möglicher Standort: das Pumpenhäuschen.

Einzelhandel

„Die Stadt kümmert sich kaum um wirtschaftliche Verbesserung“, findet ein Wolfratshauser. Als Beweis führt er „leere Geschäfte am Markt“ an. Im Kampf gegen den Leerstand solle die Kommune flexibler werden und einen Organisator einstellen. Den gibt es inzwischen: Dr. Stephan Werner ist seit Februar Stadtmanager im Rathaus. Aus der Umfrage ergeben sich Aufgaben für den Stabsstellenchef: Baurecht schaffen, ein Lebensmittelgeschäft im Markt ansiedeln, Begrenzung der Märkte auf der sprichwörtlichen „grünen Wiese“ und eine allgemeine Stärkung der Einzelhändlerwünschen sich die Wolfratshauser.

Verkehr

Eineinhalb DIN A4-Seiten umfasst die Aufzählung aller Wünsche zum Thema Verkehr im Gutachten. Hier wurden die meisten Vorschläge eingereicht. Parkmöglichkeiten fehlen laut der Umfrage am Bergwald, an der Loisachhalle, am Loisachufer und an der Kreisklinik. Ein Bürger fasst zusammen: „Die Parksituation ist allgemein schlecht.“ Laut Susanne Rentsch sind jedoch einige Schritte bereits getan: Am Hatzplatzund am Paradiesweg sind Parkdecks geplant.

Ein Befragter bemängelt das Fehlen einer Umgehungsstraße. Auch deshalb sei das Verkehrsaufkommen in der Stadt sehr hoch. Eine Möglichkeit, den Verkehr zu reduzieren, wäre laut einem Wolfratshauser eine verbesserte Anbindung aller Ortsteile an den Öffentlichen Personennahverkehr. Gerade am Ober- und Untermarkt bemängeln viele Bürger die Verkehrssituation. Einer wünscht sich eine Begrenzung auf Tempo 30. Andere gehen noch weiter: „Die Altstadt zur Fußgängerzone umwandeln“, lautet eine Forderung. „Eine Fußgängerzone im Unter- und Obermarkt ist aufgrund der Klassifizierung nicht möglich“, erklärt Rentsch. Es handelt sich um eine Bundesstraße.

Tourismus

Viele Vorschläge haben die Wolfratshauser für zusätzliche Attraktionen: Einer regt an, das Rilke-Haus im Bergwald zu einem Museum auszubauen. Ebenfalls im Bergwald möchte ein Bürger die ehemalige Burg wieder errichten und als Tagungshotel nutzen. Eine Sommerrodelbahn könnte vom Berg hinabführen. Einen Vorschlag, wie die Besucher auf den Gipfel kommen gibt es auch: ein Sessellift. „Die Aufwertung des Bergwalds und eine Nutzung für touristische Zwecke ist ein Sanierungsziel der Stadt“, erklärt dazu Susanne Rentsch. Die Vorschläge seien „interessant“. Ob sie auch umgesetzt werden können, müsse erst geprüft werden.

Dominik Stallein

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