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„Die Party ist vorbei“: Dr. Manfred Gößl, Hauptgeschäftsführer der IHK für München und Oberbayern, war der Hauptredner beim Neujahrsempfang des Wirtschaftsforums Oberland und der IHK im Krämmel-Foyer in Wolfratshausen. 

„Die Party ist vorbei“

„Es muss jetzt etwas passieren“ - Neujahrsempfang des Wirtschaftsforums Oberland

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Beim Neujahrsempfang des Wirtschaftsforums Oberland gab es nicht nur gute Nachrichten: IHK-Geschäftsführer Gößl warnte vor raueren Zeiten - und forderte Steuersenkungen.

Wolfratshausen – „Die Party ist vorbei“: Ausgerechnet Dr. Manfred Gößl, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) für München und Oberbayern, gab beim Neujahrsempfang des Wirtschaftsforums Oberland und der IHK am Donnerstag im Krämmel-Foyer den Spielverderber. Und das, obwohl der Geretsrieder Chor „Mixed Voices“ unter Leitung von Roland Hammerschmied den Abend musikalisch so euphorisch mit einem Song der britischen Band „Queen“ eröffnet hatte: „Don’t stop me now!“

Unternehmer, Handwerker und Dienstleister müssen sich für rauere Zeiten rüsten

„Die letzten zehn Jahre lief es gut“, konstatierte Gößl vor gut 180 geladenen Gästen aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Doch nun müssten sich Unternehmer, Handwerker und Dienstleister für rauere Zeiten rüsten. Aber der IHK-Geschäftsführer wollte nicht schwarzmalen: Der Wirtschaftsmotor in Oberbayern brumme im Vergleich zu allen anderen Regionen im Freistaat immer noch kräftig. Das sei nicht zuletzt auf den Branchenmix im Oberland, in den Landkreisen Bad Tölz-Wolfratshausen und Miesbach zurückzuführen. Wenn’s bei großen Betrieben (Stichwort Automobilindustrie) kriselt, könne es in der Folge zwar auch in angrenzenden Kreisen bergab gehen. „Doch hier geht es weniger rasant abwärts“, so der IHK-Geschäftsführer.

„Unterm Strich deuten die Signale auf ein verhaltenes Wachstum der bayerischen Wirtschaft im Jahr 2020“, zitierte Gößl aus dem am Donnerstag veröffentlichten Konjunkturbarometer. Die von der IHK initiierte Umfrage habe allerdings auch zutage gefördert: Die Erwartungen der Unternehmer im Oberland seien „besser als im Durchschnitt Bayerns“. Im Freistaat „wird es zum Stellenabbau kommen“, prognostizierte der 53-Jährige, der in Icking wohnt. „Im Oberland dagegen wird der Beschäftigungsaufbau weitergehen.“

Erwartungen im Oberland „besser als im Durchschnitt Bayerns“

Das größte Risiko für die Unternehmer sei die „nicht stattfindende Wirtschaftspolitik“, monierte Gößl. „Es muss jetzt etwas passieren.“ Wichtig sei unter anderem ein Dreh an der Steuerschraube. Deutschland müsse „kein Niedrigsteuerland“ werden, aber im europäischen und weltweiten Vergleich müsse ein „Mittelweg“ beschritten werden. Darüber hinaus ächze die Industrie aufgrund hoher Energiekosten. Der Industriepreis pro Megawattstunde Strom beispielsweise sei doppelt so hoch wie in den USA. Gößl legte ein Bekenntnis zum Klimaschutz ab – „doch wenn wir die Energiewende wollen, dann dürfen wir die Industrie nicht verlieren“.

Bevorstehende Kommunalwahlen seien „extrem wichtig“

Die bevorstehenden Kommunalwahlen seien „extrem wichtig“, schärfte der Interessenvertreter den Unternehmern ein. In den Kreisen und Kommunen würden die Weichen für die Zukunft gestellt. Ein großes Thema: viel zu wenig bezahlbarer Wohnraum. Dieses Problem betreffe die Unternehmen unmittelbar, „weil sie Mitarbeiter brauchen, die ja irgendwo wohnen müssen“. Gößl appellierte an die Städte, den Dachgeschossausbau zu forcieren, denn das Credo müsse grundsätzlich lauten: „Ein bisserl höher statt in die Breite.“ Nicht aus dem Auge verlieren dürften die Kommunen die Weiterentwicklung von Gewerbeflächen. Der Bestand reiche nicht aus, „mit Augenmaß“ müssten Expansionspläne geschmiedet werden.

Die Gesellschaft dürfe sich „nicht spalten lassen“, stellte der IHK-Geschäftsführer mit Nachdruck fest. „Wir müssen Kompromisse schließen, es geht nur zusammen oder gar nicht.“ Und die Wirtschaft, so Gößl, „ist Teil der Lösung“.

cce

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