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So könnte es aussehen: Stadtrat Alfred Fraas (CSU) plädiert für Floßfahrten auf der Loisach durch die Wolfratshauser Innenstadt. Die alteingesessenen Flößereibetriebe lehnen das ab. Ein gewichtiges Wort spricht in der Sache die Gewässeraufsichtsbehörde, das heißt, das Landratsamt in Bad Tölz mit. 

„Es gibt keinen Antrag“

Flöße durch die Altstadt: Laut Landratsamt hat Fraas nie einen Antrag gestellt

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Alfred Fraas hat nach eigenen Angaben einen Antrag für Floßfahrten durch Wolfratshausen beim Landratsamt gestellt. Doch dort hat sich noch niemand damit beschäftigt. Denn ein solcher Antrag ist noch nicht eingegangen.

Wolfratshausen/Bad Tölz – 1994 wurde die Floßrutsche an der Ostseite des Kastenmühlwehrs eingeweiht. Doch nur zweimal fuhren Flöße durch diese Passage weiter in Richtung Weidach. Seit knapp 20 Jahren ist die Rutsche ungenutzt, die Federn sind inzwischen demontiert.

Das soll sich wie berichtet ändern: Der Kulturreferent des Stadtrates, Alfred Fraas (CSU), möchte die Flößerei in der Wolfratshauser Innenstadt „erlebbar“ machen. Die Kosten hält er für „überschaubar“. Sein Vorstoß, die Floßrutsche wieder zu ertüchtigen, stieß bei der Mehrheit im Stadtrat auf Zustimmung. Das Gremium beauftragte Bürgermeister Klaus Heilinglechner (Bürgervereinigung) Mitte Juli mit 16:8 Stimmen, die Ertüchtigung der künstlichen Wasserstraße prüfen zu lassen – dazu gehört eine Kostenschätzung.

Fraas überraschte den Rathauschef und seine Stadtratskollegen in der Sitzung mit der Nachricht, dass er beim Landratsamt in Bad Tölz bereits „zwei private Floßfahrten“ auf der Loisach „beantragt“ habe. Im nächsten Jahr solle ein Holzgefährt vom Wertstoffhof an der Geltinger Straße (über die Rutsche am Kastenmühlwehr) bis ins Gemeindegebiet Icking fahren. Das zweite Floß – besetzt mit allen Stadtratsmitgliedern – vom Wolfratshauser Wertstoffhof bis zur klassischen Endstation in Thalkirchen. Details gab Fraas auf Nachfrage des Fraktionschefs der Bürgervereinigung, Josef Praller, nicht preis. Nur so viel: „Ein erfahrener Flößer wird die Flöße fahren.“

Bürgermeister Heilinglechner meldete bereits in der Sitzung seine Bedenken an. Er sei skeptisch, dass die Gewässeraufsichtsbehörde, sprich das Landratsamt, Gaudifloßfahrten auf der Loisach gestatten wird.

Tatsächlich ist es so, dass sich in der Fachbehörde bis dato niemand mit dem Antrag von Fraas beschäftigt hat. Der Grund: „Es liegt kein Antrag vor“, sagt Sabine Schmid, Pressesprecherin des Landratsamts, auf Nachfrage unserer Zeitung. Stadtrat Fraas habe stattdessen nur eine „grundsätzliche Anfrage“ an die Gewässeraufsichtsbehörde gerichtet. Die jedoch enthalte keinerlei Details.

Landratsamt bietet Hilfe bei Antrag an

Fraas habe sich weder zur gewünschten Strecke noch zu den konkreten Terminen sowie den technischen Details der Flöße, die er einsetzen möchte, geäußert. Der allgemein gehaltenen Anfrage sei auch nicht zu entnehmen, wer am Ruder stehen soll – und somit maßgeblich mitverantwortlich für die Sicherheit der Passagiere wäre.

Lesen Sie auch: Flößer wollen nicht durch Wolfratshausen fahren – CSU kritisiert das heftig

Fraas indes hatte seine Stadtratskollegen in besagter Sitzung darüber informiert, dass das Landratsamt „meinen Antrag bearbeitet“, unter anderem sei noch eine Umweltverträglichkeitsprüfung notwendig. Summa summarum „kann die Gewässeraufsichtsbehörde nichts prüfen, weil kein konkreter Antrag vorliegt“, stellt dagegen Behördensprecherin Schmid fest. Das Landratsamt komme dem CSU-Stadtrat aber gerne einen Schritt entgegen: „Wenn er es wünscht, können wir ihm mitteilen, was er alles für einen Antrag benötigt.“

Bei den alteingesessenen Flößern war der Vorstoß des Kulturreferenten wie berichtet sang- und klanglos durchgefallen. Der logistische Aufwand wäre zu groß, zudem seien die Flößereibetriebe bereits heute personell am Anschlag, erklärte Floßmeister Franz Seitner. Außerdem sei das Passieren der Floßrutsche „zu gefährlich“, ergänzte sein Berufskollege Josef Seitner. Das Gefälle sei zu steil, die Reisenden würden beim Durchfahren patschnass. Das habe sich seinerzeit schon bei der Jungfernfahrt mit dem damaligen Landesvater Edmund Stoiber gezeigt. cce

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