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Erinnerung und Mahnung: Anlässlich des siebten Jahrestages der Reaktorkatastrophe in Fukushima/Japan hatten alle vier Stadtratsfraktionen und die Ortsgruppe des Bund Naturschutz zu einer Kundgebung auf den Marienplatz geladen.

Mahnwache zum jahrestag der Reaktorkatastrophe

Wolfratshausen erinnert an Fukushima und fordert Maßnahmen

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Sieben Jahre nach der Reaktorkatastrophe in Fukushima wurde eine Mahnwache am Wolfratshauser Marienplatz abgehalten. Die Teilnehmer stellten klar, warum auch vor Ort etwas getan werden muss.

Wolfratshausen – Vertreter aller vier Stadtratsfraktionen sowie der Ortsgruppe des Bund Naturschutz haben bei einer Mahnwache auf dem Marienplatz an die Reaktorkatastrophe im japanischen Fukushima erinnert. Grünen-Stadtrat Dr. Hans Schmidt betonte, dass die Lage sieben Jahre nach dem Unglück vor Ort keinesfalls als bereinigt bezeichnet werden könne.

„Bis Mitte 2017 wurden in zirka 147.000 Zwischenlagern insgesamt 13 Millionen Kubikmeter Strahlenmüll, also kontaminierte oberste Erdschichten in so genannten Big Bags verstaut. Und keiner weiß, wohin damit“, erklärte Schmidt. Dazu gesellten sich mehr als 400.000 Tonnen verseuchtes Kühlwasser, die auf dem Reaktorgelände in „unsicheren Tanks“ gelagert würden. Als Lösung dieses Problems „wird über eine kontrollierte Ableitung in den Ozean diskutiert“. Schon heute seien die Gewässer nordöstlich des Atomkraftwerks Fukushima belastet: „Fische und andere Meerestiere, die dort gefangen werden, zeigen zum Teil so stark erhöhte Strahlenwerte, dass sie wie radioaktiver Abfall entsorgt werden müssen.“

Schmidt unterstrich die Forderung der Grünen, die Atomkraftwerke in Deutschland abzuschalten: „In Bayern muss nach dem Aus für Gundremmingen Block B auch schnellstmöglich der baugleiche Block C stillgelegt werden.“ Um erneuerbaren Energien Vorschub zu leisten, könnten die Bürger Strom einsparen „und natürlich Strom selbst erzeugen – durch viel mehr Photovoltaikanlagen auf den Dächern“. Darüber hinaus müsse der öffentliche Personennahverkehr attraktiver werden, „damit die Menschen umsteigen vom Privatauto“.

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Der Grünen-Sprecher nahm auch den Wolfratshauser Stadtrat in die Pflicht: „Wir haben eine Stelle für Energie und Umwelt geschaffen, um die Energiewende zu begleiten. Diese Stelle muss in alle Projekte der Stadt eingebunden sein, wenn es um nachhaltiges Bauen und Energiefragen geht. Das muss auch für die Töchter Stadtwerke und Städtische Wohnungsbaugesellschaft, aber auch den Abwasserzweckverband gelten.“ Für kommunale Gebäude müsse „ein konsequentes Energiemanagement mit dem Ziel der Energieeinsparung“ durchgeführt werden.

Die Unfallserie in Fukushima wurde 11. März 2011 gegen 15 Uhr durch ein Erdbeben ausgelöst, dem ein Tsunami folgte. In drei Blöcken der Reaktoranlage kam es zur Kernschmelze. Es gab Detonationen in drei Reaktorblöcken sowie einen Brand in einem sogenannten Abklingbecken. Dadurch wurden große Mengen radioaktives Material freigesetzt.  cce

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